Spindelzelle – Definition, Tumoren & Diagnose
Spindelzellen sind lang gestreckte, spindelförmige Zellen, die in verschiedenen Geweben vorkommen. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Pathologie, da sie auf bestimmte Tumorarten hinweisen können.
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Spindelzellen sind lang gestreckte, spindelförmige Zellen, die in verschiedenen Geweben vorkommen. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Pathologie, da sie auf bestimmte Tumorarten hinweisen können.
Was ist eine Spindelzelle?
Eine Spindelzelle ist eine lang gestreckte, an beiden Enden zugespitzte Zelle mit einer charakteristischen spindelförmigen Morphologie. Spindelzellen kommen natürlicherweise in verschiedenen gesunden Geweben vor, beispielsweise in der glatten Muskulatur, in Bindegewebsstrukturen und in der Gefäßwand. In der medizinischen Diagnostik sind Spindelzellen jedoch vor allem im Zusammenhang mit bestimmten gutartigen und bösartigen Tumoren von großer Bedeutung.
Vorkommen und biologische Funktion
Im normalen Körpergewebe sind spindelförmige Zellen an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt:
- Glatte Muskelzellen: In der Wand von Blutgefäßen, dem Magen-Darm-Trakt und anderen Hohlorganen sind spindelförmige glatte Muskelzellen für die unwillkürliche Kontraktion zuständig.
- Fibroblasten: Diese spindelförmigen Bindegewebszellen produzieren Kollagen und andere extrazelluläre Matrixproteine, die für die Strukturintegrität von Geweben notwendig sind.
- Myofibroblasten: Eine funktionelle Zwischenform zwischen Fibroblasten und glatten Muskelzellen, die besonders bei der Wundheilung eine Rolle spielen.
- Schwann-Zellen: Spindelförmige Zellen des peripheren Nervensystems, die Nervenfasern ummanteln und isolieren.
Spindelzellen in der Pathologie und Tumordiagnostik
In der pathologischen Diagnostik bezeichnet man Tumoren, die überwiegend aus Spindelzellen bestehen, als Spindelzelltumoren. Diese können sowohl gutartig (benigne) als auch bösartig (maligne) sein. Die Abgrenzung zwischen benignen und malignen Spindelzelltumoren ist oft komplex und erfordert eine sorgfältige histologische und immunhistochemische Untersuchung.
Gutartige Spindelzelltumoren
- Leiomyom: Ein gutartiger Tumor der glatten Muskulatur, häufig in der Gebärmutter (Uterusmyom).
- Neurofibrom: Ein gutartiger Tumor, der von Schwann-Zellen und Fibroblasten des peripheren Nervensystems ausgeht.
- Dermatofibrom: Ein häufiger, gutartiger Hauttumor, der aus spindelförmigen Fibroblasten besteht.
Bösartige Spindelzelltumoren
- Leiomyosarkom: Ein bösartiger Tumor der glatten Muskulatur mit spindelförmigen Tumorzellen.
- Fibrosarkom: Ein maligner Tumor fibroblastischen Ursprungs.
- Spindelzellkarzinom: Eine aggressive Variante verschiedener Karzinome (z. B. Plattenepithelkarzinom), bei der die Tumorzellen eine spindelförmige Morphologie annehmen.
- Spindelzellmelanom: Eine seltene, besonders aggressive Form des Melanoms, bei der die Melanomzellen spindelförmig erscheinen.
- Synovialsarkom: Ein bösartiger Weichteiltumor, der häufig spindelförmige Zellen enthält.
Diagnose
Die Diagnose eines Spindelzelltumors erfolgt in der Regel durch eine Biopsie mit anschließender histologischer Untersuchung des Gewebes. Weitere diagnostische Schritte umfassen:
- Immunhistochemie (IHC): Durch den Nachweis spezifischer Proteine (Marker) wie Vimentin, Desmin, S-100, CD34 oder SMA (glattmuskuläres Aktin) kann der zelluläre Ursprung des Tumors bestimmt werden.
- Molekularpathologie: Gentests und Chromosomenanalysen helfen, zwischen verschiedenen Spindelzelltumoren zu differenzieren und therapeutisch relevante Mutationen zu identifizieren.
- Bildgebung: MRT (Magnetresonanztomographie) und CT (Computertomographie) dienen der Beurteilung von Ausdehnung, Lage und Metastasierung des Tumors.
Behandlung
Die Behandlung von Spindelzelltumoren richtet sich nach Art, Dignität (gutartig oder bösartig), Lokalisation und Stadium des Tumors:
- Chirurgische Resektion: Die vollständige operative Entfernung ist bei den meisten Spindelzelltumoren die Therapie der Wahl.
- Strahlentherapie: Wird häufig ergänzend bei malignen Spindelzelltumoren eingesetzt, insbesondere wenn eine vollständige Entfernung nicht möglich ist.
- Chemotherapie: Bei bestimmten malignen Spindelzelltumoren (z. B. Weichteilsarkomen) kann eine Chemotherapie sinnvoll sein.
- Zielgerichtete Therapien: Bei einigen Tumorarten sind molekular zielgerichtete Medikamente verfügbar, die spezifische genetische Veränderungen in den Tumorzellen angreifen.
Quellen
- Weiss SW, Goldblum JR. Enzinger and Weiss's Soft Tissue Tumors. 6. Auflage. Elsevier Saunders, 2014.
- Fletcher CDM, Bridge JA, Hogendoorn PCW, Mertens F (Hrsg.). WHO Classification of Tumours of Soft Tissue and Bone. 4. Auflage. IARC Press, Lyon, 2013.
- Böcker W, Denk H, Heitz PhU, Höfler G, Kreipe H, Moch H (Hrsg.). Pathologie. 5. Auflage. Elsevier/Urban & Fischer, München, 2012.
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