Herzrandmarkierung – Bedeutung im Röntgenbild
Die Herzrandmarkierung beschreibt die sichtbaren Konturen des Herzens im Röntgenbild. Sie dient der Beurteilung von Herzgröße, -form und möglichen Erkrankungen.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Herzrandmarkierung"
Die Herzrandmarkierung beschreibt die sichtbaren Konturen des Herzens im Röntgenbild. Sie dient der Beurteilung von Herzgröße, -form und möglichen Erkrankungen.
Was ist die Herzrandmarkierung?
Die Herzrandmarkierung bezeichnet die Darstellung und Beurteilung der äußeren Konturen des Herzens, wie sie im konventionellen Röntgenbild des Brustkorbs (Thoraxröntgen) sichtbar werden. Die Herzsilhouette wird durch die angrenzenden luftgefüllten Lungenabschnitte hervorgehoben, sodass die einzelnen Herzabschnitte und die großen Gefäße klar abgrenzbar erscheinen. Die Herzrandmarkierung ist ein grundlegendes diagnostisches Werkzeug in der bildgebenden Medizin.
Anatomische Grundlagen
Im Röntgenbild des Brustkorbs in der sogenannten posterior-anterioren (p.-a.) Projektion lassen sich folgende anatomische Strukturen am Herzrand identifizieren:
- Rechter Herzrand: Gebildet durch den rechten Vorhof (Atrium dextrum) sowie die Vena cava superior im oberen Anteil.
- Linker Herzrand: Zusammengesetzt aus dem Aortenbogen (Aortenknopf), dem Pulmonalarteriensegment, dem linken Herzohr (Auricula sinistra) und dem linken Ventrikel.
- Unterer Herzrand: Wird hauptsächlich durch den rechten Ventrikel und teilweise den linken Ventrikel geformt.
Diese Strukturen formen gemeinsam die charakteristische Herzsilhouette, anhand derer Radiologen und Kardiologen wichtige Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Herzens ziehen können.
Klinische Bedeutung
Die Beurteilung der Herzrandmarkierung liefert wertvolle Hinweise auf eine Vielzahl von Erkrankungen des Herzens und der angrenzenden Gefäße:
- Herzvergrößerung (Kardiomegalie): Eine Verbreiterung des Herzschattens kann auf eine Herzinsuffizienz, Kardiomyopathie oder einen Perikarderguss hinweisen.
- Veränderungen einzelner Herzabschnitte: Eine Vergrößerung des linken Ventrikels kann auf einen Bluthochdruck oder eine Aortenklappenerkrankung hindeuten; eine Vergrößerung des rechten Ventrikels auf ein Cor pulmonale (rechtsseitige Herzbelastung durch Lungenerkrankungen).
- Prominenter Aortenknopf: Kann auf eine Aortendilatation oder Atherosklerose hinweisen.
- Mediastinalverbreiterung: Eine Verbreiterung des oberen Herzrandes kann auf ein Aortenaneurysma oder vergrößerte Lymphknoten hindeuten.
Diagnose und Untersuchungsmethoden
Die Herzrandmarkierung wird primär mittels des konventionellen Thoraxröntgens beurteilt. Dabei werden folgende Maße und Verhältnisse bestimmt:
- Kardiothorakaler Index (CTI): Das Verhältnis des größten Querdurchmessers des Herzens zum größten Querdurchmesser des Brustkorbs. Ein CTI von mehr als 0,5 gilt als Hinweis auf eine Herzvergrößerung.
- Herzform und Herzlage: Beurteilung der Herzachse sowie auffälliger Formveränderungen.
Ergänzend zur Röntgenaufnahme werden bei Bedarf weitere bildgebende Verfahren eingesetzt:
- Echokardiographie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zur detaillierten Darstellung der Herzstrukturen.
- Computertomographie (CT): Für eine dreidimensionale Darstellung des Herzens und der großen Gefäße.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Hochauflösende Darstellung des Herzgewebes ohne Strahlenbelastung.
Pathologische Befunde und ihre Bedeutung
Verschiedene Erkrankungen gehen mit charakteristischen Veränderungen der Herzrandmarkierung einher:
- Mitralklappenstenose: Vergrößerung des linken Vorhofs und des Pulmonalarteriensegments führen zu einer typischen Herzform mit geradem oder konvexem linken Herzrand.
- Herzinsuffizienz: Globale Herzvergrößerung, häufig begleitet von Zeichen der pulmonalen Stauung.
- Perikarderguss: Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel erzeugt eine charakteristische beutelförmige, symmetrisch vergrößerte Herzsilhouette.
- Fallot-Tetralogie: Bei dieser angeborenen Herzfehlbildung entsteht das sogenannte Holzschuhherz (Coeur en sabot) als charakteristischer radiologischer Befund.
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag Gerd Herold, Köln, 2023.
- Prokop, M. & Galanski, M. - Ganzkörper-Computertomographie. Thieme Verlag, Stuttgart, 2007.
- World Health Organization (WHO) - Cardiovascular Diseases Fact Sheet. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds) (Zugriff 2024).
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieAbdominalganglion
Quecksilbertest
Bioelektrische Impedanz
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Herzrandmarkierung + Herzrandmarkierungen