Borderline-Störung: Symptome, Ursachen & Behandlung
Die Borderline-Störung ist eine psychische Erkrankung mit starken Stimmungsschwankungen, Impulsivität und instabilen Beziehungen. Sie ist behandelbar.
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Die Borderline-Störung ist eine psychische Erkrankung mit starken Stimmungsschwankungen, Impulsivität und instabilen Beziehungen. Sie ist behandelbar.
Was ist die Borderline-Störung?
Die Borderline-Störung, auch Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) oder emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt, ist eine schwere psychische Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Verhalten eines Menschen tiefgreifend beeinflusst. Betroffene erleben intensive und schnell wechselnde Emotionen, haben Schwierigkeiten, stabile Beziehungen aufzubauen, und kämpfen häufig mit einem instabilen Selbstbild. Die Erkrankung beginnt meist im Jugendalter oder frühen Erwachsenenalter und betrifft schätzungsweise 1,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung.
Ursachen
Die genauen Ursachen der Borderline-Störung sind noch nicht vollständig erforscht. Es wird von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren ausgegangen:
- Genetische Faktoren: Eine familiäre Häufung der Erkrankung legt eine erbliche Komponente nahe.
- Neurologische Faktoren: Veränderungen in bestimmten Hirnregionen, insbesondere im limbischen System, das für die Emotionsregulation zuständig ist, spielen eine Rolle.
- Traumatische Erlebnisse: Viele Betroffene berichten von Missbrauch, Vernachlässigung oder dem Verlust einer Bezugsperson in der Kindheit.
- Ungünstige Umgebungsfaktoren: Ein instabiles oder belastendes familiäres Umfeld während der Kindheit kann das Risiko erhöhen.
Symptome
Die Borderline-Störung äußert sich in einer Vielzahl von Symptomen, die von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Die wichtigsten Merkmale umfassen:
- Emotionale Instabilität: Extrem schnelle und intensive Stimmungswechsel, die Minuten bis Stunden andauern können.
- Instabile Beziehungen: Wechsel zwischen Idealisierung und Abwertung von nahestehenden Personen (auch als schwarzweißes Denken oder Spaltung bezeichnet).
- Chronisches Gefühl der Leere: Anhaltende innere Leere und Langeweile.
- Impulsivität: Riskantes Verhalten wie übermäßige Ausgaben, rücksichtsloses Fahren, Substanzmissbrauch oder riskante sexuelle Aktivitäten.
- Selbstverletzendes Verhalten: Selbstverletzung oder suizidale Gedanken als Reaktion auf unerträgliche innere Anspannung.
- Identitätsstörung: Instabiles Selbstbild und unsicheres Gefühl der eigenen Identität.
- Angst vor dem Verlassenwerden: Intensive Bemühungen, reales oder eingebildetes Verlassenwerden zu verhindern.
- Dissoziative Zustände: Vorübergehende Zustände des Gefühls der Unwirklichkeit oder des Gefühls, sich selbst von außen zu beobachten.
Diagnose
Die Diagnose der Borderline-Störung erfolgt durch einen Psychiater oder Psychotherapeuten auf Basis eines ausführlichen klinischen Gesprächs. Als Grundlage dienen die diagnostischen Kriterien des DSM-5 (Diagnostischer und Statistischer Leitfaden Psychischer Störungen) oder der ICD-10/ICD-11 (Internationale Klassifikation der Krankheiten). Für die Diagnose müssen mindestens fünf von neun definierten Kriterien erfüllt sein. Standardisierte Fragebögen und strukturierte Interviews können die Diagnosestellung unterstützen. Eine sorgfältige Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen wie bipolarer Störung, PTBS oder Depression ist wichtig.
Behandlung
Die Borderline-Störung ist mit der richtigen Behandlung gut therapierbar. Eine Kombination aus Psychotherapie und bei Bedarf medikamentöser Unterstützung gilt als wirksamster Ansatz.
Psychotherapie
- Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT): Die von Marsha Linehan entwickelte DBT ist die am besten erforschte und wirksamste Therapieform bei BPS. Sie kombiniert kognitive Verhaltenstherapie mit Achtsamkeitsübungen und lehrt Betroffene, Emotionen zu regulieren, Stress zu bewältigen und zwischenmenschliche Fertigkeiten zu verbessern.
- Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT): Diese Therapieform zielt darauf ab, die Fähigkeit zur Mentalisierung (das Verstehen der eigenen Gedanken und Gefühle sowie die der anderen) zu verbessern.
- Schematherapie: Hilft dabei, dysfunktionale Denk- und Verhaltensmuster, die in der Kindheit entstanden sind, zu erkennen und zu verändern.
- Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP): Ein psychodynamisches Verfahren, das sich auf die therapeutische Beziehung konzentriert.
Medikamentöse Behandlung
Es gibt keine spezifisch für die BPS zugelassenen Medikamente. Bestimmte Symptome wie Stimmungsschwankungen, Angst oder Impulsivität können jedoch mit Antidepressiva, Stimmungsstabilisatoren oder niedrig dosierten Antipsychotika unterstützend behandelt werden. Eine medikamentöse Therapie erfolgt stets begleitend zur Psychotherapie.
Stationäre und ambulante Behandlung
Je nach Schwere der Erkrankung kann eine stationäre oder teilstationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik notwendig sein, insbesondere bei akuter Selbstgefährdung. In vielen Fällen ist eine ambulante Behandlung mit regelmäßigen Therapiesitzungen ausreichend.
Leben mit der Borderline-Störung
Mit der richtigen Unterstützung können viele Betroffene ein stabiles und erfülltes Leben führen. Selbsthilfegruppen, der Aufbau eines stabilen sozialen Netzwerks und das Erlernen von Selbstfürsorgestrategien sind wichtige Bausteine der Genesung. Angehörige sollten ebenfalls Unterstützung und Informationen erhalten, um den Betroffenen bestmöglich helfen zu können.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM, Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen (F60.3 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung).
- Linehan, M. M. - DBT Skills Training Manual (2015). Guilford Press.
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): S3-Leitlinie Persönlichkeitsstörungen (2021). Verfügbar unter: www.dgppn.de
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