Spinaler Schock – Ursachen, Symptome und Behandlung
Der spinale Schock ist ein vorübergehender Zustand nach einer Rückenmarksverletzung, bei dem alle Reflexe und motorischen Funktionen unterhalb der Verletzung vollständig ausfallen.
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Der spinale Schock ist ein vorübergehender Zustand nach einer Rückenmarksverletzung, bei dem alle Reflexe und motorischen Funktionen unterhalb der Verletzung vollständig ausfallen.
Was ist der spinale Schock?
Der spinale Schock (auch Spinalschock genannt) bezeichnet einen vorübergehenden neurologischen Zustand, der unmittelbar nach einer akuten Rückenmarksverletzung auftritt. Er ist gekennzeichnet durch den vollständigen Verlust aller motorischen, sensorischen und reflexvermittelten Funktionen unterhalb der Verletzungsstelle. Trotz des Begriffs handelt es sich dabei nicht um einen klassischen Kreislaufschock, sondern um eine spezifische neurologische Reaktion des Rückenmarks auf eine plötzliche Unterbrechung der Signalübertragung aus dem Gehirn.
Ursachen
Ein spinaler Schock kann durch verschiedene Ereignisse ausgelöst werden, die das Rückenmark akut schädigen oder traumatisch belasten:
- Traumatische Rückenmarksverletzungen durch Verkehrsunfälle, Stürze oder Sportverletzungen
- Wirbelsäulenfrakturen mit Kompression des Rückenmarks
- Tumoren oder Abszesse im Spinalkanal
- Ischämische oder hämorrhagische Schäden am Rückenmark (z. B. durch Durchblutungsstörungen)
- Iatrogene Verletzungen während chirurgischer Eingriffe an der Wirbelsäule
Symptome
Die typischen Symptome des spinalen Schocks betreffen alle Funktionen des Rückenmarks unterhalb der Läsion:
- Schlaffe Lähmung (Hypotonie der Muskulatur) unterhalb der Verletzung
- Vollständiger Sensibilitätsverlust (kein Schmerz-, Temperatur- oder Berührungsempfinden)
- Areflexie: Vollständiger Ausfall aller spinalen Reflexe, einschließlich des Kremasterreflexes und des Bulbokavernosusreflexes
- Blasen- und Darmlähmung mit Harnverhalt und Stuhlverhalt
- Verlust der autonomen Funktionen, wie Schwitzen und Vasomotorik unterhalb der Läsion
- Neurogenem Schock (Hypotonie und Bradykardie) bei hohen thorakalen oder zervikalen Verletzungen
Diagnose
Die Diagnose des spinalen Schocks erfolgt primär klinisch durch eine sorgfältige neurologische Untersuchung. Wichtige diagnostische Schritte sind:
- Neurologische Statuserhebung nach der ASIA-Klassifikation (American Spinal Injury Association) zur Bestimmung des Verletzungsniveaus und des Schweregrads
- Bildgebung: MRT der Wirbelsäule zur Darstellung von Rückenmarkskompressionen, Blutungen oder strukturellen Schäden; CT bei Verdacht auf Knochenverletzungen
- Elektrophysiologische Tests: Evoziierte Potenziale zur Beurteilung der Leitfähigkeit im Rückenmark
- Überwachung des Bulbokavernosusreflexes: Das Wiederauftreten dieses Reflexes gilt als klinisches Zeichen für das Ende des spinalen Schocks
Behandlung
Akutversorgung
Die Erstversorgung zielt darauf ab, sekundäre Schäden am Rückenmark zu verhindern und die Vitalfunktionen zu stabilisieren:
- Immobilisation der Wirbelsäule zur Verhinderung weiterer Verletzungen
- Hämodynamische Stabilisierung: Aufrechterhaltung eines mittleren arteriellen Drucks von 85–90 mmHg zur Sicherung der Rückenmarksdurchblutung
- Beatmung bei Ateminsuffizienz (besonders bei hohen zervikalen Verletzungen)
- Blasenmanagement: Einlage eines transurethralen Katheters zur Verhinderung von Harnverhalt
Medikamentöse Therapie
Es gibt derzeit keine standardisierte medikamentöse Therapie, die den spinalen Schock direkt behandelt. In der Vergangenheit wurde hochdosiertes Methylprednisolon eingesetzt, dessen Nutzen jedoch kontrovers diskutiert wird. Die aktuellen Leitlinien empfehlen seinen routinemäßigen Einsatz nicht mehr.
Rehabilitative Maßnahmen
Nach dem Abklingen des spinalen Schocks beginnt die intensive Rehabilitationsphase, die auf die Wiederherstellung oder Kompensation verlorener Funktionen abzielt:
- Physiotherapie und Ergotherapie zur Förderung der motorischen Erholung
- Neuromodulation und Elektrostimulation bei geeigneten Patienten
- Psychologische Unterstützung und soziale Rehabilitation
Verlauf und Prognose
Der spinale Schock ist in der Regel ein vorübergehender Zustand, der Stunden bis Wochen andauern kann. Das Wiederauftreten spinaler Reflexe – insbesondere des Bulbokavernosusreflexes – gilt als zuverlässiger klinischer Marker für das Ende des spinalen Schocks. Die langfristige Prognose hängt vom Ausmaß der zugrundeliegenden Rückenmarksverletzung ab. Bei vollständiger Durchtrennung des Rückenmarks verbleibt eine dauerhafte Querschnittlähmung; bei inkompletter Verletzung sind Teilremissionen möglich.
Abgrenzung: Spinaler Schock vs. Neurogener Schock
Der spinale Schock ist von dem neurogenen Schock zu unterscheiden, der ebenfalls nach Rückenmarksverletzungen auftreten kann. Während der spinale Schock primär neurologischer Natur ist (Areflexie, Lähmung), beschreibt der neurogene Schock einen hämodynamischen Zustand mit Hypotonie und Bradykardie, der durch den Ausfall des sympathischen Nervensystems verursacht wird. Beide Zustände können gleichzeitig vorliegen.
Quellen
- Ko, H.Y. - Management and Rehabilitation of Spinal Cord Injuries. Springer, 2019.
- Ditunno, J.F. et al. - Spinal shock revisited: a four-phase model. Spinal Cord, 2004; 42(7): 383-395. PubMed PMID: 15037862.
- World Health Organization (WHO) - International Perspectives on Spinal Cord Injury. WHO Press, Geneva, 2013.
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