Bauchaortenaneurysma – Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Bauchaortenaneurysma ist eine krankhafte Erweiterung der Bauchschlagader. Es verläuft oft symptomlos, kann aber bei einem Riss lebensbedrohlich werden.
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Ein Bauchaortenaneurysma ist eine krankhafte Erweiterung der Bauchschlagader. Es verläuft oft symptomlos, kann aber bei einem Riss lebensbedrohlich werden.
Was ist ein Bauchaortenaneurysma?
Ein Bauchaortenaneurysma (kurz: BAA, medizinisch: Abdominales Aortenaneurysma, AAA) ist eine krankhafte, sackartige oder spindelförmige Erweiterung der Bauchaorta – der größten Schlagader des menschlichen Körpers im Bauchbereich. Von einem Aneurysma spricht man, wenn der Durchmesser der Aorta an einer Stelle um mehr als 50 Prozent gegenüber dem normalen Wert zunimmt, was beim Erwachsenen einem Durchmesser von mehr als 3 cm entspricht. Ein rupturiertes (gerissenes) Bauchaortenaneurysma ist ein medizinischer Notfall mit hoher Sterblichkeitsrate.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Entstehung eines Bauchaortenaneurysmas ist in den meisten Fällen auf degenerative Veränderungen der Gefäßwand zurückzuführen. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko erheblich:
- Arteriosklerose (Gefäßverkalkung): Die häufigste Grundursache, bei der sich Ablagerungen in der Gefäßwand bilden und diese schwächen.
- Rauchen: Gilt als wichtigster vermeidbarer Risikofaktor.
- Bluthochdruck (Hypertonie): Erhöhter Druck auf die Gefäßwand begünstigt die Ausdehnung.
- Höheres Lebensalter: Das Risiko steigt ab dem 65. Lebensjahr deutlich an.
- Männliches Geschlecht: Männer sind etwa 4- bis 6-mal häufiger betroffen als Frauen.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist bekannt.
- Chronische Entzündungen oder seltene Bindegewebserkrankungen (z. B. Marfan-Syndrom).
Symptome
Das Bauchaortenaneurysma verläuft in den meisten Fällen lange Zeit ohne Symptome und wird häufig zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Wenn Beschwerden auftreten, können diese sein:
- Dumpfe, anhaltende Schmerzen im Bauch oder unteren Rücken
- Ein pulsierende Masse im Bauch, die manchmal spürbar ist
- Ausstrahlung der Schmerzen in die Leiste, den Rücken oder die Beine
Bei einer drohenden Ruptur (Riss) treten plötzlich starke, reißende Schmerzen in Bauch und Rücken auf, verbunden mit Schwindel, Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit. Dies ist ein medizinischer Notfall, der sofortiges Handeln erfordert.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren:
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Schnelles, sicheres und kostengünstiges Erstuntersuchungsverfahren; wird auch als Screening eingesetzt.
- Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel: Liefert genaue Informationen über Größe, Form und Lage des Aneurysmas – besonders vor einer Operation unverzichtbar.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Alternative zur CT, besonders bei Patienten mit Kontrastmittelunverträglichkeit.
In Deutschland wird Männern ab 65 Jahren ein einmaliges Ultraschall-Screening auf Bauchaortenaneurysma als gesetzliche Kassenleistung angeboten.
Behandlung
Konservative Therapie (Beobachtung)
Kleine Aneurysmen mit einem Durchmesser unter 5 cm werden in der Regel regelmäßig überwacht (alle 6 bis 12 Monate per Ultraschall). Gleichzeitig werden Risikofaktoren konsequent behandelt: Blutdruckkontrolle, Rauchstopp, Cholesterinsenkung und körperliche Aktivität.
Operative Behandlung
Bei einem Durchmesser von 5 cm oder mehr, bei schnellem Wachstum oder bei Beschwerden wird eine operative Versorgung empfohlen. Es gibt zwei Verfahren:
- Offene Operation: Die Aorta wird chirurgisch freigelegt und das Aneurysma durch eine Gefäßprothese ersetzt. Dieses Verfahren ist belastend, aber langfristig sehr zuverlässig.
- Endovaskuläre Aortenreparatur (EVAR): Ein Stentgraft (eine Art Gefäßstütze) wird minimalinvasiv über die Leistengefäße in die Aorta eingesetzt und dichtet das Aneurysma ab. Dieses Verfahren ist schonender, erfordert aber regelmäßige Nachkontrollen.
Prognose
Bei frühzeitiger Erkennung und konsequenter Behandlung ist die Prognose gut. Eine rupturierte Bauchaorta hat hingegen eine sehr hohe Sterblichkeit (über 80 Prozent). Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher entscheidend, besonders für Risikogruppen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG): Leitlinie zum Bauchaortenaneurysma, AWMF-Registernummer 004-014 (2018).
- Wanhainen A. et al. – European Society for Vascular Surgery (ESVS) 2019 Clinical Practice Guidelines on the Management of Abdominal Aorto-iliac Artery Aneurysms. European Journal of Vascular and Endovascular Surgery, 2019.
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Ultraschall-Screening auf Bauchaortenaneurysma – Richtlinie zum Screening, 2018. Online verfügbar unter: www.g-ba.de
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