Splenomegalie – Ursachen, Symptome und Behandlung
Splenomegalie bezeichnet die krankhafte Vergrößerung der Milz. Sie ist meist Folge einer Grunderkrankung und wird durch Bildgebung diagnostiziert.
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Splenomegalie bezeichnet die krankhafte Vergrößerung der Milz. Sie ist meist Folge einer Grunderkrankung und wird durch Bildgebung diagnostiziert.
Was ist eine Splenomegalie?
Der Begriff Splenomegalie bezeichnet eine krankhafte Vergrößerung der Milz über ihr normales Maß hinaus. Die Milz ist ein wichtiges Organ des Immunsystems und des Blutkreislaufs, das im linken Oberbauch liegt. Sie filtert das Blut, speichert Blutkörperchen und bekämpft Krankheitserreger. Bei Erwachsenen gilt eine Milzgröße von mehr als 12 cm in der Längsachse als vergrößert. Eine besonders stark ausgeprägte Vergrößerung wird als Megalosplenomegalie bezeichnet.
Ursachen
Eine Splenomegalie ist in der Regel kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Zeichen einer zugrunde liegenden Erkrankung. Die häufigsten Ursachen lassen sich in mehrere Kategorien einteilen:
Infektionskrankheiten
- Virusinfektionen: z. B. Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber), Zytomegalievirus, HIV
- Bakterielle Infektionen: z. B. Sepsis, Typhus, bakterielle Endokarditis
- Parasitäre Erkrankungen: z. B. Malaria, Leishmaniose, Toxoplasmose
Hämatologische Erkrankungen
- Leukämien (z. B. chronisch-myeloische Leukämie)
- Lymphome (z. B. Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphome)
- Hämolytische Anämien (z. B. Sichelzellanämie, hereditäre Sphärozytose)
- Myelofibrose
Erkrankungen der Leber und des Pfortadersystems
- Leberzirrhose mit portaler Hypertension (erhöhter Druck im Pfortaderkreislauf)
- Pfortaderthrombose
- Rechtsherzinsuffizienz (Rückstau des Blutes)
Immunologische und entzündliche Erkrankungen
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
- Rheumatoide Arthritis (Felty-Syndrom)
- Sarkoidose
Stoffwechselerkrankungen
- Morbus Gaucher
- Morbus Niemann-Pick
- Amyloidose
Symptome
Eine leichte Splenomegalie verursacht häufig keine Beschwerden und wird zufällig entdeckt. Bei ausgeprägter Vergrößerung können folgende Symptome auftreten:
- Druck- oder Völlegefühl im linken Oberbauch, besonders nach dem Essen
- Schmerzen im linken Oberbauch, die in die linke Schulter ausstrahlen können
- Früh einsetzende Sättigung beim Essen (durch Verdrängung des Magens)
- Allgemeine Schwäche und Müdigkeit
- Zeichen einer Hypersplenismus: Blutarmut (Anämie), Infektanfälligkeit (Leukopenie), erhöhte Blutungsneigung (Thrombozytopenie) durch übermäßigen Abbau von Blutzellen in der vergrößerten Milz
In seltenen Fällen kann eine stark vergrößerte Milz spontan oder durch Trauma rupturieren (reißen), was einen lebensbedrohlichen Notfall darstellt.
Diagnose
Die Diagnose einer Splenomegalie erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
- Körperliche Untersuchung: Abtasten (Palpation) und Abklopfen (Perkussion) des Bauches. Eine tastbare Milz ist in der Regel bereits deutlich vergrößert.
- Ultraschall (Sonographie): Standardmethode zur Größenbestimmung und Beurteilung der Milzstruktur.
- CT oder MRT: Bei unklaren Befunden oder zur detaillierten Diagnostik, z. B. zum Ausschluss von Tumoren oder Zysten.
- Blutuntersuchungen: Blutbild, Leberwerte, Entzündungsmarker, serologische Tests auf Infektionskrankheiten.
- Knochenmarkbiopsie: Bei Verdacht auf hämatologische Erkrankungen.
Behandlung
Die Behandlung der Splenomegalie richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Erkrankung:
- Infektionen: Antivirale, antibiotische oder antiparasitäre Therapie
- Hämatologische Erkrankungen: Chemotherapie, Strahlentherapie, gezielte Medikamente oder Stammzelltransplantation
- Portale Hypertension: Behandlung der Lebererkrankung, ggf. Einlage eines TIPS (transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt)
- Hypersplenismus: In schweren Fällen kann eine operative Entfernung der Milz (Splenektomie) notwendig sein. Vorher sollten Schutzimpfungen gegen bekapselte Bakterien (z. B. Pneumokokken, Meningokokken, Haemophilus influenzae) erfolgen.
Patientinnen und Patienten mit einer vergrößerten Milz sollten Kontaktsportarten und körperliche Aktivitäten mit hohem Verletzungsrisiko meiden, da die Milz anfälliger für Rupturen ist.
Quellen
- Herold G. et al. - Innere Medizin 2023. Eigenverlag, Köln, 2023.
- Longo DL, Fauci AS et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage. McGraw-Hill Education, 2022.
- Wilkins BS - The spleen. In: Underwood's Pathology, 7. Auflage. Elsevier, 2019.
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