Bipolar – Ursachen, Symptome und Behandlung
Bipolar bezeichnet eine psychische Erkrankung mit wiederkehrenden Stimmungsschwankungen zwischen Manie und Depression. Sie betrifft das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "bipolar"
Bipolar bezeichnet eine psychische Erkrankung mit wiederkehrenden Stimmungsschwankungen zwischen Manie und Depression. Sie betrifft das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen.
Was bedeutet bipolar?
Der Begriff bipolar beschreibt eine psychische Erkrankung, die auch als bipolare Störung oder früher als manisch-depressive Erkrankung bekannt ist. Sie ist durch extreme Stimmungsschwankungen gekennzeichnet, die zwischen zwei Polen wechseln: einerseits Manie (übertriebene Hochstimmung, Antriebssteigerung) und andererseits Depression (tiefe Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit). Diese Phasen können Tage, Wochen oder Monate andauern und beeinflussen das tägliche Leben der Betroffenen erheblich.
Ursachen
Die genauen Ursachen der bipolaren Störung sind noch nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
- Genetische Veranlagung: Bipolare Störungen treten häufiger in Familien auf, was auf eine erbliche Komponente hinweist.
- Neurobiologische Faktoren: Veränderungen in der Aktivität bestimmter Botenstoffe im Gehirn, wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, spielen eine Rolle.
- Umweltfaktoren: Belastende Lebensereignisse, Schlafmangel oder chronischer Stress können Episoden auslösen oder verschlimmern.
- Psychosoziale Einflüsse: Traumatische Erlebnisse in der Kindheit oder anhaltende psychische Belastungen können das Risiko erhöhen.
Symptome
Manische Phase
- Gehobene oder gereizte Stimmung
- Verringertes Schlafbedürfnis
- Gedankenrasen und übermäßige Redseligkeit
- Übersteigertes Selbstwertgefühl oder Größengefühl
- Impulsives und risikoreiches Verhalten
Depressive Phase
- Anhaltende Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit
- Verlust von Interesse und Freude an Aktivitäten
- Erschöpfung und Energiemangel
- Konzentrationsprobleme
- Schlafstörungen (zu viel oder zu wenig Schlaf)
- Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid
Hypomanie und gemischte Episoden
Bei der Bipolar-II-Störung treten anstelle vollständiger Manien sogenannte hypomane Phasen auf, die weniger stark ausgeprägt sind. Bei gemischten Episoden können Symptome beider Pole gleichzeitig auftreten, was die Diagnose erschwert.
Diagnose
Die Diagnose einer bipolaren Störung wird von einem Psychiater oder Psychologen gestellt. Es gibt keinen einfachen Blut- oder Labortest – die Diagnose basiert auf:
- Ausführlichen klinischen Gesprächen und Anamnese
- Standardisierten psychiatrischen Befragungsinstrumenten (z. B. SCID oder MDQ)
- Beobachtung des Verlaufs über einen längeren Zeitraum
- Ausschluss organischer Ursachen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen) durch Laboruntersuchungen
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Bipolar I (mit vollständigen Manien) und Bipolar II (mit Hypomanien und Depressionen), da dies die Behandlung beeinflusst.
Behandlung
Medikamentöse Therapie
Die Behandlung zielt darauf ab, akute Episoden zu behandeln und erneute Phasen zu verhindern (Phasenprophylaxe). Häufig eingesetzte Medikamente sind:
- Stimmungsstabilisatoren wie Lithium oder Valproinsäure
- Atypische Antipsychotika wie Quetiapin, Olanzapin oder Aripiprazol
- Antidepressiva (nur in Kombination mit Stimmungsstabilisatoren, um manische Episoden zu vermeiden)
Psychotherapie
Psychotherapeutische Ansätze unterstützen die medikamentöse Behandlung und helfen Betroffenen, mit ihrer Erkrankung umzugehen:
- Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
- Psychoedukation (Aufklärung über die Erkrankung)
- Interpersonelle und soziale Rhythmustherapie (IPSRT)
- Familientherapie
Lebensstilanpassungen
Regelmäßige Schlafzeiten, strukturierte Tagesabläufe, der Verzicht auf Alkohol und Drogen sowie regelmäßige körperliche Bewegung können dazu beitragen, Episoden zu verringern.
Verlauf und Prognose
Die bipolare Störung ist eine chronische Erkrankung, die jedoch mit der richtigen Behandlung gut kontrolliert werden kann. Viele Betroffene führen mit geeigneter Therapie ein stabiles und erfülltes Leben. Frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung verbessern die Prognose erheblich.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) – S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen (2023).
- World Health Organization (WHO) – Mental disorders fact sheet. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-disorders
- Goodwin FK, Jamison KR – Manic-Depressive Illness: Bipolar Disorders and Recurrent Depression. Oxford University Press, 2. Auflage (2007).
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieLigamentum hepatoduodenale
Major Basic Protein
Millard-Gubler-Syndrom
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: bipolar + Bipolar + bipolär + Bipolär