Schilddrüsenresektion – Operation, Ablauf & Nachsorge
Die Schilddrüsenresektion ist ein chirurgischer Eingriff zur teilweisen oder vollständigen Entfernung der Schilddrüse. Sie wird bei Erkrankungen wie Schilddrüsenkrebs, Kropf oder Überfunktion eingesetzt.
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Die Schilddrüsenresektion ist ein chirurgischer Eingriff zur teilweisen oder vollständigen Entfernung der Schilddrüse. Sie wird bei Erkrankungen wie Schilddrüsenkrebs, Kropf oder Überfunktion eingesetzt.
Was ist eine Schilddrüsenresektion?
Die Schilddrüsenresektion bezeichnet einen operativen Eingriff, bei dem die Schilddrüse (lat. Glandula thyreoidea) ganz oder teilweise entfernt wird. Die Schilddrüse ist eine schmetterlingsförmige Drüse im vorderen Halsbereich, die lebenswichtige Hormone wie Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) produziert. Diese Hormone regulieren den Stoffwechsel, das Herzkreislaufsystem und viele weitere Körperfunktionen.
Je nach Ausmaß des Eingriffs unterscheidet man zwischen verschiedenen Operationsformen, die individuell auf die Erkrankung und den Zustand des Patienten abgestimmt werden.
Formen der Schilddrüsenresektion
- Hemithyreoidektomie: Entfernung eines Schilddrüsenlappens (halbe Schilddrüse).
- Subtotale Resektion: Entfernung des größten Teils der Schilddrüse unter Belassung eines kleinen Geweberestes.
- Totale Thyreoidektomie: Vollständige Entfernung der gesamten Schilddrüse.
- Erweiterte Resektion: Entfernung der Schilddrüse zusammen mit umliegenden Lymphknoten, z. B. bei Schilddrüsenkrebs.
Indikationen – Wann wird die Operation durchgeführt?
Eine Schilddrüsenresektion wird bei verschiedenen Erkrankungen der Schilddrüse empfohlen:
- Schilddrüsenkarzinom (Schilddrüsenkrebs): Häufigste Indikation für eine vollständige Entfernung.
- Struma (Kropf): Vergrößerung der Schilddrüse, die Beschwerden wie Schluckprobleme oder Atemnot verursacht.
- Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion): Insbesondere bei Morbus Basedow oder toxischem Knotenstruma, wenn medikamentöse Therapien nicht ausreichend wirken.
- Schilddrüsenknoten: Gutartige oder verdächtige Knoten, die nicht eindeutig als harmlos eingestuft werden können.
- Zysten: Große Schilddrüsenzysten, die Beschwerden verursachen.
Vorbereitung und Diagnostik
Vor der Operation erfolgt eine umfassende Diagnostik, die folgende Untersuchungen umfasst:
- Blutuntersuchungen: Bestimmung der Schilddrüsenwerte (TSH, T3, T4) sowie von Schilddrüsenantikörpern.
- Ultraschall der Schilddrüse: Darstellung von Größe, Struktur und Knoten der Drüse.
- Szintigraphie: Beurteilung der Funktion einzelner Schilddrüsenbereiche.
- Feinnadelbiopsie: Gewebeentnahme zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung bei unklaren Knoten.
- Laryngoskopie: Kontrolle der Stimmbandfunction vor dem Eingriff.
Durchführung der Operation
Die Schilddrüsenresektion wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert je nach Umfang zwischen 1 und 3 Stunden. Der Chirurg legt einen Schnitt im unteren Halsbereich an, um die Schilddrüse freizulegen. Besondere Sorgfalt gilt dabei dem Schutz folgender Strukturen:
- Nervus recurrens (Recurrensnerv): Ein Ast des Vagusnervs, dessen Verletzung zu Stimmveränderungen oder Heiserkeit führen kann.
- Nebenschilddrüsen (Epithelkörperchen): Vier kleine Drüsen, die den Kalziumspiegel im Blut regulieren. Eine versehentliche Entfernung kann zu einem Hypoparathyreoidismus führen.
Moderne minimalinvasive und endoskopische Techniken ermöglichen in bestimmten Fällen kleinere Schnitte und eine schnellere Genesung.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen auch bei der Schilddrüsenresektion bestimmte Risiken:
- Blutungen: Nachblutungen im Operationsgebiet, die eine erneute Operation erfordern können.
- Nervenschäden: Verletzung des Nervus recurrens mit vorübergehender oder dauerhafter Heiserkeit.
- Hypoparathyreoidismus: Funktionsstörung der Nebenschilddrüsen mit Kalziummangel und Krämpfen (Tetanie).
- Infektionen: Wundinfektionen im Bereich der Operationsstelle.
- Narbenbildung: Sichtbare Narbe am Hals.
- Hypothyreose: Nach vollständiger Entfernung ist eine lebenslange Schilddrüsenhormonersatztherapie notwendig.
Nachsorge und Behandlung nach der Operation
Die Nachsorge richtet sich nach dem Ausmaß des Eingriffs und der zugrunde liegenden Erkrankung:
- Hormonersatztherapie: Nach vollständiger Schilddrüsenentfernung müssen Schilddrüsenhormone (z. B. Levothyroxin) lebenslang eingenommen werden.
- Kalzium- und Vitamin-D-Supplementierung: Bei vorübergehendem oder dauerhaftem Hypoparathyreoidismus.
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Überprüfung der Hormonspiegel und gegebenenfalls Nachsorge bei Schilddrüsenkrebs (z. B. Radioiodtherapie).
- Wundpflege: Sorgfältige Pflege der Operationsnarbe zur Vermeidung von Infektionen und zur Förderung der Heilung.
Prognose
Die Prognose nach einer Schilddrüsenresektion ist in der Regel sehr gut. Bei gutartigen Erkrankungen sind die Patienten nach kurzer Erholungszeit beschwerdefrei. Bei Schilddrüsenkrebs hängt die Prognose von der Art und dem Stadium des Tumors ab, ist jedoch bei frühzeitiger Behandlung häufig sehr günstig. Mit einer entsprechenden Hormonersatztherapie können die meisten Patienten nach einer totalen Thyreoidektomie ein normales Leben führen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV): Leitlinie zur operativen Therapie von Schilddrüsenerkrankungen, 2023.
- Dralle H. et al.: Chirurgie der Schilddrüse und Nebenschilddrüse. In: Chirurgie, Schumpelick V. (Hrsg.), Thieme Verlag, Stuttgart, 2022.
- Haugen B.R. et al.: 2015 American Thyroid Association Management Guidelines for Adult Patients with Thyroid Nodules and Differentiated Thyroid Cancer. Thyroid, 2016; 26(1):1-133.
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