Schistosomiasis (Bilharziose) – Ursachen, Symptome, Behandlung
Schistosomiasis (Bilharziose) ist eine parasitäre Tropenkrankheit, die durch Saugwürmer der Gattung Schistosoma verursacht wird und vor allem Leber, Darm und Harnwege befällt.
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Schistosomiasis (Bilharziose) ist eine parasitäre Tropenkrankheit, die durch Saugwürmer der Gattung Schistosoma verursacht wird und vor allem Leber, Darm und Harnwege befällt.
Was ist Schistosomiasis?
Schistosomiasis, auch als Bilharziose bekannt, ist eine der weltweit verbreitetsten parasitären Infektionskrankheiten. Sie wird durch Saugwürmer (Trematoden) der Gattung Schistosoma verursacht. Die Erkrankung kommt hauptsächlich in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens und Südamerikas vor und betrifft schätzungsweise 200 bis 250 Millionen Menschen weltweit. Die WHO zählt die Schistosomiasis zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten.
Ursachen und Übertragung
Die Infektion erfolgt durch Hautkontakt mit kontaminiertem Süßwasser, in dem sich freilebende Larven (sogenannte Zerkarien) befinden. Diese dringen aktiv durch die menschliche Haut ein. Süßwasserschnecken dienen dabei als Zwischenwirt, in dem sich die Larven entwickeln und schließlich ins Wasser freigesetzt werden.
- Schistosoma mansoni und Schistosoma japonicum: Verursachen die intestinale und hepatische (Leber-Darm-)Form
- Schistosoma haematobium: Verursacht die urogenitale Form mit Befall der Harnblase
Risikogruppen sind vor allem Menschen, die in betroffenen Regionen in landwirtschaftlichen Bewässerungssystemen, Flüssen oder Seen arbeiten oder sich darin waschen.
Symptome
Frühphase (akute Schistosomiasis)
- Hautjucken und Hautausschlag an der Eintrittsstelle der Larven (sog. Zerkariendermatitis)
- Fieber, Schüttelfrost und allgemeines Krankheitsgefühl
- Husten, Muskelschmerzen und Müdigkeit
- Katayama-Syndrom: akutes Fieber mit Eosinophilie, tritt 4 bis 6 Wochen nach Erstinfektion auf
Chronische Phase
- Intestinale Form: Bauchschmerzen, Durchfall, Blut im Stuhl, Lebervergrößerung, Milzvergrößerung, Leberfibrose
- Urogenitale Form: Blut im Urin (Hämaturie), Schmerzen beim Wasserlassen, Blasenfibrose, erhöhtes Risiko für Blasenkrebs
- Langfristig: Mangelernährung, Blutarmut, Wachstumsstörungen bei Kindern
Diagnose
Die Diagnose der Schistosomiasis erfolgt durch verschiedene Methoden:
- Mikroskopischer Nachweis: Untersuchung von Stuhl- oder Urinproben auf Wurmeier (Parasiteneier)
- Serologische Tests: Nachweis von Antikörpern gegen Schistosoma-Antigene im Blut
- Bildgebende Verfahren: Ultraschall zur Beurteilung von Leber-, Milz- und Blasenveränderungen
- Blutbild: Häufig erhöhte Anzahl von Eosinophilen (eine Art weißer Blutkörperchen) als Hinweis auf eine Wurminfektion
Behandlung
Das Mittel der Wahl zur Behandlung der Schistosomiasis ist Praziquantel. Dieses Medikament ist wirksam gegen alle humanpathogenen Schistosoma-Arten und wird in der Regel als einmalige oder zweitägige orale Gabe verabreicht. Praziquantel tötet adulte Würmer ab, ist jedoch weniger wirksam gegen junge Larven.
- Bei schweren Verläufen oder Organschäden kann eine supportive Therapie notwendig sein
- Kortikosteroide können beim akuten Katayama-Syndrom eingesetzt werden
- Regelmäßige Massenbehandlungen in Endemiegebieten (Mass Drug Administration, MDA) sind ein wichtiger Bestandteil der globalen Bekämpfungsstrategie
Prävention
Da es bislang keinen zugelassenen Impfstoff gegen Schistosomiasis gibt, sind präventive Maßnahmen entscheidend:
- Kontakt mit kontaminiertem Süßwasser in Endemiegebieten vermeiden
- Kein Baden oder Waten in stehenden oder langsam fließenden Gewässern in Risikoregionen
- Verbesserung der Trinkwasser- und Sanitärversorgung
- Bekämpfung der Zwischenwirtschnecken
- Reisende in tropische Regionen sollten sich vor der Reise ärztlich beraten lassen
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Schistosomiasis Fact Sheet. Genf, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/schistosomiasis
- Gryseels B, Polman K, Clerinx J, Kestens L: Human schistosomiasis. The Lancet. 2006;368(9541):1106-1118.
- Robert Koch-Institut (RKI): Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Berlin, 2011.
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