Stapedotomie – Eingriff bei Otosklerose
Die Stapedotomie ist ein mikrochirurgischer Eingriff am Mittelohr zur Behandlung der Otosklerose und verbessert die Schallübertragung durch eine Steigbügelprothese.
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Die Stapedotomie ist ein mikrochirurgischer Eingriff am Mittelohr zur Behandlung der Otosklerose und verbessert die Schallübertragung durch eine Steigbügelprothese.
Was ist die Stapedotomie?
Die Stapedotomie ist ein mikrochirurgischer Eingriff am Mittelohr, bei dem ein kleines Loch in die Fußplatte des Steigbügels (Stapes) gebohrt wird und eine winzige Prothese eingesetzt wird. Der Steigbügel ist eines der drei Gehörknöchelchen im Mittelohr und spielt eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Schallschwingungen auf das Innenohr. Die Stapedotomie gilt als Standardverfahren bei der chirurgischen Behandlung der Otosklerose, einer Erkrankung, bei der der Steigbügel krankhaft verknöchert und in seiner Beweglichkeit eingeschränkt wird.
Ursachen und Indikationen
Der häufigste Grund für eine Stapedotomie ist die Otosklerose. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer abnormalen Knochenumbauvorgängen im Bereich der Fußplatte des Steigbügels, wodurch er am ovalen Fenster (dem Eingang zum Innenohr) festgewachsen und unbeweglich wird. Dies führt zu einer zunehmenden Schallleitungsschwerhörigkeit – das heißt, Schallwellen können nicht mehr ausreichend vom Mittelohr auf das Innenohr übertragen werden.
- Otosklerose als häufigste Indikation
- Progrediente (fortschreitende) Schallleitungsschwerhörigkeit
- Eingeschränkte Beweglichkeit oder vollständige Fixierung des Steigbügels
- Unzureichendes Ansprechen auf konservative Behandlung oder Hörgeräte
Ablauf der Operation
Die Stapedotomie wird in der Regel unter Vollnarkose oder lokaler Betäubung durchgeführt und dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Der Eingriff erfolgt über den äußeren Gehörgang unter einem Operationsmikroskop. Der Chirurg klappt das Trommelfell zurück, um Zugang zum Mittelohr zu erhalten, und überprüft die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen.
Anschließend wird ein präzises Loch (Durchmesser ca. 0,4–0,8 mm) mit einem Laser oder einem feinen Bohrer in die Fußplatte des fixierten Steigbügels gebohrt. In dieses Loch wird eine Teflonprothese oder eine Prothese aus einem anderen biokompatiblen Material eingeführt, die den oberen Anteil des Steigbügels ersetzt und die Schallübertragung auf die Flüssigkeit im Innenohr wiederherstellt. Das Trommelfell wird anschließend zurückgelegt und heilt in der Regel ohne Nähte.
Unterschied zur Stapedektomie
Häufig wird die Stapedotomie mit der Stapedektomie verglichen. Bei der Stapedektomie wird die gesamte Steigbügelfußplatte entfernt und durch ein Bindegewebsimplantat verschlossen. Die Stapedotomie hingegen belässt die Fußplatte weitgehend intakt und erzeugt nur eine kleine Öffnung. Die Stapedotomie gilt heute als schonendere und bevorzugte Methode, da sie mit einem geringeren Risiko für Innenohrschäden verbunden ist.
Ergebnisse und Heilungschancen
Die Stapedotomie ist ein sehr erfolgreiches Verfahren. Bei über 90 % der Patienten verbessert sich das Hörvermögen deutlich. In vielen Fällen kann das Hörvermögen vollständig oder nahezu vollständig wiederhergestellt werden. Die Verbesserung ist oft unmittelbar nach der Operation spürbar, auch wenn in den ersten Wochen noch eine leichte Schwellung oder ein Druckgefühl auftreten kann.
Mögliche Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff sind auch bei der Stapedotomie gewisse Risiken vorhanden, die jedoch selten auftreten:
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen in den ersten Tagen nach der Operation
- Vorübergehende oder dauerhafte Verschlechterung des Hörvermögens
- Tinnitus (Ohrgeräusche)
- Selten: Verletzung des Nervus facialis (Gesichtsnerv) oder des Chorda tympani (Geschmacksnerv)
- Prothesendislokation (Verschiebung der Prothese)
- Perilymphfistel (Austritt von Innenohrflüssigkeit)
- In sehr seltenen Fällen: vollständiger Hörverlust auf dem operierten Ohr
Nachsorge und Rehabilitation
Nach der Operation sollten Patienten körperliche Anstrengung, Tauchen und Flugreisen für einige Wochen meiden. Das operierte Ohr sollte vor Wasser und Infektionen geschützt werden. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen beim HNO-Arzt sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu kontrollieren und das Hörvermögen zu überprüfen. Die meisten Patienten können nach wenigen Tagen wieder leichten Alltagsaktivitäten nachgehen.
Quellen
- Declau F, Van de Heyning P. Otosclerosis and Stapedotomy. In: Stupp R, Raad J (Hrsg.). Otolaryngology – Head and Neck Surgery. Springer, 2022.
- Merkus P et al. European consensus on the definitions, diagnosis and treatment of otosclerosis. Clinical Otolaryngology, 2020; 45(1): 7-14.
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Otosklerose und Stapeschirurgie. AWMF-Registernummer 017-075, 2021.
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