Bakteriurie: Ursachen, Symptome und Behandlung
Bakteriurie bezeichnet das Vorhandensein von Bakterien im Urin. Sie kann symptomlos verlaufen oder auf eine Harnwegsinfektion hinweisen und wird durch eine Urinuntersuchung diagnostiziert.
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Bakteriurie bezeichnet das Vorhandensein von Bakterien im Urin. Sie kann symptomlos verlaufen oder auf eine Harnwegsinfektion hinweisen und wird durch eine Urinuntersuchung diagnostiziert.
Was ist Bakteriurie?
Bakteriurie bezeichnet den Nachweis von Bakterien im Urin. Unter normalen Umständen ist Urin keimfrei. Werden bei einer Urinuntersuchung dennoch Bakterien festgestellt, spricht man von Bakteriurie. Diese kann entweder ohne Beschwerden auftreten (asymptomatische Bakteriurie) oder mit Symptomen einer Harnwegsinfektion verbunden sein (symptomatische Bakteriurie).
Ursachen
Bakterien gelangen meist durch aufsteigende Infektion aus dem Bereich der Harnröhre in die Blase und können sich von dort weiter in die Nieren ausbreiten. Zu den häufigsten Erregern zählen:
- Escherichia coli (E. coli): Häufigster Erreger, verantwortlich für ca. 70–80 % der Fälle
- Klebsiella pneumoniae
- Staphylococcus saprophyticus (besonders bei jungen Frauen)
- Enterococcus faecalis
- Proteus mirabilis
Begünstigende Faktoren sind unter anderem weibliches Geschlecht (kürzere Harnröhre), Schwangerschaft, Diabetes mellitus, Harnwegsfehlbildungen, Harnkatheter sowie ein geschwächtes Immunsystem.
Formen der Bakteriurie
Asymptomatische Bakteriurie
Bei der asymptomatischen Bakteriurie sind Bakterien im Urin nachweisbar, ohne dass der betroffenen Person Beschwerden auftreten. Diese Form ist häufig und in der Regel nicht behandlungsbedürftig, außer bei Schwangeren, Kindern oder Personen vor urologischen Eingriffen.
Symptomatische Bakteriurie
Die symptomatische Bakteriurie geht mit klinischen Zeichen einer Harnwegsinfektion einher, wie Brennen beim Wasserlassen, häufigem Harndrang, trübem oder übel riechendem Urin sowie gegebenenfalls Flankenschmerzen oder Fieber bei Beteiligung der Nieren (Pyelonephritis).
Diagnose
Die Diagnose wird durch eine Urinuntersuchung gestellt. Folgende Methoden werden eingesetzt:
- Urinstatus (Teststreifen): Schnelltest auf Nitrit und Leukozyten als Hinweis auf eine bakterielle Infektion
- Urinmikroskopie: Mikroskopische Untersuchung des Urinsediments auf Bakterien und weiße Blutkörperchen
- Urinkultur (Mittelstrahlurin): Anzucht der Bakterien im Labor zur Keimidentifikation und Resistenztestung (Antibiogramm). Ein Befund von mehr als 100.000 koloniebildenden Einheiten (KBE) pro Milliliter gilt als signifikante Bakteriurie.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Art der Bakteriurie, dem Erreger und dem klinischen Zustand des Patienten:
- Asymptomatische Bakteriurie: Meist keine Antibiotikabehandlung notwendig. Ausnahmen: Schwangere (erhöhtes Risiko einer Pyelonephritis und Frühgeburt), Patienten vor urologischen Eingriffen, Kinder mit Harnwegsfehlbildungen
- Symptomatische Bakteriurie (unkomplizierte Harnwegsinfektion): Kurzzeittherapie mit Antibiotika wie Nitrofurantoin, Fosfomycin oder Trimethoprim, basierend auf dem Antibiogramm
- Komplizierte Harnwegsinfektion oder Pyelonephritis: Längere Antibiotikabehandlung, ggf. stationär
Ergänzend wird eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr empfohlen, um die Bakterien aus den Harnwegen auszuspülen.
Besonderheiten in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sollte eine Bakteriurie, auch wenn sie symptomlos ist, immer behandelt werden. Eine unbehandelte Bakteriurie kann in der Schwangerschaft zu einer aufsteigenden Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), Frühgeburten oder einem niedrigen Geburtsgewicht führen. Schwangere werden daher im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig auf Bakteriurie gescreent.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU): Leitlinie Harnwegsinfektionen, AWMF-Register Nr. 043-044 (2017, aktualisiert 2022)
- Hooton TM. Uncomplicated Urinary Tract Infection. New England Journal of Medicine. 2012;366(11):1028-1037.
- Nicolle LE et al. Clinical Practice Guideline for the Management of Asymptomatic Bacteriuria. Clinical Infectious Diseases. 2019;68(10):e83-e110.
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