Sinus – Nasennebenhöhlen: Anatomie und Erkrankungen
Der Sinus bezeichnet im medizinischen Kontext die Nasennebenhöhlen – luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen, die eng mit der Nase verbunden sind.
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Der Sinus bezeichnet im medizinischen Kontext die Nasennebenhöhlen – luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen, die eng mit der Nase verbunden sind.
Was ist der Sinus?
Der Begriff Sinus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Hohlraum, Bucht oder Bogen. In der Medizin wird er für verschiedene anatomische Strukturen verwendet – am häufigsten jedoch für die Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales). Dabei handelt es sich um luftgefüllte Hohlräume im Bereich des Schädelknochens, die über kleine Öffnungen mit der Nasenhöhle verbunden sind.
Anatomie der Nasennebenhöhlen
Der menschliche Schädel besitzt vier Paare von Nasennebenhöhlen:
- Stirnhöhlen (Sinus frontales): befinden sich oberhalb der Augenbrauen in der Stirn
- Kieferhöhlen (Sinus maxillares): die größten Nebenhöhlen, gelegen in den Wangenknochen
- Siebbeinhöhlen (Sinus ethmoidales): viele kleine Kammern zwischen Auge und Nase
- Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidales): tief im Schädel, hinter der Nasenhöhle gelegen
Alle Nebenhöhlen sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die ähnlich wie die Nasenschleimhaut funktioniert. Sie produzieren Schleim, der die Nasenhöhle befeuchtet und Krankheitserreger abwehrt.
Funktionen des Sinus
Die genauen Funktionen der Nasennebenhöhlen sind in der Forschung noch nicht vollständig geklärt. Es werden jedoch folgende Aufgaben diskutiert:
- Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft
- Verringerung des Gewichts des Schädels
- Verbesserung der Resonanz der Stimme
- Schutzfunktion bei stumpfen Traumata des Gesichts
- Produktion von Stickstoffmonoxid, das antibakteriell wirkt
Häufige Erkrankungen des Sinus
Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
Die häufigste Erkrankung der Nasennebenhöhlen ist die Sinusitis – eine Entzündung der Schleimhaut, die akut oder chronisch verlaufen kann. Sie entsteht oft als Folge einer Erkältung, einer Allergie oder einer Infektion. Typische Symptome sind Gesichtsschmerzen, verstopfte Nase, Druckgefühl und eitriger Ausfluss.
Nasenpolypen
Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Schleimhaut, die häufig in den Nebenhöhlen entstehen. Sie können die Belüftung der Höhlen beeinträchtigen und zu chronischer Sinusitis führen.
Sinusitis sphenoidalis
Eine Entzündung der Keilbeinhöhle ist seltener, kann aber ernster verlaufen, da sie anatomisch nah an wichtigen Strukturen wie dem Sehnerv und der Hirnanhangdrüse liegt.
Diagnose
Zur Diagnose von Erkrankungen der Nasennebenhöhlen werden folgende Methoden eingesetzt:
- Klinische Untersuchung: Beurteilung der Symptome und Abklopfen der Stirn- und Wangenbereiche
- Endoskopie: Direkte Sichtbarmachung der Nasen- und Nebenhöhleninnenwände mit einer kleinen Kamera
- Bildgebung: Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zur genauen Darstellung der Höhlen
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung:
- Abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen zur Verbesserung der Belüftung
- Salzwasserspülungen zur Reinigung der Nasenschleimhaut
- Antibiotika bei bakteriellen Infektionen
- Kortikosteroide (als Spray oder systemisch) bei chronischer Entzündung oder Polypen
- Operative Eingriffe (z. B. funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie, FESS) bei therapieresistenten Fällen
Sinus im weiteren medizinischen Sinne
Der Begriff Sinus wird in der Medizin auch für andere anatomische Strukturen verwendet, zum Beispiel:
- Sinus cavernosus: ein venöser Blutleiter an der Schädelbasis
- Sinus coronarius: ein venöser Kanal am Herzen, der das Blut aus der Herzmuskulatur sammelt
- Sinus sagittalis superior: ein großer venöser Blutleiter im Gehirn
Diese Strukturen spielen in der Neurologie, Kardiologie und anderen medizinischen Fachrichtungen eine wichtige Rolle.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage, De Gruyter Verlag, Berlin 2020
- Fokkens WJ et al. - European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyps (EPOS 2020). Rhinology. 2020;58(Suppl S29):1-464.
- Standring S (Hrsg.) - Gray's Anatomy: The Anatomical Basis of Clinical Practice, 42. Auflage, Elsevier, 2020
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