Bilirubin: Werte, Ursachen & Bedeutung
Bilirubin ist ein gelb-oranger Farbstoff, der beim Abbau roter Blutkörperchen entsteht. Erhöhte Werte können auf Leber- oder Gallenerkrankungen hinweisen.
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Bilirubin ist ein gelb-oranger Farbstoff, der beim Abbau roter Blutkörperchen entsteht. Erhöhte Werte können auf Leber- oder Gallenerkrankungen hinweisen.
Was ist Bilirubin?
Bilirubin ist ein gelb-oranger Gallenfarbstoff, der beim natürlichen Abbau von Hämoglobin entsteht – dem roten Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Wenn alte oder beschädigte Erythrozyten in der Milz, der Leber und im Knochenmark abgebaut werden, wird das Hämoglobin in seine Bestandteile zerlegt. Dabei entsteht unter anderem Bilirubin. Es wird über die Galle ausgeschieden und gibt dem Stuhl seine charakteristische braune Farbe.
Formen von Bilirubin
Bilirubin kommt im Körper in zwei Hauptformen vor:
- Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin: Diese Form entsteht zunächst beim Hämoglobinabbau und ist wasserunlöslich. Es wird im Blut an das Transportprotein Albumin gebunden zur Leber transportiert.
- Direktes (konjugiertes) Bilirubin: In der Leber wird das indirekte Bilirubin chemisch umgewandelt (konjugiert), sodass es wasserlöslich wird. In dieser Form kann es über die Galle in den Darm ausgeschieden werden.
Normalwerte und Messung
Der Bilirubinwert wird im Blut gemessen, meist als Teil eines Leberwertprofils. Die Referenzwerte können je nach Labor leicht variieren, liegen jedoch typischerweise bei:
- Gesamtbilirubin: 0,2 – 1,2 mg/dl
- Direktes Bilirubin: bis zu 0,25 mg/dl
- Indirektes Bilirubin: bis zu 0,95 mg/dl
Überschreitet der Bilirubinspiegel im Blut einen bestimmten Wert, lagert sich der Farbstoff im Gewebe ab und führt zur sichtbaren Gelbfärbung von Haut und Augen – dem sogenannten Ikterus (Gelbsucht).
Ursachen erhöhter Bilirubinwerte
Ein erhöhter Bilirubinspiegel (Hyperbilirubinämie) kann verschiedene Ursachen haben, die sich in drei Hauptgruppen einteilen lassen:
Prähepatische Ursachen (vor der Leber)
- Verstärkter Abbau roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie)
- Bluttransfusionsreaktionen
- Erbliche Erkrankungen wie die Sichelzellkrankheit oder Thalassämie
Hepatische Ursachen (in der Leber)
- Leberentzündungen (Hepatitis A, B, C)
- Leberzirrhose
- Fettleber (nicht-alkoholische oder alkoholische Fettlebererkrankung)
- Morbus Gilbert – eine häufige, harmlose genetische Variante mit leicht erhöhtem Bilirubin
Posthepatische Ursachen (nach der Leber)
- Gallensteine, die den Gallengang blockieren
- Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis)
- Tumoren im Bereich der Gallenwege oder der Bauchspeicheldrüse
Erniedrigte Bilirubinwerte
Zu niedrige Bilirubinwerte sind medizinisch in der Regel nicht bedeutsam. In einigen Studien werden niedrige Bilirubinspiegel mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmte entzündliche Erkrankungen in Verbindung gebracht, da Bilirubin in geringen Mengen eine antioxidative Wirkung haben kann.
Bilirubin bei Neugeborenen
Neugeborene haben häufig erhöhte Bilirubinwerte in den ersten Lebenstagen. Dies wird als Neugeborenenikterus (Neugeborenengelbsucht) bezeichnet und ist in den meisten Fällen harmlos und selbstlimitierend. Die unreife Leber des Neugeborenen kann das anfallende Bilirubin zunächst nicht schnell genug abbauen. Bei sehr hohen Werten kann eine Phototherapie (Behandlung mit blauem Licht) eingesetzt werden, um den Bilirubinspiegel zu senken und mögliche Schäden am Nervensystem zu verhindern.
Diagnose und Behandlung
Die Messung des Bilirubins erfolgt durch eine einfache Blutuntersuchung. Bei erhöhten Werten werden meist weitere Leberwerte (wie ALT, AST, GGT, alkalische Phosphatase) sowie Ultraschalluntersuchungen der Leber und Gallenwege durchgeführt, um die Ursache zu ermitteln.
Die Behandlung richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Bei einer Hepatitis wird die Entzündung behandelt (z. B. antivirale Medikamente oder Schonung der Leber).
- Bei Gallensteinen kann eine operative Entfernung notwendig sein.
- Bei hämolytischen Erkrankungen werden spezifische Therapien eingesetzt, um den übermäßigen Abbau der roten Blutkörperchen zu verringern.
Quellen
- Herold, G. et al. – Innere Medizin. Herold Verlag, Köln, aktuelle Auflage.
- Strassburg, C. P. – Ikterus und Hyperbilirubinämie. In: Deutsche Medizinische Wochenschrift, Georg Thieme Verlag.
- World Health Organization (WHO) – Newborn Health: Jaundice. Verfügbar unter: https://www.who.int (abgerufen 2024).
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