Serumlaktatmessung – Definition & klinische Bedeutung
Die Serumlaktatmessung bestimmt den Laktatspiegel im Blut und dient der Erkennung von Sauerstoffmangel, Schock oder schweren Stoffwechselstörungen.
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Die Serumlaktatmessung bestimmt den Laktatspiegel im Blut und dient der Erkennung von Sauerstoffmangel, Schock oder schweren Stoffwechselstörungen.
Was ist die Serumlaktatmessung?
Die Serumlaktatmessung ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem die Konzentration von Laktat im Blutserum oder Blutplasma bestimmt wird. Laktat entsteht als Stoffwechselprodukt, wenn Körperzellen unter Sauerstoffmangel (Hypoxie) Energie durch den sogenannten anaeroben Stoffwechsel gewinnen. Ein erhöhter Laktatspiegel im Blut kann auf eine ernsthafte medizinische Situation hinweisen und ist daher ein wichtiger Parameter in der Notfall- und Intensivmedizin.
Hintergrund: Laktat und Laktatazidose
Laktat (Milchsäure in ihrer dissoziierten Form) ist ein normales Zwischenprodukt des Energiestoffwechsels. Unter normalen Bedingungen wird es in der Leber und anderen Organen wieder abgebaut. Wenn jedoch die Sauerstoffversorgung der Gewebe unzureichend ist oder der Laktatabbbau gestört ist, steigt der Laktatspiegel im Blut an. Dieser Zustand wird als Laktatazidose bezeichnet, da der pH-Wert des Blutes durch die Anreicherung von Milchsäure sinkt.
Indikationen: Wann wird die Serumlaktatmessung eingesetzt?
Die Messung des Serumlaktats wird in verschiedenen klinischen Situationen angeordnet, insbesondere wenn der Verdacht auf eine Minderperfusion (unzureichende Durchblutung) oder einen schweren Stoffwechselnotfall besteht:
- Schock (z. B. septischer, kardiogener oder hämorrhagischer Schock)
- Sepsis und septischer Schock zur Einschätzung der Schwere und Prognose
- Verdacht auf Gewebehypoxie oder Minderperfusion von Organen
- Herzstillstand und Reanimation
- Schwere Lebererkrankungen mit gestörtem Laktatabbau
- Diabetische Ketoazidose und andere metabolische Entgleisungen
- Verdacht auf Metformin-assoziierte Laktatazidose
- Überwachung kritisch kranker Patienten auf der Intensivstation
Durchführung der Serumlaktatmessung
Fuer die Messung wird dem Patienten eine Blutprobe entnommen. In der Notfallmedizin erfolgt dies haeufig als arterielle Blutgasanalyse (BGA), da arterielles Blut praezisere Werte liefert. Alternativ kann venoeser Laktat bestimmt werden, was in der klinischen Praxis ebenfalls weit verbreitet ist. Wichtig ist, dass die Probe kuehlt und schnell ins Labor transportiert wird, da Laktat in der Probe weiter produziert werden kann und die Werte verfaelscht. Moderne Point-of-Care-Geraete ermoeglichten eine Schnellmessung direkt am Patientenbett.
Praeanalytische Hinweise
- Blutentnahme moeglichst ohne Stauung, da ein Stauschlauch die Laktatwerte erhoehen kann
- Probe auf Eis transportieren oder sofort analysieren
- Bei venoeser Entnahme keine Faust ballen lassen (erhoehte lokale Laktatproduktion)
Referenzwerte und Interpretation
Die Normalwerte fuer Serumlaktat liegen bei Erwachsenen in der Regel zwischen 0,5 und 2,0 mmol/l. Die klinische Bewertung richtet sich nach folgenden Richtwerten:
- Unter 2,0 mmol/l: Normalbefund
- 2,0 bis 4,0 mmol/l: Leicht erhoehtes Laktat, moegliche beginnende Minderperfusion oder erhoehte Laktatproduktion; klinische Bewertung erforderlich
- Ueber 4,0 mmol/l: Signifikant erhoehtes Laktat, deutlicher Hinweis auf schwere Hypoxie, Schock oder Laktatazidose; unmittelbarer Handlungsbedarf
Es ist wichtig zu beachten, dass erhöhte Laktatwerte nicht immer auf eine Hypoxie hinweisen muessen. Andere Ursachen wie intensive koerperliche Belastung, bestimmte Medikamente (z. B. Metformin, Adrenalin), Leberversagen oder seltene Enzymdefekte koennen ebenfalls zu erhoehtem Laktat fuehren.
Klinische Bedeutung und Verlaufskontrolle
Neben der einmaligen Messung spielt die Verlaufsmessung des Serumlaktats eine entscheidende Rolle, insbesondere bei der Behandlung von Sepsis und Schock. Ein sinkender Laktatspiegel unter Therapie gilt als positives Zeichen fuer eine verbesserte Gewebedurchblutung. Internationale Leitlinien wie die Surviving Sepsis Campaign empfehlen die Laktatmessung als Bestandteil des Basis-Monitorings bei schwerer Sepsis und septischem Schock. Ein Laktatwert ueber 2 mmol/l ist gemaess diesen Leitlinien ein Kriterium fuer die Diagnose eines septischen Schocks.
Grenzen der Methode
Die Serumlaktatmessung ist ein sensitiver, aber nicht spezifischer Marker. Erhoehte Werte muessen immer im klinischen Kontext interpretiert werden. Falsch hohe Werte koennen durch praenalytische Fehler entstehen. Darueber hinaus gibt der Laktatspiegel allein keine Auskunft ueber die genaue Ursache der Erhoehung.
Quellen
- Rhodes A et al. - Surviving Sepsis Campaign: International Guidelines for Management of Sepsis and Septic Shock 2016. Intensive Care Medicine, 43(3):304-377.
- Andersen LW et al. - Etiology and therapeutic approach to elevated lactate levels. Mayo Clinic Proceedings, 2013; 88(10):1127-1140.
- Deutsche Gesellschaft fuer Anaesthesiologie und Intensivmedizin (DGAI) - Leitlinien zur intensivmedizinischen Versorgung, aktuelle Fassung.
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