Sinus durae matris – venöse Blutleiter des Gehirns
Die Sinus durae matris sind venöse Blutleiter in der harten Hirnhaut, die das Blut aus dem Gehirn in die Halsvenen ableiten.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Sinus durae matris"
Die Sinus durae matris sind venöse Blutleiter in der harten Hirnhaut, die das Blut aus dem Gehirn in die Halsvenen ableiten.
Was sind die Sinus durae matris?
Die Sinus durae matris (auch: Durasinus oder Hirnblutleiter) sind venöse Hohlräume, die innerhalb der Duplikatur der Dura mater – der äußersten und härtesten der drei Hirnhäute – verlaufen. Sie sind keine echten Venen im klassischen Sinne, sondern starr gebaute Kanäle, deren Wände aus Bindegewebe bestehen und daher nicht kollabieren können. Ihre Hauptaufgabe ist die venöse Drainage: Sie leiten das sauerstoffarme Blut aus dem Gehirn sowie die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) über die Jugularvenen zurück zum Herzen.
Anatomie und wichtige Sinus
Die Sinus durae matris bilden ein miteinander verbundenes Netzwerk an der Schädelinnenseite. Die wichtigsten Sinus sind:
- Sinus sagittalis superior: Verläuft entlang der Mittellinie des Schädeldachs von vorne nach hinten und sammelt Blut aus der Großhirnrinde.
- Sinus sagittalis inferior: Liegt im unteren Rand der Falx cerebri und mündet in den Sinus rectus.
- Sinus rectus: Verbindet den Sinus sagittalis inferior mit dem Confluens sinuum.
- Confluens sinuum (Torcular Herophili): Ein zentraler Zusammenfluss mehrerer Sinus am Hinterhauptsbein.
- Sinus transversus: Verlaufen beidseits horizontal entlang des Hinterhauptsbeins.
- Sinus sigmoideus: S-förmige Fortsetzung des Sinus transversus, mündet in die Vena jugularis interna.
- Sinus cavernosus: Liegt beiderseits der Sella turcica (Türkensattel) und steht in enger Beziehung zu wichtigen Hirnnerven und der A. carotis interna.
Funktion
Die Sinus durae matris erfüllen mehrere lebenswichtige Aufgaben:
- Venöse Drainage: Ableitung des venösen Blutes aus dem Gehirn zum Herzen.
- Liquorresorption: An den sogenannten Arachnoidalzotten (Pacchioni-Granulationen), die in den Sinus sagittalis superior ragen, wird Liquor cerebrospinalis resorbiert und dem Venensystem zugeführt.
- Druckregulation: Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Regulation des intrakraniellen Drucks.
Klinische Bedeutung
Sinusvenenthrombose
Die Sinusvenenthrombose (SVT) ist eine seltene, aber ernste Erkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel in einem der Sinus durae matris bildet. Dies behindert den venösen Abfluss aus dem Gehirn, was zu einem Anstieg des Hirndrucks, Kopfschmerzen, neurologischen Ausfällen und in schweren Fällen zu Hirnblutungen oder Infarkten führen kann. Zu den Risikofaktoren zählen Gerinnungsstörungen, Einnahme hormoneller Verhütungsmittel, Schwangerschaft, Infektionen und Dehydration.
Sinus-cavernosus-Thrombose
Eine besondere Form der Sinusthrombose betrifft den Sinus cavernosus. Aufgrund seiner engen Lagebeziehung zu Hirnnerven (III, IV, V1, V2, VI) und der A. carotis interna kann eine Thrombose hier zu charakteristischen Symptomen wie Doppelbildern, Ptosis (Herabhängen des Augenlids) und Gesichtsschmerzen führen.
Epiduralhämatom und Verletzungen
Bei Schädelverletzungen können die Sinus durae matris einreißen und zu lebensbedrohlichen Blutungen führen. Besonders gefährdet ist der Sinus transversus, der in Bereichen liegt, die bei Schlädelbasisfrakturen häufig betroffen sind.
Meningeome
Gutartige Hirntumore, sogenannte Meningeome, entstehen häufig in der Nähe der Sinus durae matris und können bei Wachstum in den Sinus einwachsen, was eine chirurgische Entfernung erheblich erschwert.
Diagnostik
Zur Darstellung der Sinus durae matris stehen folgende bildgebende Verfahren zur Verfügung:
- MRT mit MR-Venographie (MRV): Goldstandard zur Diagnose von Sinusvenenthrombosen; ermöglicht eine detaillierte Darstellung des venösen Sinussystems ohne Strahlenbelastung.
- CT-Venographie: Schnelle Alternative, besonders in der Notfalldiagnostik.
- Digitale Subtraktionsangiographie (DSA): Invasives, aber hochauflösendes Verfahren zur genauen Gefäßdarstellung.
Quellen
- Sobotta, J. & Paulsen, F. (Hrsg.) - Sobotta Atlas der Anatomie des Menschen, 24. Auflage. Urban & Fischer, 2017.
- Ferro, J. M. et al. - Cerebral venous thrombosis: an update. In: The Lancet Neurology, 2021; 20(4): 319-333. PubMed PMID: 33684370.
- Deutschsprachige Gesellschaft für Neurologie (DGN) - Leitlinie Zerebrale Venen- und Sinusthrombose, 2018. Verfügbar unter: www.dgn.org
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