Skelettszintigraphie – Ablauf, Einsatz & Befund
Die Skelettszintigraphie ist ein nuklearmedizinisches Bildgebungsverfahren zur Darstellung des Knochenstoffwechsels. Sie hilft dabei, Knochenmetastasen, Entzündungen und Frakturen frühzeitig zu erkennen.
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Die Skelettszintigraphie ist ein nuklearmedizinisches Bildgebungsverfahren zur Darstellung des Knochenstoffwechsels. Sie hilft dabei, Knochenmetastasen, Entzündungen und Frakturen frühzeitig zu erkennen.
Was ist die Skelettszintigraphie?
Die Skelettszintigraphie (auch: Knochenszintigraphie) ist ein nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren, das Stoffwechselprozesse im Knochengewebe sichtbar macht. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Röntgenaufnahme, die vor allem die Knochenstruktur abbildet, zeigt die Skelettszintigraphie funktionelle Veränderungen im Knochen – oft bevor anatomische Veränderungen im Röntgenbild erkennbar sind. Das Verfahren wird in der Nuklearmedizin eingesetzt und gilt als sensitives Werkzeug zur Früherkennung verschiedener Knochenerkrankungen.
Wie funktioniert die Skelettszintigraphie?
Für die Untersuchung wird dem Patienten eine schwach radioaktive Substanz – ein sogenanntes Radiopharmakon – in eine Vene injiziert. In der Regel handelt es sich dabei um Technetium-99m-markierte Diphosphonate (z. B. Tc-99m-MDP). Diese Substanz reichert sich bevorzugt in Bereichen erhöhter Knochenstoffwechselaktivität an, etwa bei Tumoren, Entzündungen, Heilungsprozessen nach Frakturen oder Metastasen.
Nach einer Wartezeit von etwa zwei bis vier Stunden – in der sich das Radiopharmakon im Körper verteilt – wird der Patient mit einer speziellen Kamera, der sogenannten Gammakamera, gescannt. Diese erfasst die vom Radiopharmakon ausgesandte Gammastrahlung und erstellt daraus ein Bild der gesamten Skelettaktivität. Bereiche mit erhöhter Aktivität erscheinen als sogenannte Hotspots, Bereiche mit verminderter Aktivität als Cold Spots.
Wann wird die Skelettszintigraphie eingesetzt?
Die Skelettszintigraphie wird in verschiedenen klinischen Situationen angewendet:
- Knochenmetastasen: Aufspüren von Tochtergeschwülsten bei bekannten Krebserkrankungen (z. B. Brust-, Prostata- oder Lungenkrebs)
- Primäre Knochentumoren: Beurteilung von Ausdehnung und Aktivität
- Osteomyelitis: Nachweis von bakteriellen Knochenentzündungen
- Stressfrakturen und okkulte Frakturen: Erkennung von Brüchen, die im Röntgenbild noch nicht sichtbar sind
- Morbus Paget: Beurteilung des Ausmaßes der Knochenumbauprozesse
- Arthritiden und Gelenkerkrankungen: Aktivitätsbeurteilung entzündlicher Gelenkveränderungen
- Knochennekrosen: Früherkennung von Durchblutungsstörungen im Knochen
Ablauf der Untersuchung
Der Untersuchungsablauf gliedert sich typischerweise in mehrere Phasen:
- Injektion: Das Radiopharmakon wird intravenös verabreicht.
- Wartezeit: Über zwei bis vier Stunden verteilt sich die Substanz im Körper. Der Patient kann sich in dieser Zeit frei bewegen und wird gebeten, viel zu trinken, um die Ausscheidung des nicht gebundenen Radiopharmakons zu fördern.
- Bildaufnahme: Die eigentliche Szintigraphie dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten. Der Patient liegt dabei ruhig auf einer Untersuchungsliege, während die Gammakamera den gesamten Körper abtastet.
- Auswertung: Die Bilder werden von einem Nuklearmediziner befundet und dem behandelnden Arzt übermittelt.
Strahlenbelastung und Sicherheit
Die Strahlenbelastung bei einer Skelettszintigraphie ist vergleichsweise gering. Die effektive Dosis beträgt je nach verwendetem Radiopharmakon und Körpergewicht etwa 3 bis 6 Millisievert (mSv), was in etwa der natürlichen Jahresstrahlenexposition in Mitteleuropa entspricht. Das verwendete Technetium-99m hat eine kurze Halbwertszeit von etwa sechs Stunden, sodass die Radioaktivität schnell abklingt.
Bei Schwangeren sollte die Untersuchung nur bei dringender medizinischer Notwendigkeit durchgeführt werden. Stillenden Müttern wird empfohlen, das Stillen für mindestens 24 Stunden nach der Injektion zu unterbrechen.
Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Verfahren
Die Skelettszintigraphie bietet gegenüber anderen bildgebenden Verfahren einige wichtige Vorteile:
- Hohe Sensitivität für Knochenveränderungen, oft früher als im Röntgen erkennbar
- Ganzköper-Darstellung in einem Untersuchungsgang möglich
- Relative geringe Kosten im Vergleich zur MRT des gesamten Skeletts
Mögliche Nachteile sind:
- Geringere Spezifität: Hotspots können viele verschiedene Ursachen haben und müssen durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden
- Eingeschränkte anatomische Detaildarstellung im Vergleich zu MRT oder CT
- Geringe Strahlenbelastung durch Radioaktivität
Quellen
- Bombardieri E. et al. - EANM procedure guidelines for bone scintigraphy. European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging, 2012.
- Aktolun C., Goldsmith S. J. (Hrsg.) - Nuclear Medicine Therapy. Springer, New York, 2013.
- Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) - Leitlinien zur Skelettszintigraphie. www.nuklearmedizin.de, abgerufen 2024.
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