Beckenendlage: Ursachen, Diagnose und Geburt
Bei der Beckenendlage liegt das Baby kurz vor der Geburt nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Steiß oder den Füßen nach unten. Diese Lage kann die Geburtsplanung beeinflussen.
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Bei der Beckenendlage liegt das Baby kurz vor der Geburt nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Steiß oder den Füßen nach unten. Diese Lage kann die Geburtsplanung beeinflussen.
Was ist die Beckenendlage?
Die Beckenendlage (auch Steißlage genannt) beschreibt eine bestimmte Lage des ungeborenen Kindes im Mutterleib kurz vor der Geburt. Anstatt mit dem Kopf nach unten in Richtung Geburtskanal zu liegen, zeigt bei der Beckenendlage der Steiß, die Beine oder die Füße des Kindes nach unten. In der Regel drehen sich die meisten Babys bis zur 36. Schwangerschaftswoche von selbst in die sogenannte Schädellage (Kopf nach unten). Bleibt das Kind in der Beckenendlage, sind besondere geburtsmedizinische Maßnahmen notwendig.
Häufigkeit
Die Beckenendlage tritt bei etwa 3 bis 5 Prozent aller Schwangerschaften am Ende der Schwangerschaft auf. In früheren Schwangerschaftswochen ist sie deutlich häufiger, da das Baby noch ausreichend Platz hat, sich zu drehen.
Formen der Beckenendlage
- Reine Steißlage: Der Steiß zeigt nach unten, die Beine sind nach oben gestreckt (häufigste Form).
- Vollständige Steißlage: Der Steiß zeigt nach unten, die Beine sind im Hüft- und Kniegelenk angewinkelt.
- Fußlage: Ein oder beide Füße zeigen als vorangehender Teil nach unten.
- Knielage: Ein oder beide Knie zeigen nach unten (selten).
Ursachen und Risikofaktoren
Oft lässt sich keine eindeutige Ursache für die Beckenendlage finden. Mögliche Faktoren, die eine Beckenendlage begünstigen können, sind:
- Frühgeburt (der Fötus hat noch mehr Platz zur Bewegung)
- Mehrlingsschwangerschaft (z. B. Zwillinge)
- Zu viel oder zu wenig Fruchtwasser (Polyhydramnion bzw. Oligohydramnion)
- Vorliegen einer Plazenta praevia (Fehllage der Plazenta)
- Gebärmutterfehlbildungen oder Myome
- Vorherige Sectiones (Kaiserschnitte)
- Bestimmte fetale Fehlbildungen
Diagnose
Die Beckenendlage wird in der Regel durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt, die im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt wird. Ergänzend kann eine äußere Untersuchung (Palpation nach Leopold) Hinweise geben. Spätestens ab der 36. Schwangerschaftswoche wird die Kindslage routinemäßig überprüft, um die Geburtsplanung rechtzeitig vorzubereiten.
Behandlung und Maßnahmen
Äußere Wendung (ECV)
Die äußere Wendung (englisch: External Cephalic Version, ECV) ist ein medizinisches Verfahren, bei dem der Arzt oder die Ärztin versucht, das Baby durch gezielten Druck von außen auf den Bauch der Mutter in die Schädellage zu drehen. Dieser Eingriff wird in der Regel ab der 36. Schwangerschaftswoche in einer Klinik durchgeführt, da eine kontinuierliche Überwachung des Kindes notwendig ist. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 50 bis 60 Prozent.
Lagerungsübungen und komplementäre Methoden
Einige Schwangere versuchen durch bestimmte Lagerungsübungen (z. B. Knie-Ellenbogen-Lage), Yoga oder Akupunktur (Moxibustion) eine spontane Drehung des Kindes zu fördern. Die wissenschaftliche Evidenz für diese Methoden ist begrenzt, jedoch gelten sie in der Regel als sicher.
Geburtsmodus
Wenn das Kind in der Beckenendlage verbleibt, stehen grundsätzlich zwei Geburtsoptionen zur Verfügung:
- Geplanter Kaiserschnitt (Sectio caesarea): In Deutschland und vielen anderen Ländern ist dies bei Beckenendlage die häufigste Empfehlung, da er mit einem geringeren Risiko für das Kind verbunden ist.
- Vaginale Steißgeburt: In ausgewählten Fällen und unter bestimmten Voraussetzungen (erfahrenes Geburtsteam, geeignete Anatomie der Mutter und Lage des Kindes) kann eine vaginale Geburt aus Beckenendlage möglich sein. Dies erfordert eine sorgfältige Abwägung und Beratung.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) - Leitlinie zur Beckenendlage, AWMF-Register Nr. 015/051 (2021).
- Hofmeyr GJ, Kulier R, West HM. - External cephalic version for breech presentation at term. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2015.
- Impey LWM et al. - RCOG Green-top Guideline No. 20b: Management of Breech Presentation. BJOG, 2017.
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