Schilddrüsenwerte verstehen – TSH, fT3 und fT4
Schilddrüsenwerte zeigen, wie gut die Schilddrüse arbeitet. Ein Bluttest misst TSH, fT3 und fT4, um Über- oder Unterfunktionen frühzeitig zu erkennen.
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Schilddrüsenwerte zeigen, wie gut die Schilddrüse arbeitet. Ein Bluttest misst TSH, fT3 und fT4, um Über- oder Unterfunktionen frühzeitig zu erkennen.
Was sind Schilddrüsenwerte?
Schilddrüsenwerte sind Laborwerte aus dem Blut, die Auskunft über die Funktion der Schilddrüse geben. Die Schilddrüse ist eine schmetterlingsförmige Drüse im Hals, die Hormone produziert, welche den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem und viele weitere Körperfunktionen steuern. Eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte hilft dabei, Erkrankungen wie eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Die wichtigsten Schilddrüsenwerte
TSH – Thyreoidea-stimulierendes Hormon
Der TSH-Wert (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) ist der wichtigste Screeningwert für die Schilddrüsenfunktion. TSH wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet und steuert die Hormonproduktion der Schilddrüse. Ein erhöhter TSH-Wert kann auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) hinweisen, ein erniedrigter Wert auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Der Normbereich liegt in der Regel zwischen 0,4 und 4,0 mU/l, kann jedoch je nach Labor leicht abweichen.
fT3 – freies Trijodthyronin
fT3 ist das biologisch aktive Schilddrüsenhormon, das direkt auf die Körperzellen wirkt. Es regelt unter anderem den Energiestoffwechsel, die Herzfrequenz und die Körpertemperatur. Der Normbereich liegt meist zwischen 3,1 und 6,8 pmol/l. Erhöhte fT3-Werte kommen häufig bei einer Überfunktion vor, erniedrigte Werte bei einer Unterfunktion oder bei schweren Allgemeinerkrankungen.
fT4 – freies Thyroxin
fT4 ist die Vorstufe von fT3 und wird in der Schilddrüse produziert. Im Körper wird fT4 bei Bedarf in das aktive fT3 umgewandelt. Der typische Normbereich liegt zwischen 12 und 22 pmol/l. fT4 wird häufig gemeinsam mit TSH bestimmt, um ein vollständiges Bild der Schilddrüsenfunktion zu erhalten.
Weitere relevante Werte
In bestimmten klinischen Situationen werden zusätzliche Parameter gemessen:
- Anti-TPO-Antikörper: Hinweis auf eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto-Thyreoiditis
- Anti-TSHR-Antikörper (TRAK): Relevant bei Verdacht auf Morbus Basedow
- Thyreoglobulin: Tumormarker nach Schilddrüsenoperationen oder bei Schilddrüsenkrebs
- Calcitonin: Marker für das medulläre Schilddrüsenkarzinom
Wann werden Schilddrüsenwerte bestimmt?
Schilddrüsenwerte werden in folgenden Situationen untersucht:
- Bei Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtsveränderungen, Herzrasen oder Kältegefühl
- Bei bekannter Schilddrüsenerkrankung zur Verlaufskontrolle
- Bei der Einnahme von Schilddrüsenhormonen (z. B. Levothyroxin)
- Im Rahmen von Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen
- Als Teil eines allgemeinen Gesundheitschecks
Abweichende Schilddrüsenwerte – was bedeutet das?
Erhöhter TSH-Wert
Ein erhöhter TSH-Wert deutet darauf hin, dass die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Die Hypophyse versucht, durch mehr TSH die Schilddrüse zur Mehrproduktion anzuregen. Typische Ursachen sind Hashimoto-Thyreoiditis, Jodmangel oder eine Schädigung der Schilddrüse nach Operation oder Bestrahlung.
Erniedrigter TSH-Wert
Ein zu niedriger TSH-Wert kann ein Zeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion sein. Häufige Ursachen sind Morbus Basedow, autonome Schilddrüsenknoten oder eine zu hohe Dosis an Schilddrüsenhormonen.
Verändertes fT3 oder fT4
Veränderte fT3- oder fT4-Werte bei normalem TSH können auf seltene Schilddrüsenerkrankungen, Medikamentenwechselwirkungen oder Laborbesonderheiten hinweisen. In solchen Fällen ist eine genaue ärztliche Abklärung wichtig.
Behandlungsoptionen bei auffälligen Werten
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung:
- Unterfunktion: Hormonersatztherapie mit Levothyroxin (L-Thyroxin)
- Überfunktion: Thyreostatika (z. B. Thiamazol), Radiojodtherapie oder Operation
- Autoimmunerkrankungen: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, ggf. Medikamente
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE): Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen (2023). Verfügbar unter: www.endokrinologie.net
- Kahaly GJ et al. – European Thyroid Association Guidelines for the Management of Hyperthyroidism. European Thyroid Journal, 2022.
- Garber JR et al. – Clinical Practice Guidelines for Hypothyroidism in Adults. Thyroid, 2012; 22(12):1200-1235.
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