Selank: Wirkung, Anwendung und Sicherheit
Selank ist ein synthetisches Neuropeptid, das ursprünglich in Russland entwickelt wurde. Es wird zur Unterstützung bei Angststörungen und zur kognitiven Förderung eingesetzt.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Selank"
Selank ist ein synthetisches Neuropeptid, das ursprünglich in Russland entwickelt wurde. Es wird zur Unterstützung bei Angststörungen und zur kognitiven Förderung eingesetzt.
Was ist Selank?
Selank ist ein synthetisches Heptapeptid (ein aus sieben Aminosäuren bestehendes Peptid), das vom Tuftsin-Peptid abgeleitet wurde. Es wurde am Institut für Molekulargenetik der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt und ist in Russland und der Ukraine als angstlösendes Arzneimittel zugelassen. In anderen Ländern wird es überwiegend als Forschungssubstanz eingestuft. Selank gilt als anxiolytische (angstlösende) und nootrope (kognitionsfördernde) Substanz.
Wirkmechanismus
Selank entfaltet seine Wirkung über mehrere biologische Mechanismen:
- GABA-erges System: Selank moduliert das GABA-System (Gamma-Aminobuttersäure), den wichtigsten hemmenden Neurotransmitter im zentralen Nervensystem. Diese Modulation trägt zur angstlösenden Wirkung bei, ohne die für klassische Benzodiazepine typische Sedierung oder Abhängigkeit zu verursachen.
- Serotonin-Stoffwechsel: Selank beeinflusst den Umsatz von Serotonin im Gehirn, was zur stimmungsstabilisierenden Wirkung beiträgt.
- BDNF-Regulierung: Die Substanz erhöht die Expression des neurotrophen Faktors BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), der für neuronales Wachstum, Lernprozesse und Gedächtnisfunktionen wichtig ist.
- Immunmodulation: Als Tuftsin-Derivat besitzt Selank immunmodulierende Eigenschaften und kann die Aktivität von Immunzellen beeinflussen.
- Enkephalinase-Hemmung: Selank hemmt Enzyme, die Enkephaline (körpereigene schmerzlindernde Peptide) abbauen, was zur Stressreduktion beiträgt.
Medizinische Anwendung
In Russland und der Ukraine ist Selank als Nasenspray zugelassen und wird für folgende Indikationen eingesetzt:
- Generalisierte Angststörungen
- Neurotische Störungen und neurasthenie-ähnliche Zustände
- Stressbedingte Erkrankungen
- Unterstützung bei kognitiven Beeinträchtigungen
Außerhalb dieser Länder wird Selank vorwiegend im Bereich des Selbstexperimentierens (sogenanntes Biohacking) und in der Forschung verwendet, da keine breit anerkannte klinische Zulassung vorliegt.
Darreichungsform und Dosierung
Selank ist hauptsächlich als intranasales Spray (Nasenspray) verfügbar, da Peptide bei oraler Einnahme durch Verdauungsenzyme abgebaut werden. Die üblicherweise in klinischen Studien verwendeten Dosierungen liegen im Bereich von 400 bis 900 Mikrogramm pro Tag, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen. Daneben existieren auch subkutane (unter die Haut) Injektionsformen im Forschungsbereich. Eine eigenständige Anwendung ohne ärztliche Aufsicht wird nicht empfohlen.
Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen
Selank gilt im Vergleich zu klassischen Anxiolytika wie Benzodiazepinen als gut verträglich. Bekannte oder berichtete Nebenwirkungen umfassen:
- Leichte Reizung der Nasenschleimhaut (bei intranasaler Anwendung)
- Vorübergehende Müdigkeit oder leichte Sedierung
- Kopfschmerzen (selten)
Es liegen bisher keine Berichte über schwerwiegende Abhängigkeit oder ausgeprägte Toleranzentwicklung vor. Dennoch ist die Datenlage für eine umfassende Sicherheitsbewertung in der allgemeinen Bevölkerung begrenzt, da die meisten Studien aus dem russischsprachigen Raum stammen und oft klein angelegt sind.
Rechtlicher Status
In Russland und der Ukraine ist Selank als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen. In der Europäischen Union, den USA und den meisten anderen Ländern ist Selank nicht als Arzneimittel zugelassen und wird als nicht regulierte Forschungssubstanz gehandelt. Der Kauf und die Anwendung können rechtlich eingeschränkt sein. Interessierte sollten sich stets über die geltende Gesetzgebung in ihrem Land informieren.
Wissenschaftliche Evidenz
Die verfügbare wissenschaftliche Literatur zu Selank basiert überwiegend auf präklinischen Tierversuchen sowie einer begrenzten Anzahl klinischer Studien aus Russland. Diese Studien deuten auf eine anxiolytische und nootrope Wirkung hin, sind jedoch methodisch begrenzt. Unabhängig replizierte, groß angelegte klinische Studien nach westlichen Standards fehlen bislang, weshalb Selank international nicht als evidenzbasiertes Standardtherapeutikum gilt.
Quellen
- Seredenin S.B., Gudasheva T.A. - Selank: ein synthetisches Analogon von Tuftsin mit anxiolytischer Wirkung. Eksperimental'naya i Klinicheskaya Farmakologiya, 2010.
- Zozulya A.A. et al. - The study of the mechanism of anxiolytic action of Selank. Bulletin of Experimental Biology and Medicine, 2001.
- Uchakina O.N. et al. - Immunomodulatory effects of Selank in patients with anxiety-asthenic disorders. Zhurnal Nevrologii i Psikhiatrii imeni S.S. Korsakova, 2008.
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