Allopurinol – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Allopurinol ist ein Medikament zur Senkung des Harnsäurespiegels im Blut. Es wird vor allem bei Gicht und bestimmten Nierenerkrankungen eingesetzt.
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Allopurinol ist ein Medikament zur Senkung des Harnsäurespiegels im Blut. Es wird vor allem bei Gicht und bestimmten Nierenerkrankungen eingesetzt.
Was ist Allopurinol?
Allopurinol ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der Urikostatika. Es wird eingesetzt, um erhöhte Harnsäurewerte (Hyperurikämie) im Blut dauerhaft zu senken. Allopurinol ist eines der am häufigsten verwendeten Medikamente zur Langzeittherapie der Gicht sowie zur Vorbeugung von Harnsäuresteinen in den Nieren.
Wirkmechanismus
Allopurinol hemmt das Enzym Xanthinoxidase, das im Körper für den letzten Schritt des Purinabbaus verantwortlich ist. Purine sind Bestandteile der DNA und werden beim normalen Zellstoffwechsel abgebaut. Ohne Hemmung dieses Enzyms entsteht als Endprodukt Harnsäure, die bei zu hoher Konzentration im Blut auskristallisieren und sich in Gelenken sowie Nieren ablagern kann. Durch die Hemmung der Xanthinoxidase wird weniger Harnsäure produziert, sodass der Harnsäurespiegel im Blut sinkt.
Anwendungsgebiete
- Chronische Gicht: Vorbeugung wiederkehrender Gichtanfälle und Behandlung von Gichttophi (Harnsäureablagerungen im Gewebe)
- Hyperurikämie: Dauerhaft erhöhter Harnsäurespiegel im Blut
- Nierensteinen aus Harnsäure oder Calciumoxalat: Vorbeugung von Nierensteinbildung
- Tumorlyse-Syndrom: Vorbeugung eines starken Harnsäureanstiegs bei Chemotherapie
- Bestimmte Enzymdefekte: z. B. Lesch-Nyhan-Syndrom
Dosierung
Die Dosierung von Allopurinol wird individuell angepasst. Übliche Startdosen liegen bei 100 mg täglich, die schrittweise auf bis zu 300–600 mg täglich erhöht werden können, abhängig vom Harnsäurewert und der Nierenfunktion. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisreduktion notwendig. Das Medikament wird in der Regel einmal täglich oral eingenommen, am besten nach einer Mahlzeit.
Nebenwirkungen
Allopurinol wird von den meisten Patienten gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Häufig: Hautausschlag (Exanthem), Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall)
- Gelegentlich: Erhöhte Leberwerte, Kopfschmerzen, Schwindel
- Selten, aber schwerwiegend: Stevens-Johnson-Syndrom oder toxisch epidermale Nekrolyse (schwere Hautreaktionen) – bei ersten Hautveränderungen sofort ärztlichen Rat einholen
- Zu Beginn der Therapie: Vorübergehende Verstärkung von Gichtanfällen, da sich Harnsäurekristalle auflösen und mobilisiert werden
Wechselwirkungen
Allopurinol kann die Wirkung bestimmter anderer Medikamente beeinflussen:
- Azathioprin und 6-Mercaptopurin: Allopurinol hemmt deren Abbau, wodurch die Konzentration dieser Substanzen im Blut stark ansteigen kann – Dosisanpassung erforderlich
- Warfarin und andere Antikoagulanzien: Verstärkte gerinnungshemmende Wirkung möglich
- ACE-Hemmer und Thiaziddiuretika: Erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen
- Ampicillin: Erhöhtes Risiko für Hautausschlag
Hinweise zur Anwendung
Allopurinol sollte nicht während eines akuten Gichtanfalls begonnen werden, da dies den Anfall verlängern kann. Die Behandlung dient der Langzeitprophylaxe und muss in der Regel dauerhaft eingenommen werden. Patienten sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (mindestens 2 Liter pro Tag), um die Ausscheidung von Harnsäure zu fördern.
Quellen
- Fachinformation Allopurinol – Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), aktuell gültige Fassung
- Richette P. et al. – 2016 updated EULAR evidence-based recommendations for the management of gout. Annals of the Rheumatic Diseases, 2017
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – Allopurinol: Risiko schwerer Hautreaktionen, Rote-Hand-Brief, 2012
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