Harnröhrenprolaps – Ursachen, Symptome & Therapie
Der Harnröhrenprolaps ist ein Zustand, bei dem die Schleimhaut der Harnröhre nach außen vorfällt. Er tritt vor allem bei Mädchen vor der Pubertät sowie bei älteren Frauen auf.
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Der Harnröhrenprolaps ist ein Zustand, bei dem die Schleimhaut der Harnröhre nach außen vorfällt. Er tritt vor allem bei Mädchen vor der Pubertät sowie bei älteren Frauen auf.
Was ist ein Harnröhrenprolaps?
Der Harnröhrenprolaps (auch Urethraprolaps genannt) ist eine Erkrankung, bei der sich die innere Schleimhautschicht der Harnröhre (Urethra) durch den äußeren Harnröhrenausgang nach außen stülpt. Es entsteht dabei ein ringförmiges, weiches Gewebevorwölbung um die Harnröhrenöffnung. Der Zustand ist gutartig, kann jedoch Beschwerden verursachen und sollte ärztlich abgeklärt und behandelt werden.
Ursachen
Die genaue Ursache ist nicht immer eindeutig. Als begünstigende Faktoren gelten:
- Hormonmangel: Besonders ein Östrogendefizit bei Mädchen vor der Pubertät (präpubertär) oder bei Frauen nach den Wechseljahren (postmenopausal) gilt als wesentlicher Faktor, da Östrogen das Bindegewebe stärkt.
- Schwaches Bindegewebe: Eine angeborene oder altersbedingte Schwäche des Stützgewebes rund um die Harnröhre.
- Erhöhter intraabdominaler Druck: Chronischer Husten, Verstopfung oder starkes Pressen beim Stuhlgang kann den Prolaps begünstigen oder verstärken.
- Trauma oder körperliche Belastung: Selten kann auch ein lokales Trauma die Entstehung fördern.
Symptome
Die Symptome eines Harnröhrenprolapses können je nach Schweregrad variieren:
- Sichtbare, rötliche oder blaurote Gewebevorwölbung am Scheideneingang bzw. um die Harnröhrenöffnung
- Blutungen aus der Harnröhre, oft schmerzlos (häufig als Erstbefund bei Kindern)
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
- Häufiger Harndrang
- Gefühl eines Fremdkörpers im Genitalbereich
- Selten: Harnverhalt bei starkem Prolaps
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt, d. h. durch eine körperliche Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Typischerweise zeigt sich ein ringförmiges, weiches Gewebswulst um die Harnröhrenöffnung, das sich von einem Hymenalpolypen oder anderen genitalen Läsionen abgrenzen lässt. Zur weiteren Abklärung können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:
- Urinuntersuchung zum Ausschluss einer Infektion
- Ultraschall des Harntrakts bei Verdacht auf Komplikationen
- In seltenen Fällen: Zystoskopie (Blasenspiegelung) zur genauen Beurteilung
Behandlung
Konservative Therapie
In leichten Fällen, insbesondere bei Kindern, kann eine konservative Behandlung erfolgreich sein:
- Östrogencreme: Lokale Anwendung einer östrogenhaltigen Creme über mehrere Wochen zur Stärkung des Gewebes und Reduktion der Vorwölbung.
- Sitzbäder: Warme Sitzbäder können Schwellungen lindern und das Wohlbefinden verbessern.
- Behandlung von Auslösern: Therapie von Verstopfung oder chronischem Husten, um den intraabdominalen Druck zu senken.
Operative Therapie
Bei ausgeprägtem Prolaps, anhaltenden Beschwerden oder Versagen der konservativen Therapie kann ein kleiner operativer Eingriff notwendig sein:
- Chirurgische Resektion: Das vorgefallene Gewebe wird unter Vollnarkose oder Lokalanästhesie entfernt und die Harnröhre wird wieder korrekt eingenäht. Der Eingriff ist in der Regel unkompliziert und hat eine sehr gute Prognose.
Prognose
Die Prognose beim Harnröhrenprolaps ist insgesamt sehr gut. Nach erfolgreicher Behandlung – ob konservativ oder operativ – erholen sich die meisten Patientinnen vollständig. Rückfälle sind selten, können aber insbesondere bei persistierenden Risikofaktoren auftreten.
Quellen
- Lowe, F. C. et al. (2000): Urethral Prolapse in Female Patients. In: Urology 55(6), S. 890-893.
- Fernandes, E. T. et al. (1993): Urethral Prolapse in Children. In: Urology 41(3), S. 240-242.
- Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Harnröhre. www.dgu.de
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