Herzfrequenzkontrolle – Definition & Therapie
Herzfrequenzkontrolle bezeichnet die gezielte Regulierung der Herzschlagrate bei Herzrhythmusstörungen. Sie dient dazu, die Herzfrequenz in einen normalen Bereich zu bringen und Beschwerden zu lindern.
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Herzfrequenzkontrolle bezeichnet die gezielte Regulierung der Herzschlagrate bei Herzrhythmusstörungen. Sie dient dazu, die Herzfrequenz in einen normalen Bereich zu bringen und Beschwerden zu lindern.
Was ist Herzfrequenzkontrolle?
Die Herzfrequenzkontrolle (auch Frequenzkontrolle genannt) ist ein medizinisches Behandlungskonzept, bei dem die Herzschlagrate eines Patienten auf einen physiologisch normalen Bereich reguliert wird. Sie wird vor allem bei Herzrhythmusstörungen wie dem Vorhofflimmern eingesetzt, bei dem das Herz zu schnell, unregelmäßig oder ineffizient schlägt. Das Ziel ist es, die Herzfrequenz so zu verlangsamen oder zu stabilisieren, dass das Herz effizienter pumpen kann und Symptome wie Schwindel, Kurzatmigkeit oder Herzrasen reduziert werden.
Ursachen einer unkontrollierten Herzfrequenz
Eine erhöhte oder unregelmäßige Herzfrequenz kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören:
- Vorhofflimmern: Die häufigste Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe des Herzens chaotisch flimmern und unkontrollierte elektrische Impulse an die Herzkammern weitergeben.
- Vorhofflattern: Ähnlich wie Vorhofflimmern, aber mit einem regelmäßigeren, schnellen Vorhofrhythmus.
- Herzinsuffizienz: Ein geschwächtes Herz kann kompensatorisch schneller schlagen.
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Erhöhte Schilddrüsenhormone können die Herzfrequenz steigern.
- Fieber, Infektionen oder Stress: Vorübergehende Faktoren, die das vegetative Nervensystem aktivieren.
Therapiekonzepte der Herzfrequenzkontrolle
In der Kardiologie unterscheidet man grundsätzlich zwei Strategien beim Vorhofflimmern: die Frequenzkontrolle und die Rhythmuskontrolle. Bei der Frequenzkontrolle wird nicht versucht, den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wiederherzustellen, sondern lediglich die Herzfrequenz in einen akzeptablen Bereich zu bringen – in der Regel unter 110 Schläge pro Minute in Ruhe.
Medikamentöse Herzfrequenzkontrolle
Die wichtigste Säule der Frequenzkontrolle ist die Pharmakotherapie. Folgende Medikamentenklassen werden eingesetzt:
- Betablocker (z. B. Metoprolol, Bisoprolol): Hemmen die Wirkung von Stresshormonen (Adrenalin) am Herzen und verlangsamen so die Herzfrequenz. Sie sind die am häufigsten verwendete Substanzklasse.
- Kalziumkanalblocker (z. B. Verapamil, Diltiazem): Verlangsamen die Überleitung elektrischer Impulse im Herzen und senken die Herzfrequenz.
- Herzglykoside (z. B. Digoxin): Erhöhen den Vagotonus und verlangsamen damit die Überleitung im AV-Knoten. Sie werden vor allem bei Herzinsuffizienz eingesetzt.
- Amiodaron: Ein Antiarrhythmikum, das auch frequenzkontrollierende Eigenschaften besitzt und bei refraktären Fällen eingesetzt werden kann.
Nicht-medikamentöse Verfahren
In bestimmten Fällen kommen auch interventionelle oder elektrophysiologische Verfahren zur Anwendung:
- AV-Knoten-Ablation: Bei dieser Katheterablation wird die elektrische Überleitung zwischen Vorhöfen und Herzkammern gezielt unterbrochen. Anschließend ist ein permanenter Herzschrittmacher erforderlich.
- Herzschrittmacher: Kann nach einer AV-Knoten-Ablation implantiert werden, um eine stabile Herzfrequenz sicherzustellen.
Diagnose und Monitoring
Die Überwachung der Herzfrequenz ist ein zentraler Bestandteil der Therapie. Folgende diagnostische Methoden werden eingesetzt:
- Elektrokardiogramm (EKG): Grundlegende Methode zur Darstellung der Herzaktivität und zur Beurteilung von Rhythmus und Frequenz.
- Langzeit-EKG (Holter-EKG): Aufzeichnung der Herzfrequenz über 24 bis 48 Stunden zur Beurteilung des Therapieerfolgs im Alltag.
- Echokardiographie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung der Herzfunktion und möglicher struktureller Ursachen.
- Pulsoxymetrie und Blutdruckmessung: Einfache Methoden zur kontinuierlichen Überwachung im klinischen Alltag.
Zielwerte der Herzfrequenzkontrolle
Gemäß den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) wird für die meisten Patienten mit Vorhofflimmern eine Ruheherzfrequenz von unter 110 Schlägen pro Minute als initiales Therapieziel empfohlen. Bei Patienten mit anhaltenden Symptomen oder Herzinsuffizienz kann ein strengeres Ziel von unter 80 Schlägen pro Minute angestrebt werden.
Risiken und Nebenwirkungen
Die medikamentöse Frequenzkontrolle kann unerwünschte Wirkungen haben. Betablocker können beispielsweise Erschöpfung, Kältegefühl in den Gliedmaßen oder eine Verschlechterung einer Atemwegserkrankung verursachen. Kalziumkanalblocker können den Blutdruck zu stark senken. Eine engmaschige ärztliche Überwachung ist daher unerlässlich.
Quellen
- Hindricks G. et al. - 2020 ESC Guidelines for the diagnosis and management of atrial fibrillation. European Heart Journal, 2021; 42(5): 373-498.
- January C.T. et al. - 2019 AHA/ACC/HRS Focused Update of the 2014 AHA/ACC/HRS Guideline for the Management of Patients With Atrial Fibrillation. Journal of the American College of Cardiology, 2019; 74(1): 104-132.
- Herold G. et al. - Innere Medizin. Selbstverlag, Koeln, 2023.
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