Schilddrüse: Funktion, Erkrankungen und Behandlung
Die Schilddrüse ist eine wichtige Hormondrüse im Hals, die den Stoffwechsel, das Wachstum und viele Körperfunktionen reguliert.
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Die Schilddrüse ist eine wichtige Hormondrüse im Hals, die den Stoffwechsel, das Wachstum und viele Körperfunktionen reguliert.
Was ist die Schilddrüse?
Die Schilddrüse (lateinisch: Glandula thyreoidea) ist eine schmetterlingsförmige Drüse, die sich im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfes befindet. Sie gehört zum endokrinen System, also zu den hormonproduzierenden Organen des Körpers. Obwohl sie nur etwa 20 bis 30 Gramm wiegt, hat sie enormen Einfluss auf nahezu alle Körperfunktionen.
Aufbau der Schilddrüse
Die Schilddrüse besteht aus zwei Lappen (dem rechten und linken Lappen), die durch eine schmale Gewebsbrücke, den sogenannten Isthmus, verbunden sind. Sie ist reich mit Blutgefäßen versorgt und enthält zwei Hauptzelltypen:
- Follikelzellen (Thyreozyten): Sie produzieren die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3).
- C-Zellen (parafollikuläre Zellen): Sie produzieren das Hormon Calcitonin, das den Kalziumspiegel im Blut reguliert.
Funktion der Schilddrüse
Die wichtigste Aufgabe der Schilddrüse ist die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin). Diese Hormone werden unter dem Einfluss des Hormons TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet. Für ihre Produktion ist Jod unverzichtbar.
Die Schilddrüsenhormone regulieren unter anderem:
- Den Grundumsatz (Energieverbrauch des Körpers in Ruhe)
- Die Körpertemperatur
- Den Herzrhythmus und die Herzfrequenz
- Das Wachstum und die Entwicklung, insbesondere bei Kindern und in der Schwangerschaft
- Die geistige Leistungsfähigkeit und Stimmung
- Den Fettstoffwechsel und den Glukosestoffwechsel
- Die Muskelkraft und Reflexe
Häufige Erkrankungen der Schilddrüse
Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
Bei einer Hypothyreose produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone. Typische Symptome sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut und Verstopfung. Die häufigste Ursache ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung.
Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
Bei einer Hyperthyreose werden zu viele Schilddrüsenhormone produziert. Dies führt zu Herzrasen, Gewichtsverlust, Nervosität, Schwitzen und Schlafstörungen. Eine häufige Ursache ist der Morbus Basedow, ebenfalls eine Autoimmunerkrankung.
Struma (Kropf)
Als Struma bezeichnet man eine Vergrößerung der Schilddrüse. Sie kann durch Jodmangel, Autoimmunerkrankungen oder Schilddrüsenknoten entstehen und ist in Deutschland noch immer relativ verbreitet.
Schilddrüsenknoten
Schilddrüsenknoten sind umschriebene Veränderungen im Gewebe der Drüse. Die meisten sind gutartig und verursachen keine Beschwerden. Selten können Knoten jedoch bösartig sein (Schilddrüsenkarzinom).
Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)
Das Schilddrüsenkarzinom ist eine bösartige Tumorerkrankung der Schilddrüse. Es wird in verschiedene Typen unterteilt (papillär, follikulär, medullär, anaplastisch). Die meisten Formen sprechen gut auf Behandlung an und haben eine günstige Prognose.
Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen
Zur Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:
- Blutuntersuchung: Bestimmung der Hormonspiegel TSH, T3 und T4 sowie Schilddrüsenantikörper (z. B. Anti-TPO, TRAK)
- Sonographie (Ultraschall): Beurteilung von Größe, Struktur und Knoten der Schilddrüse
- Szintigraphie: Funktionsuntersuchung mit schwach radioaktiven Substanzen zur Darstellung von Stoffwechselaktivität
- Feinnadelbiopsie: Gewebeentnahme zur Abklärung verdächtiger Knoten
Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung:
- Hypothyreose: Substitution mit dem Schilddrüsenhormon Levothyroxin (L-Thyroxin) als Tablette
- Hyperthyreose: Thyreostatika (Medikamente, die die Hormonproduktion hemmen), Radiojodtherapie oder operative Entfernung der Schilddrüse
- Struma und Knoten: Je nach Ursache Jodsubstitution, Medikamente, Radiojodtherapie oder Operation
- Schilddrüsenkrebs: Operation, ggf. Radiojodtherapie und Hormontherapie
Vorbeugung und Gesundheitstipps
Eine ausreichende Jodzufuhr ist die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Schilddrüsenerkrankungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Jodzufuhr von etwa 200 Mikrogramm. Jodreiches Speisesalz, Meeresfisch und Milchprodukte tragen zur Bedarfsdeckung bei. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sind insbesondere bei familiärer Vorbelastung empfehlenswert.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) - Leitlinien zur Schilddrüsendiagnostik und -therapie (2023). Verfügbar unter: https://www.endokrinologie.net
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Köln (2023).
- World Health Organization (WHO) - Iodine Deficiency Disorders. Verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/iodine-deficiency-disorders
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