Bisacodyl: Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Bisacodyl ist ein bewährtes Abführmittel zur kurzfristigen Behandlung von Verstopfung sowie zur Darmreinigung vor medizinischen Eingriffen. Es wirkt direkt im Dickdarm.
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Bisacodyl ist ein bewährtes Abführmittel zur kurzfristigen Behandlung von Verstopfung sowie zur Darmreinigung vor medizinischen Eingriffen. Es wirkt direkt im Dickdarm.
Was ist Bisacodyl?
Bisacodyl ist ein synthetisches Laxativum (Abführmittel) aus der Gruppe der stimulierenden Laxanzien. Es wird seit Jahrzehnten zur kurzfristigen Behandlung von Verstopfung (Obstipation) eingesetzt und ist in vielen Ländern rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Darüber hinaus wird Bisacodyl zur Darmreinigung vor diagnostischen oder chirurgischen Eingriffen, wie etwa einer Koloskopie (Darmspiegelung), verwendet.
Wirkmechanismus
Bisacodyl gehört zu den stimulierenden Laxanzien und entfaltet seine Wirkung nach enzymatischer Aktivierung im Dickdarm. Der Wirkstoff hemmt die Wasserrückresorption aus dem Darminhalt und regt gleichzeitig die Darmbewegungen (Peristaltik) an. Dies führt zu einer Beschleunigung des Stuhltransports und einer Erweichung des Stuhls.
Bisacodyl liegt als Prodrug vor, das heißt, es wird erst im Darm durch Darmbakterien und Darmenzyme in seine aktive Form umgewandelt. Diese aktive Form stimuliert die Nerven der Darmwand und steigert die Sekretion von Wasser und Elektrolyten in das Darmlumen.
Anwendungsgebiete
- Kurzfristige Behandlung von Verstopfung bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren (Zäpfchen) bzw. ab 4 Jahren (Tabletten)
- Darmreinigung vor Koloskopie, Rektoskopie oder chirurgischen Eingriffen am Darm
- Unterstützende Maßnahme bei Patienten mit vorübergehend eingeschränkter Darmtätigkeit, z.B. nach Operationen oder bei Bettlägerigkeit
Darreichungsformen und Dosierung
Tabletten
Bisacodyl-Tabletten sind meist mit einem magensaftresistenten Überzug versehen, damit der Wirkstoff nicht im Magen, sondern erst im Dickdarm freigesetzt wird. Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt 5–10 mg (1–2 Tabletten) einmal täglich, vorzugsweise abends, sodass der Stuhlgang am nächsten Morgen eintritt. Die Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt und nicht zerkaut oder geteilt werden. Gleichzeitiger Konsum von Milch oder Antazida sollte vermieden werden, da dies den Überzug vorzeitig auflösen kann.
Zäpfchen (Suppositorien)
Bisacodyl-Zäpfchen wirken schneller als Tabletten und setzen ihre Wirkung in der Regel innerhalb von 15–60 Minuten nach der Anwendung ein. Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt ein Zäpfchen mit 10 mg Bisacodyl. Für Kinder stehen niedriger dosierte Zäpfchen zur Verfügung.
Nebenwirkungen
Bisacodyl wird bei kurzfristiger Anwendung in der Regel gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Bauchkrämpfe und -schmerzen
- Übelkeit
- Durchfall (bei Überdosierung)
- Rektale Reizungen oder Brennen (besonders bei Zäpfchen)
- Elektrolytstörungen (bei längerer oder missbräuchlicher Anwendung), insbesondere Kaliummangel (Hypokaliämie)
Gegenanzeigen und Warnhinweise
Bisacodyl darf nicht angewendet werden bei:
- Darmverschluss (Ileus)
- Akuten entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa im akuten Schub)
- Akutem Abdomen (z.B. Appendizitis)
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Bisacodyl
- Schwerer Dehydratation
In der Schwangerschaft sollte Bisacodyl nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin angewendet werden. Eine Daueranwendung über mehr als 2 Wochen wird ohne ärztliche Begleitung nicht empfohlen, da sie zu einer Gewöhnung und einem sogenannten laxantienbedingten Colon führen kann.
Wechselwirkungen
- Gleichzeitige Einnahme von Antazida oder Milch kann den Filmüberzug der Tabletten vorzeitig auflösen und zu Magenkrämpfen führen.
- Bei gleichzeitiger Einnahme von Diuretika oder Kortikosteroiden kann das Risiko einer Hypokaliämie erhöht sein.
- Digoxin und andere herzwirksame Glykoside: Eine durch Bisacodyl verursachte Hypokaliämie kann deren Wirkung verstärken.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Assessment report on Bisacodyl, EMA/HMPC/417905/2008.
- Lembcke B. et al. - Laxanzien: Übersicht und klinische Anwendung. Deutsches Ärzteblatt, 2012.
- World Gastroenterology Organisation (WGO): Global Guidelines on Constipation, 2010. Verfügbar unter: www.worldgastroenterology.org
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