Septische Arthritis: Ursachen, Symptome und Behandlung
Septische Arthritis ist eine durch Bakterien oder andere Erreger verursachte Gelenkentzündung, die als medizinischer Notfall gilt und sofortige Behandlung erfordert.
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Septische Arthritis ist eine durch Bakterien oder andere Erreger verursachte Gelenkentzündung, die als medizinischer Notfall gilt und sofortige Behandlung erfordert.
Was ist Septische Arthritis?
Die septische Arthritis (auch infektiöse Arthritis oder bakterielle Gelenkinfektion genannt) ist eine ernste Entzündung eines oder mehrerer Gelenke, die durch das Eindringen von Krankheitserregern in den Gelenkraum entsteht. Am häufigsten sind Bakterien die Ursache, seltener Viren oder Pilze. Die Erkrankung gilt als medizinischer Notfall, da ohne schnelle Behandlung dauerhafte Gelenkschäden oder sogar lebensbedrohliche Komplikationen entstehen können.
Betroffen sind häufig große Gelenke wie Knie, Hüfte, Schulter oder Ellenbogen. Die septische Arthritis kann in jedem Lebensalter auftreten, betrifft jedoch besonders Kleinkinder, ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache der septischen Arthritis ist eine bakterielle Infektion. Die Erreger gelangen auf verschiedenen Wegen in das Gelenk:
- Hämatogen (über das Blut): Bakterien aus einem anderen Infektionsherd im Körper (z. B. Hautinfektion, Harnwegsinfektion, Lungenentzündung) werden über den Blutkreislauf ins Gelenk transportiert.
- Direkte Inokulation: Verletzungen, Operationen, Gelenkpunktionen oder Injektionen können Erreger direkt ins Gelenk einbringen.
- Fortgeleitete Infektion: Entzündungen aus dem umliegenden Gewebe (z. B. Osteomyelitis) breiten sich auf das Gelenk aus.
Die häufigsten Erreger sind:
- Staphylococcus aureus (häufigster Erreger bei Erwachsenen und Kindern)
- Streptokokken
- Neisseria gonorrhoeae (bei sexuell aktiven Erwachsenen)
- Haemophilus influenzae (bei Kleinkindern, heute durch Impfung selten)
- Gram-negative Bakterien (bei älteren oder immungeschwächten Patienten)
Wichtige Risikofaktoren sind:
- Rheumatoide Arthritis oder andere Gelenkerkrankungen
- Diabetes mellitus
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch HIV, Chemotherapie, Kortikosteroide)
- Intravenöser Drogenkonsum
- Gelenkprothesen (Protheseninfektionen)
- Vorausgegangene Gelenkoperationen oder -punktionen
- Hautinfektionen oder chronische Wunden
Symptome
Die Symptome der septischen Arthritis entwickeln sich meist rasch und umfassen:
- Starke Gelenkschmerzen, die sich bei Bewegung verstärken
- Schwellung und Rötung des betroffenen Gelenks
- Überwärmung im Gelenkbereich
- Eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks
- Fieber, Schüttelfrost und allgemeines Krankheitsgefühl
Bei Säuglingen und Kleinkindern können die Symptome unspezifischer sein: Reizbarkeit, Schonhaltung einer Extremität oder Bewegungsverweigerung des betroffenen Körperteils sind typische Zeichen.
Diagnose
Die Diagnose der septischen Arthritis erfordert eine rasche Abklärung. Folgende Untersuchungen sind typisch:
- Gelenkpunktion (Arthrozentese): Die wichtigste diagnostische Maßnahme. Die gewonnene Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) wird auf Zellzahl, Bakterien und andere Parameter untersucht. Eine erhöhte Leukozytenzahl (meist über 50.000 Zellen/µl) ist charakteristisch.
- Blutuntersuchungen: Erhöhte Entzündungsmarker (CRP, BSG, Leukozyten) weisen auf eine Infektion hin.
- Blut- und Gelenkflüssigkeitskulturen: Zur Identifikation des Erregers und Bestimmung der Antibiotikaempfindlichkeit.
- Bildgebung: Röntgen, Ultraschall oder MRT helfen, Gelenkerguss, Knochenbeteiligung oder andere Ursachen auszuschließen.
Behandlung
Die Behandlung der septischen Arthritis muss so schnell wie möglich beginnen, um Gelenkschäden zu verhindern. Sie umfasst zwei Hauptsäulen:
Antibiotikatherapie
Die intravenöse Antibiotikatherapie wird sofort begonnen, noch bevor der genaue Erreger identifiziert ist (kalkulierte Therapie). Nach Erhalt der Kulturbefunde wird die Therapie gezielt angepasst. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 2 bis 6 Wochen, abhängig vom Erreger und dem Ansprechen auf die Therapie.
Gelenkentlastung
Die Entleerung des infizierten Gelenkergusses ist essenziell. Dies kann erfolgen durch:
- Wiederholte Gelenkpunktionen (Nadeldrainage): Entfernung der Gelenkflüssigkeit durch Nadeleinstich, häufig für kleinere oder gut zugängliche Gelenke geeignet.
- Arthroskopische Spülung: Minimalinvasive operative Gelenkspülung und -reinigung.
- Offene chirurgische Drainage: Bei schweren Infektionen, Hüftgelenksinfektionen oder unzureichendem Ansprechen auf andere Verfahren.
Begleitende Maßnahmen
- Ruhigstellung des Gelenks in der Akutphase, gefolgt von frühzeitiger Physiotherapie zur Erhaltung der Gelenkfunktion
- Schmerztherapie
- Behandlung der Grunderkrankung oder des Ausgangsherds der Infektion
Komplikationen
Ohne rechtzeitige Behandlung kann die septische Arthritis zu schwerwiegenden Folgen führen:
- Dauerhafte Gelenkschäden und Knorpelzerstörung
- Eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit bis hin zur Gelenkversteifung (Ankylose)
- Osteomyelitis (Knochenmarksentzündung)
- Sepsis (Blutvergiftung) mit Organversagen
- Bei Kindern: Wachstumsstörungen durch Schädigung der Wachstumsfuge
Prognose
Bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung ist die Prognose der septischen Arthritis grundsätzlich gut. Je schneller die Therapie beginnt, desto geringer ist das Risiko dauerhafter Gelenkschäden. Bei verzögerter Behandlung oder bei besonders gefährdeten Patientengruppen kann es jedoch zu bleibenden Funktionseinschränkungen kommen.
Quellen
- Mathews C.J. et al. - Septic arthritis: current diagnostic and therapeutic algorithm. Current Opinion in Rheumatology, 2007; 19(5): 457-462.
- Robert Koch-Institut (RKI) - Staphylococcus aureus und MRSA: Ratgeber fuer Aerzte. Berlin, 2022.
- Kaandorp C.J.E. et al. - Incidence and sources of native and prosthetic joint infection. Annals of the Rheumatic Diseases, 1997; 56(8): 470-475.
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