Streptococcus pneumoniae – Pneumokokken erklärt
Streptococcus pneumoniae ist ein kugelförmiges Bakterium, das häufig Lungen- und Hirnhautentzündungen verursacht. Es zählt zu den bedeutendsten bakteriellen Krankheitserregern weltweit.
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Streptococcus pneumoniae ist ein kugelförmiges Bakterium, das häufig Lungen- und Hirnhautentzündungen verursacht. Es zählt zu den bedeutendsten bakteriellen Krankheitserregern weltweit.
Was ist Streptococcus pneumoniae?
Streptococcus pneumoniae, auch als Pneumokokke bezeichnet, ist ein grampositives, kugelförmiges Bakterium (Kokkus), das paarweise oder in kurzen Ketten vorkommt. Es gehört zur Gattung der Streptokokken und ist einer der häufigsten und gefährlichsten bakteriellen Krankheitserreger beim Menschen. Pneumokokken besiedeln häufig die oberen Atemwege gesunder Menschen, ohne Beschwerden zu verursachen – können jedoch unter bestimmten Umständen schwere Infektionskrankheiten auslösen.
Übertragung und Risikofaktoren
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, also durch das Einatmen von Atemwegssekreten infizierter Personen. Auch eine direkte Schleimhautkontaktübertragung ist möglich. Bestimmte Personengruppen tragen ein erhöhtes Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen:
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren
- Ältere Menschen ab 65 Jahren
- Personen mit geschwächtem Immunsystem (z. B. HIV-Infektion, Chemotherapie)
- Patienten mit chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, COPD)
- Personen ohne funktionierende Milz (Asplenie)
Durch Pneumokokken verursachte Erkrankungen
Streptococcus pneumoniae kann eine Vielzahl von Krankheitsbildern hervorrufen, die in zwei Hauptgruppen unterteilt werden:
Invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPE)
- Pneumokokken-Pneumonie: Bakterielle Lungenentzündung, häufigste lebensbedrohliche Manifestation bei Erwachsenen
- Bakterielle Meningitis: Hirnhautentzündung, oft mit schwerem Verlauf und möglichen Langzeitfolgen
- Sepsis/Bakteriämie: Blutvergiftung durch Eindringen der Bakterien in den Blutkreislauf
Nicht-invasive Pneumokokken-Erkrankungen
- Otitis media: Mittelohrentzündung, häufig bei Kindern
- Sinusitis: Nasennebenhöhlenentzündung
- Bronchitis: Entzündung der Bronchien
Symptome
Die Symptome hängen stark von der betroffenen Körperregion ab. Typische Allgemeinsymptome umfassen:
- Hohes Fieber und Schüttelfrost
- Starke Abgeschlagenheit und Schwäche
- Schmerzen im betroffenen Bereich (z. B. Brustschmerzen bei Pneumonie, Kopfschmerzen bei Meningitis)
- Atemnot (bei Pneumonie)
- Nackensteifigkeit und Lichtempfindlichkeit (bei Meningitis)
- Verwirrungszustände, insbesondere bei älteren Patienten
Diagnose
Die Diagnose einer Pneumokokken-Infektion erfolgt durch verschiedene labormedizinische Verfahren:
- Blutkulturen: Nachweis von Bakterien im Blut bei Verdacht auf Sepsis oder Bakteriämie
- Sputumkultur: Untersuchung des Auswurfs bei Lungenentzündung
- Liquoranalyse: Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit bei Verdacht auf Meningitis
- Urin-Antigentest: Schnelltest zum Nachweis von Pneumokokken-Antigenen im Urin
- Polymerase-Kettenreaktion (PCR): Molekularbiologischer Erregernachweis
Behandlung
Die Behandlung von Pneumokokken-Infektionen erfolgt primär mit Antibiotika. Mittel der ersten Wahl sind:
- Penicillin G oder Amoxicillin bei sensiblen Stämmen
- Cephalosporine der dritten Generation (z. B. Ceftriaxon) bei schweren Infektionen oder Penicillin-Resistenz
- Makrolide oder Fluorchinolone als Alternativen bei Penicillin-Allergie
Bei schweren Verläufen wie Meningitis oder Sepsis ist eine stationäre Behandlung auf der Intensivstation notwendig. Die zunehmende Antibiotikaresistenz von Pneumokokken stellt eine wachsende klinische Herausforderung dar.
Impfung und Prävention
Die effektivste Präventionsmaßnahme ist die Pneumokokken-Schutzimpfung. Es stehen zwei Impfstofftypen zur Verfügung:
- Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23): Schützt gegen 23 Serotypen, empfohlen für Erwachsene ab 60 Jahren und Risikopatienten
- Konjugatimpfstoffe (PCV13, PCV15, PCV20): Schützen gegen 13, 15 oder 20 Serotypen, empfohlen für Säuglinge und Kleinkinder sowie bestimmte Risikogruppen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland empfiehlt die Pneumokokken-Impfung für alle Säuglinge sowie für Erwachsene ab 60 Jahren und Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI) – Pneumokokken-Erkrankungen: Epidemiologie und Prävention. RKI-Ratgeber, 2022. Verfügbar unter: https://www.rki.de
- World Health Organization (WHO) – Pneumococcal disease. WHO Fact Sheet, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Lode H, Allewelt M – Pneumokokken-Pneumonie: Diagnostik und Therapie. Deutsches Ärzteblatt, 2019; 116(21): 362–369.
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