Stressulkus: Ursachen, Symptome und Behandlung
Ein Stressulkus ist ein akutes Magengeschwür, das durch schwere körperliche Belastung oder kritische Erkrankungen entsteht. Es kann zu gefährlichen Blutungen im Magen-Darm-Trakt führen.
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Ein Stressulkus ist ein akutes Magengeschwür, das durch schwere körperliche Belastung oder kritische Erkrankungen entsteht. Es kann zu gefährlichen Blutungen im Magen-Darm-Trakt führen.
Was ist ein Stressulkus?
Ein Stressulkus (auch Stressgeschwür genannt) ist eine akute Schädigung der Magenschleimhaut, die im Rahmen schwerer körperlicher Erkrankungen oder intensivmedizinischer Behandlungen auftreten kann. Im Gegensatz zu einem klassischen Magengeschwür, das sich über Wochen oder Monate entwickelt, entsteht ein Stressulkus innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen. Es zählt zu den ernstzunehmenden Komplikationen bei kritisch kranken Patienten und kann ohne rechtzeitige Behandlung zu lebensbedrohlichen Blutungen führen.
Ursachen und Risikofaktoren
Stressulzera entstehen, wenn der Körper unter extremem physiologischem Stress steht. Dieser Stress führt zu einer Minderdurchblutung der Magenschleimhaut sowie zu einem Ungleichgewicht zwischen schützenden und angreifenden Faktoren im Magen.
- Schwere Verbrennungen (sog. Curling-Ulkus)
- Schwere Schädel-Hirn-Traumata oder Hirnoperationen (sog. Cushing-Ulkus)
- Sepsis (lebensbedrohliche Infektion im Blut)
- Mehrfachorganversagen
- Langzeitbeatmung auf der Intensivstation (mehr als 48 Stunden)
- Gerinnungsstörungen (Koagulopathien)
- Langfristige Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac
- Schwere Traumata und große operative Eingriffe
Symptome
Stressulzera verlaufen häufig zunächst symptomlos, da kritisch kranke Patienten oft sediert oder nicht in der Lage sind, Schmerzen zu kommunizieren. Erst wenn es zu Komplikationen kommt, werden sie erkannt.
- Bluterbrechen (Hämatemesis) – Erbrechen von rotem oder kaffeesatzartigem Blut
- Teerstuhl (Meläna) – schwarzer, teerartiger Stuhl als Zeichen einer Blutung im oberen Verdauungstrakt
- Blutdruckabfall und Herzrasen als Zeichen eines Blutverlustes
- Anämie (Blutarmut) durch anhaltenden Blutverlust
- Selten: akuter Bauchschmerz bei Perforation (Durchbruch) des Geschwürs
Diagnose
Die Diagnose eines Stressulkus erfolgt in der Regel durch eine Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie, ÖGD). Dabei kann der Arzt die Schleimhautschäden direkt einsehen und gleichzeitig eine Blutung behandeln. Weitere diagnostische Maßnahmen umfassen:
- Blutbild zur Beurteilung des Blutverlustes (Hämoglobin-Wert)
- Gerinnungsparameter zur Einschätzung des Blutungsrisikos
- Bildgebung (z. B. CT) bei Verdacht auf Perforation
Behandlung
Medikamentöse Therapie
Die wichtigste medikamentöse Maßnahme ist die Hemmung der Magensäureproduktion. Eingesetzt werden vor allem:
- Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Pantoprazol oder Omeprazol – sie reduzieren die Säureproduktion im Magen effektiv und sind Mittel der ersten Wahl.
- H2-Blocker wie Ranitidin (heute weniger gebräuchlich) als Alternative.
Endoskopische Therapie
Bei aktiver Blutung kann der Arzt im Rahmen der Magenspiegelung direkt eingreifen. Mögliche Maßnahmen sind das Einspritzen von Adrenalin, das Setzen von Clips oder die Verödung der blutenden Gefäße.
Chirurgische Therapie
In seltenen Fällen, wenn die Blutung endoskopisch nicht gestillt werden kann oder eine Perforation vorliegt, ist ein operativer Eingriff notwendig.
Prophylaxe
Bei Risikopatienten – insbesondere beatmeten Intensivpatienten und Patienten mit Gerinnungsstörungen – wird eine medikamentöse Stressulkusprophylaxe mit Protonenpumpenhemmern oder H2-Blockern empfohlen, um der Entstehung eines Stressulkus vorzubeugen.
Prognose
Die Prognose eines Stressulkus hängt stark von der Grunderkrankung und dem Ausmaß der Blutung ab. Bei frühzeitiger Erkennung und konsequenter Behandlung kann die Blutung in den meisten Fällen erfolgreich gestillt werden. Unbehandelt kann ein Stressulkus jedoch lebensbedrohlich sein.
Quellen
- Bardhan KD, Muller-Lissner S, Bigard MA et al. - Symptomatic gastro-oesophageal reflux disease: double blind controlled study of intermittent treatment with omeprazole or ranitidine. BMJ, 1999.
- Cook DJ, Fuller HD, Guyatt GH et al. - Risk factors for gastrointestinal bleeding in critically ill patients. New England Journal of Medicine, 1994; 330(6): 377-381.
- Lanza FL, Chan FK, Quigley EM - Guidelines for prevention of NSAID-related ulcer complications. American Journal of Gastroenterology, 2009; 104(3): 728-738.
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