Berloque-Dermatitis: Ursachen, Symptome und Behandlung
Die Berloque-Dermatitis ist eine phototoxische Hautreaktion, die durch den Kontakt mit furanoidhaltigen Substanzen und anschliessende UV-Bestrahlung entsteht. Sie zeigt sich typischerweise als braune Pigmentflecken auf der Haut.
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Die Berloque-Dermatitis ist eine phototoxische Hautreaktion, die durch den Kontakt mit furanoidhaltigen Substanzen und anschliessende UV-Bestrahlung entsteht. Sie zeigt sich typischerweise als braune Pigmentflecken auf der Haut.
Was ist die Berloque-Dermatitis?
Die Berloque-Dermatitis (auch Berlock-Dermatitis) ist eine phototoxische Hautreaktion, die durch die Kombination von bestimmten chemischen Substanzen und UV-Licht ausgeloest wird. Der Begriff leitet sich vom franzoesischen Wort berloque (Anhaenger, Schmuck) ab, da die entstehenden Pigmentflecken haeufig tropfen- oder anhaengerartige Formen annehmen. Im Gegensatz zu einer allergischen Reaktion beruht die Berloque-Dermatitis auf einem rein chemisch-physikalischen Mechanismus und kann grundsaetzlich bei jeder Person auftreten, die entsprechenden Substanzen ausgesetzt ist.
Ursachen
Hauptursache der Berloque-Dermatitis ist der Kontakt der Haut mit Furanokumarinen (auch Psoralene genannt), gefolgt von der Exposition gegenueber UV-Strahlung (insbesondere UV-A). Furanocumarine sind natuerlich vorkommende Verbindungen, die in bestimmten Pflanzen und pflanzlichen Extrakten enthalten sind.
- Parfums und Eau de Cologne: Viele klassische Parfums enthalten Bergamottoel, das reich an Bergapten (einem Furanocoumarin) ist. Haeufig tritt die Reaktion an Hals, Dekollete oder Handgelenken auf, wo Parfum aufgetragen wird.
- Kosmetika: Bestimmte Hautpflegeprodukte, Sonnenschutzmittel oder Haarprodukte mit pflanzlichen Extrakten koennen Furanokumarine enthalten.
- Pflanzenkontakt: Direkter Kontakt mit Pflanzen wie Petersilie, Sellerie, Feigen, Weinraute oder Baerenklau, gefolgt von Sonnenlicht, kann aehnliche Reaktionen ausloesen.
Symptome
Die Berloque-Dermatitis verlaeuft typischerweise in zwei Phasen:
Akute Phase
- Roetung, leichte Schwellung und Brennen der betroffenen Hautareale
- Gelegentlich Blaeschenbildung (Vesikel) oder Blasen bei starker Reaktion
- Die Beschwerden treten meist einige Stunden nach UV-Exposition auf
Chronische Phase / Nachreaktion
- Hyperpigmentierung: Die charakteristischen braunen bis dunkelbraunen Flecken, oft in tropfen- oder streifenfoermiger Anordnung, entstehen und koennen Wochen bis Monate bestehen bleiben
- Die Flecken sind haufig an Hals, Dekollete, Handgelenken und Unterarmen lokalisiert
- Keine Schmerzen oder Juckreiz in der chronischen Phase
Diagnose
Die Diagnose der Berloque-Dermatitis wird in der Regel klinisch gestellt, also anhand des typischen Erscheinungsbildes und der Krankengeschichte des Patienten. Folgende Aspekte sind dabei relevant:
- Anamnese: Befragung nach verwendeten Parfums, Kosmetika, Pflanzenkonkakt und Sonnenexposition
- Klinisches Bild: Charakteristische Verteilungsmuster und Form der Pigmentflecken
- Lichttestreihe (Photopatch-Test): Zum Ausschluss einer photoallergischen Kontaktdermatitis kann ein Photopatch-Test durchgefuehrt werden, bei dem verdaechtige Substanzen auf die Haut aufgetragen und anschliessend mit UV-A bestrahlt werden
- Differentialdiagnose: Abgrenzung gegenueber Melasma, postinflammatorischer Hyperpigmentierung und photoallergischer Kontaktdermatitis
Behandlung
Eine spezifische Therapie der Berloque-Dermatitis ist oft nicht notwendig, da sich die Veraenderungen haeufig spontan zurueckbilden. Folgende Massnahmen sind jedoch sinnvoll:
Akutmassnahmen
- Sofortiges Waschen der betroffenen Hautstellen zur Entfernung der ausloesenden Substanz
- Konsequenter Sonnenschutz (Lichtschutzfaktor 50+) waehrend der gesamten Reaktionsphase
- Kuehlung der Haut und ggf. topische Kortikosteroide bei starker akuter Entzuendung
Behandlung der Hyperpigmentierung
- Aufhellende Cremes mit Wirkstoffen wie Hydrochinon, Kojisaeure, Azelainsaeure oder Vitamin C koennen die Pigmentflecken aufhellen
- Chemische Peelings oder Laserbehandlungen koennen bei hartnackigen Pigmentierungen eingesetzt werden
- Konsequenter UV-Schutz ist essenziell, um eine Verschlimmerung zu verhindern
Vorbeugung
Die Berloque-Dermatitis laesst sich gut vorbeugen, wenn die ausloesenden Substanzen bekannt sind:
- Parfum und furanokumarinenhaltige Kosmetika nicht auf Hautareale auftragen, die direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt sind
- Parfum vorzugsweise auf die Kleidung oder bedeckte Kouerperstellen aufbringen
- Nach Kontakt mit Risikopflanzen die Haut waschen und Sonne meiden
- Moderne, bergaptenfreie Parfums bevorzugen
Quellen
- Merk, H.F., Bickers, D.R.: Dermatopharmakologie und Dermatotherapie. Blackwell Wissenschafts-Verlag, Berlin, 1992.
- Bruynzeel, D.P. et al.: Photopatch testing: the 5-year follow-up of the European multicenter photopatch test study. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 2004.
- World Health Organization (WHO): Ultraviolet radiation and the INTERSUN Programme. WHO, Genf. Verfuegbar unter: https://www.who.int/uv/en/
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