Staphylokokken: Infektionen, Symptome & Behandlung
Staphylokokken sind kugelförmige Bakterien, die auf der Haut und Schleimhäuten vorkommen. Sie können harmlos sein oder schwere Infektionen auslösen.
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Staphylokokken sind kugelförmige Bakterien, die auf der Haut und Schleimhäuten vorkommen. Sie können harmlos sein oder schwere Infektionen auslösen.
Was sind Staphylokokken?
Staphylokokken (lateinisch: Staphylococcus) sind kugelförmige, grampositive Bakterien, die in traubenartigen Haufen wachsen. Sie gehören zur normalen Bakterienflora des Menschen und besiedeln häufig Haut, Nase und Schleimhäute, ohne unmittelbar Krankheiten zu verursachen. Unter bestimmten Bedingungen – etwa bei geschwächtem Immunsystem oder bei Verletzungen der Hautbarriere – können sie jedoch ernsthafte Infektionen hervorrufen.
Arten von Staphylokokken
Es gibt mehr als 40 bekannte Arten von Staphylokokken. Medizinisch besonders relevant sind:
- Staphylococcus aureus: Die häufigste krankheitserregende Art. Sie kann eine Vielzahl von Infektionen verursachen, von Hautinfektionen bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Sepsis oder Lungenentzündung.
- Staphylococcus epidermidis: Häufig auf der Haut zu finden, bei gesunden Menschen harmlos, kann aber bei immungeschwächten Personen oder über Fremdkörper wie Katheter Infektionen verursachen.
- Staphylococcus saprophyticus: Häufige Ursache von Harnwegsinfektionen, besonders bei jungen Frauen.
Ursachen und Übertragungswege
Staphylokokken werden hauptsächlich durch direkten Kontakt übertragen. Mögliche Übertragungswege sind:
- Direkter Haut-zu-Haut-Kontakt mit infizierten Personen
- Kontakt mit kontaminierten Gegenständen oder Oberflächen
- Tröpfcheninfektion über die Atemwege
- Kontaminierte Lebensmittel (Staphylokokken-Enterotoxine)
- Medizinische Eingriffe, Katheter oder Implantate (nosokomiale Infektionen)
Symptome
Die Symptome einer Staphylokokken-Infektion hängen stark davon ab, welche Körperregion betroffen ist:
- Haut und Weichteilgewebe: Furunkel, Karbunkel, Abszesse, Wundinfektionen, Impetigo (ansteckende Borkenflechte), das Staphylococcal Scalded Skin Syndrome (SSSS)
- Atemwege: Lungenentzündung (Pneumonie), besonders nach Virusinfektionen wie Influenza
- Blutvergiftung (Sepsis): Hohes Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufversagen – ein medizinischer Notfall
- Infektiöse Endokarditis: Entzündung der Herzinnenhaut, häufig bei intravenösem Drogenkonsum oder nach Herzoperationen
- Lebensmittelvergiftung: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall – meist innerhalb von 1 bis 6 Stunden nach dem Verzehr kontaminierter Speisen
- Harnwegsinfektionen: Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang
Diagnose
Die Diagnose einer Staphylokokken-Infektion erfolgt durch:
- Mikrobiologische Kulturen: Abstrich, Blut-, Urin- oder Wundkulturen zur Anzucht und Identifikation des Erregers
- Antibiogramm: Testung der Empfindlichkeit des Erregers gegenüber Antibiotika – besonders wichtig zur Erkennung von Resistenzen wie MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus)
- Bildgebung: Ultraschall, CT oder MRT bei tiefen Gewebeinfektionen oder Endokarditis
- Echokardiographie: Ultraschall des Herzens bei Verdacht auf Endokarditis
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Art und Schwere der Infektion sowie dem Resistenzprofil des Erregers:
- Antibiotika: Bei empfindlichen Staphylococcus aureus-Stämmen kommen Penicillinase-feste Penicilline (z. B. Flucloxacillin) oder Cephalosporine zum Einsatz. Bei MRSA werden Reserveantibiotika wie Vancomycin oder Linezolid verwendet.
- Chirurgische Drainage: Abszesse müssen häufig chirurgisch eröffnet und drainiert werden, da Antibiotika allein oft nicht ausreichen.
- Entfernung von Fremdkörpern: Infizierte Katheter, Implantate oder Herzschrittmacher müssen unter Umständen entfernt werden.
- Supportive Therapie: Bei schweren Infektionen wie Sepsis ist eine intensivmedizinische Behandlung notwendig.
MRSA – Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
MRSA ist eine besonders gefürchtete Form von Staphylococcus aureus, die gegen die meisten herkömmlichen Antibiotika resistent ist. MRSA-Infektionen treten häufig in Krankenhäusern (Hospital-acquired MRSA, HA-MRSA) oder in der Gemeinschaft (Community-acquired MRSA, CA-MRSA) auf. Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, Desinfektion und Isolationsmaßnahmen bei betroffenen Patienten sind entscheidend zur Eindämmung.
Prävention
Um Staphylokokken-Infektionen zu vermeiden, empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen
- Wunden sorgfältig reinigen und abdecken
- Keine gemeinsame Nutzung von Handtüchern, Rasierklingen oder anderen persönlichen Gegenständen
- Einhaltung von Hygienestandards in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
- Sichere Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Staphylokokken – Infektionskrankheiten A-Z. www.rki.de (2023)
- Lowy, F.D.: Staphylococcus aureus infections. New England Journal of Medicine, 339(8):520-532 (1998)
- Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Staphylokokken-Infektionen. www.dgi-net.de (2022)
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