Histamintoleranztest – Diagnose & Ablauf
Der Histamintoleranztest untersucht, ob der Körper Histamin ausreichend abbaut. Er hilft bei der Diagnose einer Histaminintoleranz und erklärt Symptome wie Kopfschmerzen oder Hautreaktionen.
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Der Histamintoleranztest untersucht, ob der Körper Histamin ausreichend abbaut. Er hilft bei der Diagnose einer Histaminintoleranz und erklärt Symptome wie Kopfschmerzen oder Hautreaktionen.
Was ist der Histamintoleranztest?
Der Histamintoleranztest ist ein diagnostisches Verfahren, das untersucht, ob der menschliche Körper Histamin – eine biogene Aminosäure, die in vielen Lebensmitteln vorkommt und auch vom Körper selbst produziert wird – in ausreichendem Maße abbauen kann. Wenn der Abbau gestört ist, spricht man von einer Histaminintoleranz. Der Test hilft dabei, diese Unverträglichkeit zu erkennen und von anderen Erkrankungen abzugrenzen.
Wann wird der Test durchgeführt?
Der Histamintoleranztest wird empfohlen, wenn Patienten nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel wiederholt Beschwerden wie folgende zeigen:
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Hautreaktionen wie Rötungen, Juckreiz oder Quaddeln
- Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen)
- Fließschnupfen oder verstopfte Nase
- Herzrasen oder Blutdruckabfall
- Schlafstörungen oder allgemeine Erschöpfung
Insbesondere bei unklaren Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder wenn eine Allergie bereits ausgeschlossen wurde, kann dieser Test wertvolle Hinweise liefern.
Wie funktioniert der Histamintoleranztest?
Es gibt verschiedene Methoden zur Durchführung des Histamintoleranzprovokationstests:
Oraler Provokationstest
Beim oralen Provokationstest nimmt der Patient eine definierte Menge Histamin – meist in Form einer Kapsel oder Lösung – ein. Anschließend werden Symptome und Körperreaktionen über einen bestimmten Zeitraum beobachtet und dokumentiert. Dieser Test gilt als Goldstandard, sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da es in seltenen Fällen zu stärkeren Reaktionen kommen kann.
Bluttest (Diaminoxidase-Bestimmung)
Ein häufig eingesetztes Verfahren ist die Messung der Diaminoxidase (DAO) im Blut. DAO ist das wichtigste Enzym im Darm, das Histamin abbaut. Ein niedriger DAO-Spiegel kann auf eine eingeschränkte Histaminverträglichkeit hinweisen. Ergänzend kann auch das Verhältnis von Histamin zu DAO bestimmt werden.
Histamin im Blutplasma
Dabei wird der Gehalt von freiem Histamin im Blutplasma gemessen. Erhöhte Werte können auf einen gestörten Histaminabbau oder eine erhöhte Histaminfreisetzung hindeuten. Dieser Wert wird oft in Kombination mit anderen Parametern bewertet.
Ernährungstagebuch und Eliminationsdiät
Ergänzend zum labordiagnostischen Test wird häufig ein Ernährungstagebuch geführt, in dem Mahlzeiten und auftretende Symptome notiert werden. Eine histaminarme Ernährungsphase (Eliminationsdiät) über mehrere Wochen gefolgt von einer gezielten Wiedereinführung histaminreicher Lebensmittel kann den Zusammenhang zwischen Histamin und Beschwerden bestätigen.
Was sagen die Testergebnisse aus?
Die Testergebnisse geben Aufschluss darüber, ob eine Histaminintoleranz vorliegt. Ein erniedrigter DAO-Wert oder eine deutliche Symptomreaktion beim Provokationstest spricht für eine eingeschränkte Histamintoleranz. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass kein einzelner Test allein als Beweis ausreicht – die Diagnose wird immer im Gesamtkontext aus Symptomen, Ernährungsgewohnheiten und Testergebnissen gestellt.
Was passiert nach dem Test?
Bei bestätigter Histaminintoleranz empfiehlt sich eine individuelle Ernährungsberatung. Ziel ist es, histaminreiche Lebensmittel zu identifizieren und zu reduzieren. Zu den häufig gemiedenen Lebensmitteln gehören gereifter Käse, Rotwein, Salami, Fischkonserven und fermentierte Produkte. Zusätzlich kann die Einnahme von DAO-Enzympräparaten vor histaminreichen Mahlzeiten helfen, Symptome zu lindern. In manchen Fällen werden auch Antihistaminika eingesetzt.
Wichtige Hinweise
Vor der Durchführung eines Histamintoleranzprovokationstests sollten bestimmte Medikamente abgesetzt werden, die den Histaminabbau hemmen können, wie zum Beispiel bestimmte Schmerzmittel, Antidepressiva oder Antibiotika. Dies sollte jedoch stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Der Test ist nicht geeignet zur Diagnose einer Histamin-Allergie, da es sich dabei um einen immunologisch anderen Mechanismus handelt.
Quellen
- Maintz L, Novak N. Histamine and histamine intolerance. American Journal of Clinical Nutrition, 2007; 85(5):1185–1196. Verfügbar über PubMed.
- Reese I et al. Leitlinie zum Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin. Allergo Journal International, 2017; 26(2):72–79.
- Schäfer C et al. Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Histaminintoleranz. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), aktualisierte Empfehlungen 2020.
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