Histaminabbau – Enzyme, Funktion und Störungen
Histaminabbau bezeichnet den enzymatischen Prozess, durch den der Körper Histamin abbaut und unschädlich macht. Eine gestörte Abbaufähigkeit kann zu Unverträglichkeitsreaktionen führen.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Histaminabbau"
Histaminabbau bezeichnet den enzymatischen Prozess, durch den der Körper Histamin abbaut und unschädlich macht. Eine gestörte Abbaufähigkeit kann zu Unverträglichkeitsreaktionen führen.
Was ist Histaminabbau?
Histaminabbau beschreibt die biochemischen Prozesse, durch die der menschliche Körper Histamin – eine biogene Aminosäure – enzymatisch abbaut und ausscheidet. Histamin entsteht sowohl im Körper selbst (endogen) als auch durch den Verzehr bestimmter Lebensmittel (exogen) und spielt eine wichtige Rolle bei Immunreaktionen, der Magensäureproduktion und verschiedenen Nervenfunktionen. Ein funktionierender Histaminabbau ist entscheidend, um einen übermäßigen Histaminspiegel im Blut zu verhindern.
Enzyme des Histaminabbaus
Zwei Hauptenzyme sind für den Abbau von Histamin im menschlichen Körper verantwortlich:
- Diaminoxidase (DAO): Dieses Enzym wird hauptsächlich im Dünndarm, in der Niere und in der Plazenta produziert. Es baut exogen aufgenommenes Histamin – also Histamin aus der Nahrung – im Darm ab, bevor es in den Blutkreislauf gelangt. Ein DAO-Mangel gilt als häufige Ursache der Histaminintoleranz.
- Histamin-N-Methyltransferase (HNMT): Dieses Enzym ist vorwiegend im Zellinneren (intrazellulär) aktiv und baut Histamin im Gewebe ab, insbesondere im zentralen Nervensystem, der Leber und den Nieren. Es methyliert Histamin zu N-Methylhistamin, das anschließend weiter abgebaut und über den Urin ausgeschieden wird.
Ablauf des Histaminabbaus
Der Abbau durch die DAO erfolgt durch oxidative Desaminierung: Histamin wird zu Imidazolacetaldehyd umgewandelt, das weiter zu Imidazolessigsäure abgebaut und über die Nieren ausgeschieden wird. Die HNMT hingegen überträgt eine Methylgruppe auf Histamin, wodurch N-Methylhistamin entsteht, welches durch die Monoaminoxidase B (MAO-B) weiter zu N-Methylimidazolacetaldehyd und schließlich zu N-Methylimidazolessigsäure abgebaut wird.
Störungen des Histaminabbaus
Wenn die Abbaukapazität des Körpers die aufgenommene oder produzierte Histaminmenge übersteigt, kann es zu Beschwerden kommen. Ursachen für einen gestörten Histaminabbau sind:
- Genetisch bedingte DAO-Defizienz (verminderte Enzymaktivität)
- Entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), die die DAO-Produktion hemmen
- Einnahme von DAO-hemmenden Medikamenten (z. B. bestimmte Antibiotika, Antihistaminika, Schmerzmittel)
- Alkohol, der sowohl die DAO-Aktivität hemmt als auch selbst Histamin enthält
- Ernährungsbedingte Überladung durch histaminreiche Lebensmittel (z. B. Rotwein, gereifter Käse, Fischkonserven)
Histaminintoleranz und Histaminabbau
Bei einer Histaminintoleranz ist der Abbau von Histamin, meist durch eine verminderte DAO-Aktivität, eingeschränkt. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Hautröte (Flush), Juckreiz, Magen-Darm-Beschwerden, Herzrasen und verstopfte Nase. Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, Ernährungstagebuch, DAO-Aktivitätsmessung im Blut sowie einen Eliminationstest mit histaminarmer Diät.
Therapie bei gestörtem Histaminabbau
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und umfasst:
- Histaminarme Ernährung: Meidung von Lebensmitteln mit hohem Histamingehalt sowie Histaminliberatoren
- DAO-Supplementierung: Einnahme von DAO-Präparaten vor histaminreichen Mahlzeiten zur Unterstützung des Abbaus
- Antihistaminika: Blockierung der Histaminrezeptoren zur Symptomlinderung
- Behandlung der Grunderkrankung: z. B. Therapie einer Darmerkrankung, die die DAO-Produktion beeinträchtigt
- Vermeidung hemmender Substanzen: Verzicht auf Alkohol und DAO-hemmende Medikamente nach Rücksprache mit dem Arzt
Quellen
- Maintz L, Novak N. Histamine and histamine intolerance. American Journal of Clinical Nutrition. 2007;85(5):1185-1196. doi:10.1093/ajcn/85.5.1185
- Reese I, et al. Leitlinie Histaminunverträglichkeit. Allergo Journal International. 2017;26(2):72-79.
- Schwelberger HG. Diamine oxidase (DAO) enzyme and gene. Journal of Neural Transmission Supplementa. 2007;(71):3-10.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieBacteriocin
Obstipationsprophylaxe
Vitamin-K-Mangel
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Histaminabbau + Histamin-Abbau + Histaminmetabolismus