Becherzellhyperplasie – Ursachen, Symptome & Therapie
Becherzellhyperplasie bezeichnet eine krankhafte Vermehrung schleimproduzierender Becherzellen in Schleimhäuten, häufig in Atemwegen oder Darm. Sie tritt oft bei Entzündungen oder Asthma auf.
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Becherzellhyperplasie bezeichnet eine krankhafte Vermehrung schleimproduzierender Becherzellen in Schleimhäuten, häufig in Atemwegen oder Darm. Sie tritt oft bei Entzündungen oder Asthma auf.
Was ist Becherzellhyperplasie?
Die Becherzellhyperplasie bezeichnet eine krankhafte Zunahme der Anzahl von Becherzellen in epithelialen Schleimhäuten. Becherzellen sind spezialisierte Drüsenzellen, die Muzine – also Schleimstoffe – produzieren und abgeben. Sie kommen vor allem in den Atemwegen (Bronchialschleimhaut), im Magen-Darm-Trakt und in der Bindehaut des Auges vor. Bei einer Hyperplasie ist die Anzahl dieser Zellen gegenüber dem Normalzustand deutlich erhöht, was zu einer übermäßigen Schleimproduktion führt.
Ursachen
Die Becherzellhyperplasie entsteht in der Regel als Reaktion auf anhaltende Reize oder Entzündungsprozesse der betroffenen Schleimhaut. Zu den häufigsten Auslösern gehören:
- Asthma bronchiale: Chronische Entzündung der Atemwege führt zur Vermehrung von Becherzellen und damit zu verstärkter Schleimproduktion.
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Langfristige Reizung der Bronchialschleimhaut, häufig durch Rauchen verursacht.
- Allergische Reaktionen: Inhalationsallergene wie Pollen oder Hausstaub können eine Becherzellhyperplasie in den Atemwegen auslösen.
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED): Bei Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa kann es zu Veränderungen des Darmepithels, einschließlich einer Becherzellhyperplasie, kommen.
- Infektionen: Virale oder bakterielle Infektionen der Atemwege oder des Darms können vorübergehend eine Becherzellhyperplasie hervorrufen.
- Umweltschadstoffe und Reizstoffe: Dauerhafte Exposition gegenüber Rauch, Feinstaub oder chemischen Reizmitteln.
Symptome
Die klinischen Beschwerden der Becherzellhyperplasie hängen von der betroffenen Körperregion ab:
Atemwege
- Anhaltender Husten mit Schleimauswurf (produktiver Husten)
- Gefühl von Verschleimung oder Enge in der Brust
- Kurzatmigkeit und pfeifende Atemgeräusche (Giemen)
- Häufige Atemwegsinfektionen durch beeinträchtigte Schleimhautfunktion
Magen-Darm-Trakt
- Veränderte Stuhlkonsistenz oder schleimiger Stuhl
- Bauchschmerzen und Blähungen
- Im Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: Durchfall, Blut im Stuhl
Diagnose
Die Diagnose einer Becherzellhyperplasie erfolgt in der Regel durch histologische Untersuchung, das heißt die mikroskopische Analyse von Gewebeproben (Biopsien). Folgende diagnostische Verfahren kommen zum Einsatz:
- Bronchoskopie mit Biopsie: Bei Verdacht auf eine Beteiligung der Atemwege wird eine Gewebeprobe aus der Bronchialschleimhaut entnommen und mikroskopisch untersucht.
- Endoskopie mit Biopsie: Bei gastrointestinalen Beschwerden erfolgt eine Darmspiegelung mit Gewebeentnahme.
- Lungenfunktionstests: Zur Beurteilung der Atemwegseinschränkungen bei pulmonaler Beteiligung.
- Bildgebende Verfahren: Röntgen oder CT der Lunge zur Beurteilung struktureller Veränderungen.
Mikroskopisch zeigt sich eine deutlich erhöhte Anzahl von Becherzellen im Epithel, häufig begleitet von einer gesteigerten Muzinproduktion und entzündlichen Infiltraten.
Behandlung
Die Behandlung der Becherzellhyperplasie richtet sich primär nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Eine isolierte Therapie der Hyperplasie selbst ist in der Regel nicht erforderlich, da sie sich bei erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung häufig zurückbildet.
Behandlung bei Atemwegserkrankungen
- Inhalative Kortikosteroide: Reduzieren die Entzündung der Atemwege und hemmen dadurch die übermäßige Becherzellproliferation.
- Bronchodilatatoren: Erweitern die Atemwege und erleichtern das Abhusten von Schleim.
- Mukolytika: Schleimlösende Mittel wie Acetylcystein helfen, den zähen Schleim zu verflüssigen und abzuhusten.
- Biologika: Bei schwerem Asthma können Antikörpertherapien (z. B. gegen Interleukin-4, -5 oder -13) gezielt die Entzündungsreaktion hemmen und die Becherzellhyperplasie verringern.
Behandlung bei gastrointestinaler Beteiligung
- Therapie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung mit Aminosalicylaten, Immunsuppressiva oder Biologika.
- Ernährungsanpassungen und probiotische Therapien zur Unterstützung der Darmschleimhaut.
Allgemeine Maßnahmen
- Meidung von Reizstoffen (Rauchen, Schadstoffe, Allergene)
- Regelmäßige ärztliche Kontrolle und Verlaufsbeobachtung
Quellen
- Rogers DF. - Airway goblet cell hyperplasia in asthma: hypersecretory and anti-inflammatory targets. - Clinical and Experimental Allergy, 2002; 32(7):1042-1047. PubMed.
- World Health Organization (WHO) - Chronic respiratory diseases: Asthma and COPD. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/chronic-obstructive-pulmonary-disease-(copd)
- Neurath MF. - Cytokines in inflammatory bowel disease. - Nature Reviews Immunology, 2014; 14(5):329-342. PubMed.
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