Artemisia annua Nebenwirkungen – Was Sie wissen müssen
Artemisia annua kann Nebenwirkungen wie Magenprobleme, Schwindel und allergische Reaktionen verursachen. Erfahren Sie, was bei der Einnahme zu beachten ist.
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Artemisia annua kann Nebenwirkungen wie Magenprobleme, Schwindel und allergische Reaktionen verursachen. Erfahren Sie, was bei der Einnahme zu beachten ist.
Was ist Artemisia annua?
Artemisia annua, auch bekannt als Einjähriger Beifuß oder Süßer Wermut, ist eine Heilpflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie stammt ursprünglich aus Asien und wird seit Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Ihr bekanntester Wirkstoff ist Artemisinin, das als Grundlage moderner Malaria-Medikamente dient. In westlichen Ländern wird Artemisia annua zunehmend als Nahrungsergänzungsmittel oder Kräutertee vermarktet, wobei die Nebenwirkungen oft unterschätzt werden.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie bei vielen pflanzlichen Präparaten können auch bei Artemisia annua unerwünschte Wirkungen auftreten, insbesondere bei längerer Einnahme oder Überdosierung.
Häufige Nebenwirkungen
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen zählen zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen.
- Schwindel und Kopfschmerzen: Einige Anwender berichten über Benommenheit und Kopfschmerzen nach der Einnahme.
- Müdigkeit: Ein allgemeines Erschöpfungsgefühl kann auftreten.
Seltene, aber ernste Nebenwirkungen
- Neurotoxizität: Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass hohe Dosen von Artemisinin-Verbindungen neurotoxisch wirken können, also das Nervensystem schädigen. Dies wurde vor allem bei anhaltend hohen Dosierungen beobachtet.
- Herzrhythmusstörungen: In seltenen Fällen wurden Veränderungen des Herzrhythmus beschrieben, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Medikamenten.
- Leberschäden: Erhöhte Leberenzymwerte wurden in Einzelfällen dokumentiert.
- Allergische Reaktionen: Da Artemisia annua zu den Korbblütlern gehört, besteht ein erhöhtes Risiko für allergische Reaktionen, besonders bei Personen mit einer Korbblütler-Allergie (z. B. Beifuß, Ambrosia, Kamille).
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Artemisia annua kann die Verstoffwechselung verschiedener Medikamente in der Leber beeinflussen, da Artemisinin das Enzym CYP2B6 induziert. Mögliche Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:
- Blutgerinnungshemmern (z. B. Warfarin)
- Immunsuppressiva
- Antiepileptika
- Antimalaria-Medikamenten (bei Kombination kann es zu verstärkten Wirkungen oder Resistenzentwicklung kommen)
Vor der Einnahme von Artemisia-annua-Präparaten sollte unbedingt Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin gehalten werden, wenn andere Medikamente eingenommen werden.
Risikogruppen
Bestimmte Personengruppen sollten auf die Einnahme von Artemisia annua verzichten oder diese nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen:
- Schwangere und Stillende: Es liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor. Artemisinin zeigte in Tierversuchen embryotoxische Effekte.
- Kinder und Jugendliche: Die Sicherheit ist für diese Altersgruppe nicht ausreichend belegt.
- Personen mit Leber- oder Nierenerkrankungen: Die Verstoffwechselung und Ausscheidung kann beeinträchtigt sein.
- Personen mit Korbblütler-Allergie: Erhöhtes Risiko für allergische Reaktionen.
- Personen mit Herzerkrankungen: Aufgrund möglicher kardiovaskulärer Effekte ist Vorsicht geboten.
Anwendung und Dosierung
In der wissenschaftlich anerkannten Medizin wird nicht die Pflanze selbst, sondern das isolierte Artemisinin oder dessen Derivate (z. B. Artemether, Artesunat) in definierten Dosierungen zur Malaria-Behandlung eingesetzt. Artemisia-annua-Präparate als Nahrungsergänzungsmittel oder Tee enthalten hingegen uneinheitliche Mengen des Wirkstoffs, was eine zuverlässige Dosierung erschwert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt ausdrücklich vor der unkontrollierten Einnahme von Artemisia-annua-Pflanzenextrakten, da dies unter anderem zur Entstehung von Artemisinin-Resistenzen bei Malaria-Erregern beitragen kann.
Wichtiger Hinweis
Artemisia annua und seine Extrakte sind kein zugelassenes Arzneimittel in Deutschland für die Behandlung von Infektionskrankheiten oder anderen Erkrankungen außerhalb klinischer Studien. Die Einnahme sollte stets mit medizinischem Fachpersonal abgesprochen werden. Bei Auftreten unerwünschter Wirkungen ist die Einnahme sofort zu beenden und ärztlicher Rat einzuholen.
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): WHO warns against use of unregistered Artemisia annua products. Genf, 2020.
- Efferth T. et al. - Toxicity of the antimalarial artemisinin and its derivatives. In: Mini-Reviews in Medicinal Chemistry, 2005.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Pflanzliche Stoffe und Zubereitungen in Nahrungsergänzungsmitteln - Bewertung von Artemisia annua. Berlin, 2021.
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