Herzauswurfleistung – Definition & klinische Bedeutung
Die Herzauswurfleistung beschreibt die Menge Blut, die das Herz pro Minute in den Kreislauf pumpt. Sie ist ein zentraler Messwert der Herzfunktion.
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Die Herzauswurfleistung beschreibt die Menge Blut, die das Herz pro Minute in den Kreislauf pumpt. Sie ist ein zentraler Messwert der Herzfunktion.
Was ist die Herzauswurfleistung?
Die Herzauswurfleistung, auch als Herzzeitvolumen (HZV) bezeichnet, beschreibt die Blutmenge, die das Herz innerhalb einer Minute in den Kreislauf auswirft. Sie ist ein zentraler Parameter zur Beurteilung der Herzfunktion und wird in Litern pro Minute (l/min) angegeben. Beim gesunden Erwachsenen in Ruhe liegt das Herzzeitvolumen typischerweise zwischen 4,5 und 5,5 Litern pro Minute.
Eng verwandt ist der Begriff des Schlagvolumens, also der Blutmenge, die das Herz pro Herzschlag auswirft. Die Herzauswurfleistung ergibt sich aus der Multiplikation des Schlagvolumens mit der Herzfrequenz (Herzschläge pro Minute).
Physiologische Grundlagen
Das Herz besteht aus zwei Pumpen: dem rechten Herz, das Blut in den Lungenkreislauf pumpt, und dem linken Herz, das Blut in den Körperkreislauf befördert. Beide Kammern arbeiten synchron und liefern im Normalzustand die gleiche Auswurfmenge. Die Herzauswurfleistung passt sich kontinuierlich an die Bedürfnisse des Körpers an.
- Schlagvolumen: Blutmenge pro Herzschlag (ca. 60–100 ml in Ruhe)
- Herzfrequenz: Anzahl der Herzschläge pro Minute (ca. 60–80 in Ruhe)
- Herzauswurfleistung (HZV): Schlagvolumen x Herzfrequenz
Einflussfaktoren
Verschiedene Faktoren beeinflussen die Herzauswurfleistung:
- Vorlast (Preload): Die Dehnung des Herzmuskels durch das einströmende Blut. Eine hohe Vorlast steigert das Schlagvolumen (Frank-Starling-Mechanismus).
- Nachlast (Afterload): Der Widerstand, gegen den das Herz pumpen muss. Ein hoher Widerstand, z. B. bei Bluthochdruck, kann die Auswurfleistung verringern.
- Kontraktilität: Die innere Kraft des Herzmuskels. Sie kann durch Hormone wie Adrenalin gesteigert werden.
- Herzfrequenz: Eine erhöhte Herzfrequenz steigert das Herzzeitvolumen, solange die Füllungszeit der Herzkammern ausreicht.
Klinische Bedeutung
Die Messung der Herzauswurfleistung ist in der Intensivmedizin und Kardiologie von großer Bedeutung. Eine verminderte Herzauswurfleistung kann auf eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) hinweisen, bei der das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Kreislauf pumpen kann. Typische Ursachen für eine reduzierte Herzauswurfleistung sind:
- Koronare Herzkrankheit (verengte Herzkranzgefäße)
- Herzinfarkt (Schädigung des Herzmuskels)
- Herzklappenfehler
- Herzrhythmusstörungen
- Kardiomyopathien (Erkrankungen des Herzmuskels)
Eine gesteigerte Herzauswurfleistung kann bei körperlicher Belastung, Fieber, Schwangerschaft oder einer Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) auftreten.
Diagnostik und Messung
Zur Messung der Herzauswurfleistung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
- Echokardiographie: Ultraschalluntersuchung des Herzens, mit der Schlagvolumen und Herzauswurfleistung nicht-invasiv bestimmt werden können. Dabei wird auch die Ejektionsfraktion (EF) berechnet, die den prozentualen Anteil des ausgeworfenen Blutes am Gesamtvolumen der linken Herzkammer angibt.
- Thermodilutionsmethode: Invasives Verfahren über einen speziellen Herzkatheter (Swan-Ganz-Katheter), bei dem eine Kochsalzlösung injiziert und die Temperaturveränderung im Blutfluss gemessen wird.
- Fick-Prinzip: Berechnung des Herzzeitvolumens anhand des Sauerstoffverbrauchs und der Sauerstoffsättigungsdifferenz im Blut.
- Pulskonturanalyse: Kontinuierliche, minimalinvasive Messung über eine arterielle Kanüle.
Behandlung bei verminderter Herzauswurfleistung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Allgemeine Maßnahmen umfassen:
- Medikamente zur Entlastung des Herzens (z. B. ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika)
- Behandlung von Herzrhythmusstörungen
- Interventionelle Eingriffe bei Herzklappenfehler oder Koronarstenosen
- Im schweren Fall: mechanische Herzunterstützungssysteme oder Herztransplantation
Quellen
- Pape, H.-C., Kurtz, A., Silbernagl, S. (Hrsg.): Physiologie. 9. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2023.
- McDonagh, T.A. et al.: 2021 ESC Guidelines for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure. European Heart Journal, 42(36), 3599-3726, 2021.
- World Health Organization (WHO): Cardiovascular diseases (CVDs) – Key Facts. Geneva, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds)
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