Biologische Therapie – Biologika einfach erklärt
Die Biologische Therapie nutzt biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe, um gezielt in Krankheitsprozesse einzugreifen. Sie wird bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma, Krebs oder Schuppenflechte eingesetzt.
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Die Biologische Therapie nutzt biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe, um gezielt in Krankheitsprozesse einzugreifen. Sie wird bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma, Krebs oder Schuppenflechte eingesetzt.
Was ist die Biologische Therapie?
Die Biologische Therapie (auch Biologika-Therapie oder Biotherapie genannt) ist ein modernes medizinisches Behandlungsverfahren, das biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe – sogenannte Biologika – einsetzt. Im Gegensatz zu klassischen chemisch synthetisierten Medikamenten werden Biologika aus lebenden Zellen (z. B. Bakterien, Hefezellen oder Säugetierzellen) gewonnen und bestehen aus komplexen Molekülen wie Proteinen, Antikörpern oder Nukleinsäuren.
Ziel der Biologischen Therapie ist es, gezielt in spezifische Krankheitsprozesse einzugreifen, ohne den gesamten Organismus zu beeinflussen. Sie wird daher häufig als zielgerichtete Therapie bezeichnet.
Anwendungsgebiete
Die Biologische Therapie wird in einer Vielzahl medizinischer Fachgebiete eingesetzt:
- Onkologie (Krebsbehandlung): Monoklonale Antikörper oder Immuntherapien, die Tumorzellen gezielt angreifen oder das Immunsystem gegen Krebs aktivieren.
- Rheumatologie: Behandlung von rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew und Psoriasis-Arthritis mit TNF-alpha-Blockern oder Interleukin-Hemmern.
- Dermatologie: Therapie von Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis (atopische Dermatitis).
- Gastroenterologie: Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa mit spezifischen Antikörpern.
- Neurologie: Einsatz bei Multipler Sklerose.
- Ophthalmologie: Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration mit VEGF-Hemmern.
Wirkmechanismus
Biologika wirken, indem sie spezifische Zielmoleküle im Körper erkennen und blockieren oder aktivieren. Zu den wichtigsten Wirkprinzipien gehören:
- Monoklonale Antikörper: Synthetisch hergestellte Antikörper, die gezielt an bestimmte Proteine oder Zellen binden und diese neutralisieren.
- Zytokin-Inhibitoren: Hemmer entzündungsfördernder Botenstoffe wie TNF-alpha, Interleukin-6 oder Interleukin-17.
- Checkpoint-Inhibitoren: Wirkstoffe, die die Bremsen des Immunsystems lösen, damit es Tumorzellen erkennen und bekämpfen kann.
- Fusionsproteine: Moleküle, die Rezeptoren auf der Zelloberfläche nachahmen und entzündliche Signale blockieren.
- CAR-T-Zell-Therapie: Gentechnisch veränderte Immunzellen des Patienten, die gezielt Krebszellen angreifen.
Behandlungsablauf und Anwendung
Biologika werden in der Regel nicht oral (als Tabletten) eingenommen, da sie als Proteine im Magen-Darm-Trakt abgebaut werden würden. Die häufigsten Verabreichungswege sind:
- Intravenöse Infusion: In der Arztpraxis oder Klinik über eine Vene verabreicht.
- Subkutane Injektion: Unter die Haut gespritzt, häufig als Selbstinjektion durch den Patienten zu Hause.
Die Behandlungsdauer und Dosierung richten sich nach der jeweiligen Erkrankung und dem individuellen Ansprechen des Patienten.
Nebenwirkungen und Risiken
Wie alle Medikamente können auch Biologika Nebenwirkungen verursachen. Die häufigsten sind:
- Erhöhtes Infektionsrisiko: Da viele Biologika das Immunsystem modulieren, kann die Abwehrkraft gegen Infektionen geschwächt werden.
- Reaktionen an der Injektionsstelle: Rötung, Schwellung oder Schmerzen nach der Injektion.
- Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen kann es zu schweren allergischen Reaktionen kommen.
- Antikörperbildung: Der Körper kann gegen das Biologikum Antikörper entwickeln, was die Wirksamkeit verringern kann.
- Reaktivierung latenter Infektionen: Z. B. Tuberkulose kann sich reaktivieren, weshalb vor Therapiebeginn entsprechende Tests durchgeführt werden.
Vorteile der Biologischen Therapie
Im Vergleich zu klassischen Therapien bietet die Biologische Therapie wesentliche Vorteile:
- Gezielte Wirkung mit weniger systemischen Nebenwirkungen als z. B. Kortison oder klassische Chemotherapie.
- Wirksam bei Erkrankungen, die auf konventionelle Therapien nicht ausreichend ansprechen.
- Verbesserte Lebensqualität bei chronischen Erkrankungen.
- Personalisierbare Therapieoptionen durch Biomarker-Diagnostik.
Biosimilars
Da viele Biologika aus der ersten Generation ihren Patentschutz verloren haben, sind sogenannte Biosimilars auf dem Markt erhältlich. Biosimilars sind hochgradig ähnliche, aber nicht identische Nachahmerprodukte von Originalbiologika. Sie werden von Zulassungsbehörden wie der EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) auf Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität geprüft.
Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Biologische Arzneimittel und Biosimilars. ema.europa.eu, 2023.
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh): Leitlinien zur Biologika-Therapie bei rheumatoider Arthritis. dgrh.de, 2022.
- Smolen J.S. et al.: EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis. Annals of the Rheumatic Diseases, 2020.
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