Spinales Epiduralhämatom – Ursachen & Behandlung
Das spinale Epiduralhämatom ist eine seltene, aber gefährliche Blutansammlung im Epiduralraum der Wirbelsäule, die den Rückenmark komprimieren und zu Lähmungen führen kann.
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Das spinale Epiduralhämatom ist eine seltene, aber gefährliche Blutansammlung im Epiduralraum der Wirbelsäule, die den Rückenmark komprimieren und zu Lähmungen führen kann.
Was ist ein Spinales Epiduralhämatom?
Ein spinales Epiduralhämatom (auch: spinales epidurales Hämatom, kurz SSEH) ist eine Ansammlung von Blut im Epiduralraum der Wirbelsäule – dem Bereich zwischen dem knöchernen Wirbelkanal und der harten Rückenmarkshaut (Dura mater). Diese Blutansammlung kann das Rückenmark oder die Nervenwurzeln komprimieren und stellt einen neurochirurgischen Notfall dar, der einer raschen Diagnose und Behandlung bedarf.
Ursachen
Spinale Epiduralhämatome können spontan auftreten oder durch verschiedene Auslöser verursacht werden:
- Antikoagulanzientherapie: Die häufigste Ursache; Blutgerinnungshemmer wie Heparin, Warfarin oder direkte orale Antikoagulanzien erhöhen das Blutungsrisiko erheblich.
- Wirbelsäuleneingriffe: z. B. nach epiduraler Anästhesie, Lumbalpunktion oder Wirbelsäulenoperationen.
- Trauma: Stürze, Unfälle oder direkte Verletzungen der Wirbelsäule.
- Gerinnungsstörungen: Angeborene oder erworbene Erkrankungen wie Hämophilie oder Thrombozytopenie.
- Gefäßfehlbildungen: Arteriovenöse Malformationen im Bereich der Wirbelsäule.
- Idiopathisch: In manchen Fällen bleibt die genaue Ursache unklar (spontanes spinales Epiduralhämatom).
Symptome
Die Symptome entwickeln sich oft plötzlich und schreiten rasch fort. Typische Zeichen sind:
- Akuter, starker Rückenschmerz: Häufig das erste und führende Symptom, oft als stechend oder reißend beschrieben.
- Motorische Schwäche: Kraftminderung oder Lähmung der Beine (bei thorakalem oder lumbalem Hämatom) oder der Arme (bei zervikalem Hämatom).
- Sensibilitätsstörungen: Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Gefühlsverlust unterhalb der Blutungsebene.
- Blasen- und Darmstörungen: Harnverhalt, Inkontinenz oder Stuhlverhalt als Zeichen einer Kaudasyndrom-Beteiligung.
- Querschnittlähmung: Im schlimmsten Fall komplette Lähmung unterhalb der Läsionsebene.
Diagnose
Die Diagnose eines spinalen Epiduralhämatoms erfordert schnelles Handeln. Folgende Untersuchungen kommen zum Einsatz:
- MRT der Wirbelsäule: Methode der Wahl – zeigt Lage, Ausdehnung und Kompressionsgrad des Hämatoms zuverlässig und strahlungsfrei.
- CT der Wirbelsäule: Schnell verfügbar, besonders bei Notfällen oder wenn ein MRT nicht möglich ist; ergänzend zur Beurteilung knöcherner Strukturen.
- Neurologische Untersuchung: Beurteilung von Motorik, Sensibilität und Reflexen zur Einschätzung des Schweregrads.
- Laboruntersuchungen: Blutbild, Gerinnungsparameter (Quick, INR, aPTT) zur Identifikation von Risikofaktoren.
Behandlung
Das spinale Epiduralhämatom ist ein medizinischer Notfall. Das therapeutische Vorgehen richtet sich nach dem klinischen Bild und dem Zeitfenster seit Symptombeginn.
Chirurgische Behandlung
Die operative Entlastung (Laminektomie mit Hämatomausräumung) ist die Standardtherapie bei neurologischen Ausfällen. Sie sollte idealerweise innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach Symptombeginn erfolgen, da das neurologische Ergebnis stark vom Operationszeitpunkt abhängt. Je früher der Eingriff, desto besser sind die Chancen auf Erholung.
Konservative Behandlung
In ausgewählten Fällen – z. B. bei minimalen oder sich bessernden Symptomen, hohem Operationsrisiko oder vollständiger Spontanremission – kann ein konservatives Vorgehen mit engmaschiger neurologischer Überwachung und ggf. Antagonisierung von Antikoagulanzien erwogen werden.
Begleitmaßnahmen
- Sofortige Antagonisierung oder Pausierung von gerinnungshemmenden Medikamenten
- Intensivmedizinische Überwachung
- Frühzeitige Rehabilitation nach chirurgischem Eingriff
Prognose
Die Prognose hängt entscheidend von der Zeit bis zur Behandlung sowie vom Ausmaß der neurologischen Schädigung vor dem Eingriff ab. Patienten mit leichten neurologischen Defiziten und frühzeitiger Operation haben gute Chancen auf vollständige Erholung. Bei länger bestehender kompletter Lähmung kann es zu dauerhaften neurologischen Schäden kommen. Deshalb gilt: Bei Verdacht auf ein spinales Epiduralhämatom ist sofortiges ärztliches Handeln unbedingt erforderlich.
Quellen
- Kreppel D, Antoniadis G, Seeling W. Spinal hematoma: a literature survey with meta-analysis of 613 patients. Neurosurg Rev. 2003;26(1):1-49.
- Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 9th ed. Thieme Medical Publishers; 2019.
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN): Spinale epidurale Blutung – verfügbar unter www.dgn.org.
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