Borna-Virus: Symptome, Übertragung & Behandlung
Das Borna-Virus ist ein seltenes, neurologisch wirksames Virus, das schwere Gehirnentzündungen verursachen kann. Es befällt Menschen und Tiere und wird durch Spitzmäuse übertragen.
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Das Borna-Virus ist ein seltenes, neurologisch wirksames Virus, das schwere Gehirnentzündungen verursachen kann. Es befällt Menschen und Tiere und wird durch Spitzmäuse übertragen.
Was ist das Borna-Virus?
Das Borna-Virus (offiziell: Bornavirus Disease Orthobornavirus 1, kurz BoDV-1) ist ein RNA-Virus aus der Familie der Bornaviridae. Es befällt das zentrale Nervensystem (ZNS) und kann bei Mensch und Tier schwere Gehirnentzündungen (Enzephalitiden) auslösen. Der Name leitet sich von der Stadt Borna in Sachsen ab, wo im frühen 20. Jahrhundert ein schwerer Ausbruch unter Pferden dokumentiert wurde.
Das Virus gilt beim Menschen als äußerst selten, verläuft jedoch in den meisten bekannten Fällen sehr schwer. Der Hauptüberträger auf den Menschen ist die Gemeine Spitzmaus (Crocidura leucodon), die das Virus in sich trägt, ohne selbst zu erkranken.
Übertragung und Verbreitung
Das Borna-Virus wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Die Infektion des Menschen erfolgt in erster Linie durch direkten Kontakt mit infizierten Spitzmäusen oder deren Ausscheidungen (z. B. Speichel, Urin, Kot). Das Virus ist vor allem in bestimmten Regionen Deutschlands (Bayern, Thüringen, Sachsen) sowie in Teilen Österreichs und der Schweiz endemisch.
- Hauptreservoir: Gemeine Spitzmaus (Crocidura leucodon)
- Übertragungsweg: Direktkontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen
- Keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bekannt
- Gefährdete Personen: Menschen mit engem Tierkontakt (z. B. Landwirte, Tierärzte, Personen in ländlichen Gebieten)
Symptome
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome) beträgt mehrere Wochen bis Monate. Die Erkrankung beginnt häufig mit unspezifischen Beschwerden und entwickelt sich rasch zu einem schweren neurologischen Krankheitsbild:
- Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl (Frühphase)
- Verwirrung, Bewusstseinsveränderungen
- Krampfanfälle
- Bewegungsstörungen, Lähmungserscheinungen
- Koma
Die durch BoDV-1 verursachte Bornavirus-Enzephalitis verläuft in der Mehrzahl der dokumentierten Fälle tödlich oder hinterlässt schwere neurologische Dauerschäden.
Diagnose
Die Diagnose einer Bornavirus-Infektion ist anspruchsvoll, da die Erkrankung selten ist und die Symptome zunächst unspezifisch erscheinen. Folgende diagnostische Verfahren werden eingesetzt:
- Nachweis von BoDV-1-Antikörpern im Blut oder Liquor (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit)
- PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) zum direkten Virusnachweis im Liquor oder Hirngewebe
- MRT des Gehirns zur Darstellung von Entzündungsherden
- Ausschluss anderer Ursachen einer Enzephalitis (z. B. Herpes-simplex-Virus, FSME-Virus)
Behandlung
Eine spezifisch zugelassene antivirale Therapie gegen das Borna-Virus existiert derzeit nicht. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und intensivmedizinisch. In einzelnen Fällen wurde der antivirale Wirkstoff Ribavirin eingesetzt, dessen Wirksamkeit gegen BoDV-1 beim Menschen jedoch nicht ausreichend belegt ist.
- Intensivmedizinische Überwachung und Unterstützung der Körperfunktionen
- Behandlung von Krampfanfällen und Hirndruckerhöhung
- Versuchsweise Anwendung von Ribavirin (off-label)
Aufgrund des oft tödlichen Verlaufs sind Prävention und frühzeitige Diagnose von entscheidender Bedeutung.
Prävention
Da kein zugelassener Impfstoff gegen das Borna-Virus für Menschen existiert, steht die Vermeidung von Kontakt mit dem Erreger im Vordergrund:
- Kontakt mit Spitzmäusen und deren Ausscheidungen meiden
- Handschuhe und Schutzkleidung beim Umgang mit Tieren oder beim Arbeiten in betroffenen Regionen tragen
- Gute Handhygiene nach Aufenthalten im Freien in Risikogebieten
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Borna-Virus-Erkrankung (BoDV-1) – Steckbrief. www.rki.de (2023)
- Schlottau K. et al. – Fatal Encephalitic Borna Disease Virus 1 in Solid-Organ-Transplant Recipients. New England Journal of Medicine, 2018; 379:1377–1379.
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Informationen zu Bornavirus-Infektionen beim Menschen. www.bundesgesundheitsministerium.de (2023)
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