Segmentkerniger Granulozyt – Definition & Funktion
Segmentkernige Granulozyten sind reife weiße Blutkörperchen mit gelapptem Zellkern. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Abwehr bakterieller Infektionen.
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Segmentkernige Granulozyten sind reife weiße Blutkörperchen mit gelapptem Zellkern. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Abwehr bakterieller Infektionen.
Was sind segmentkernige Granulozyten?
Segmentkernige Granulozyten (auch segmentkernige Neutrophile genannt) sind die reifste und häufigste Form der neutrophilen Granulozyten im menschlichen Blut. Ihr charakteristisches Merkmal ist ein mehrfach gelappter (segmentierter) Zellkern, der aus zwei bis fünf durch dünne Chromatinfäden verbundenen Segmenten besteht. Sie gehören zur Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und sind ein essenzieller Bestandteil des angeborenen Immunsystems.
Im Differenzialblutbild machen segmentkernige Granulozyten beim gesunden Erwachsenen etwa 50 bis 70 Prozent aller Leukozyten aus. Ihre Lebensdauer im Blut beträgt nur wenige Stunden bis Tage, weshalb das Knochenmark kontinuierlich neue Zellen produziert.
Bildung und Reifung
Segmentkernige Granulozyten entstehen im Knochenmark durch einen Prozess namens Granulopoese. Dabei durchlaufen die Vorläuferzellen mehrere Reifungsstufen:
- Myeloblast – früheste erkennbare Vorstufe
- Promyelozyt – erste Granula werden gebildet
- Myelozyt – weitere Differenzierung
- Metamyelozyt – Kernformveränderung beginnt
- Stabkerniger Granulozyt – unreife Form mit stab- oder hufeisenförmigem Kern
- Segmentkerniger Granulozyt – reife Form mit segmentiertem Kern
Der Übergang von der stabkernigen zur segmentkernigen Form ist ein wichtiges Merkmal der Zellreife. Bei erhöhtem Bedarf, etwa bei Infektionen, können auch unreifere Formen (stabkernige Granulozyten) vermehrt ins Blut entlassen werden – dies bezeichnet man als Linksverschiebung.
Funktion und Wirkmechanismus
Segmentkernige Granulozyten sind die erste zelluläre Abwehrlinie des Körpers gegen eindringende Krankheitserreger, insbesondere Bakterien und Pilze. Ihre wichtigsten Mechanismen umfassen:
- Phagozytose: Sie umschließen und verdauen Krankheitserreger sowie Zelltrümmer.
- Degranulierung: Sie setzen antimikrobielle Substanzen aus ihren Granula frei, darunter Enzyme wie Myeloperoxidase und Elastase.
- Neutrophil Extracellular Traps (NETs): Sie schleudern Netzstrukturen aus DNA und Proteinen aus, die Erreger einfangen und abtöten.
- Chemotaxis: Sie wandern zielgerichtet zu Entzündungsherden, angelockt durch chemische Signalstoffe (Zytokine und Chemokine).
Klinische Bedeutung – Veränderungen im Blutbild
Erhöhte Werte (Neutrophilie)
Ein Anstieg der segmentkernigen Granulozyten wird als Neutrophilie bezeichnet und kann auf folgende Zustände hinweisen:
- Bakterielle Infektionen (z. B. Pneumonie, Appendizitis)
- Entzündliche Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis)
- Gewebeschäden (z. B. nach Herzinfarkt oder Operation)
- Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Kortikosteroide)
- Myeloproliferative Erkrankungen (z. B. chronisch myeloische Leukämie)
Erniedrigte Werte (Neutropenie)
Ein Abfall der Granulozyten wird als Neutropenie bezeichnet. Bei stark erniedrigten Werten spricht man von einer Agranulozytose, die mit einem erheblich erhöhten Infektionsrisiko verbunden ist. Mögliche Ursachen sind:
- Virale Infektionen (z. B. Influenza, HIV)
- Knochenmarkerkrankungen oder -schädigungen
- Chemotherapie oder Strahlentherapie
- Autoimmunerkrankungen
- Bestimmte Medikamente (z. B. Metamizol, Thiamazol)
Diagnostik
Die Bestimmung der segmentkernigen Granulozyten erfolgt im Rahmen des großen Blutbilds bzw. des Differenzialblutbilds. Dabei wird der prozentuale und absolute Anteil der verschiedenen Leukozytenarten ermittelt. Moderne Laborgeräte analysieren dies automatisiert; bei auffälligen Befunden erfolgt zusätzlich eine manuelle Beurteilung durch einen Fachmediziner am Mikroskop.
Referenzwerte für Erwachsene: segmentkernige Neutrophile 1.800 bis 7.500 Zellen pro Mikroliter Blut (absolut) bzw. 50 bis 70 Prozent der Gesamtleukozyten.
Quellen
- Herold, G. et al. – Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, 2023.
- Silbernagl, S. & Lang, F. – Taschenatlas Pathophysiologie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2020.
- World Health Organization (WHO) – Blood Safety and Clinical Technology: Guidelines on Standard Operating Procedures for Haematology. WHO, Genf, 2009.
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