Blasenfisteln – Ursachen, Symptome und Behandlung
Blasenfisteln sind krankhafte Verbindungen zwischen der Harnblase und benachbarten Organen. Sie verursachen Beschwerden wie Harnwegsinfekte oder Harnverlust und bedürfen meist einer operativen Behandlung.
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Blasenfisteln sind krankhafte Verbindungen zwischen der Harnblase und benachbarten Organen. Sie verursachen Beschwerden wie Harnwegsinfekte oder Harnverlust und bedürfen meist einer operativen Behandlung.
Was sind Blasenfisteln?
Eine Blasenfistel (medizinisch: Harnblasenfistel) ist eine krankhafte, kanalähnliche Verbindung zwischen der Harnblase und einem benachbarten Organ oder der Körperoberfläche. Solche Verbindungen entstehen nicht auf natürlichem Wege, sondern als Folge von Erkrankungen, Verletzungen oder Eingriffen. Über diesen Kanal kann Urin unkontrolliert in andere Körperbereiche gelangen, was zu erheblichen Beschwerden führt.
Arten von Blasenfisteln
Je nachdem, welches Organ mit der Harnblase verbunden ist, unterscheidet man verschiedene Typen:
- Vesikovaginale Fistel: Verbindung zwischen Harnblase und Scheide – häufigste Form bei Frauen.
- Vesikointestinale Fistel (Kolovesikale Fistel): Verbindung zwischen Harnblase und Darm, meist dem Dickdarm.
- Vesikouterine Fistel: Verbindung zwischen Harnblase und Gebärmutter.
- Vesikorekale Fistel: Verbindung zwischen Harnblase und Mastdarm.
- Kutane Blasenfistel: Verbindung zwischen Harnblase und Haut.
Ursachen
Blasenfisteln können durch verschiedene Faktoren entstehen:
- Operationen: Gynäkologische Eingriffe, Darmoperationen oder urologische Operationen können die Blasenwand versehentlich verletzen.
- Geburten: Insbesondere langwierige oder schwierige Geburten können zu Gewebeschäden führen, die eine Fistelbildung begünstigen.
- Entzündliche Darmerkrankungen: Morbus Crohn oder Divertikulitis können benachbartes Gewebe angreifen und Fisteln verursachen.
- Tumoren: Bösartige Erkrankungen der Blase, des Darms oder der weiblichen Geschlechtsorgane können in umliegendes Gewebe einwachsen.
- Strahlentherapie: Bestrahlung im Beckenbereich kann das Gewebe schädigen und Fisteln verursachen.
- Traumata: Verletzungen durch Unfälle oder äußere Gewalteinwirkung.
Symptome
Die Beschwerden hängen davon ab, welche Organe betroffen sind:
- Vesikovaginale Fistel: Unwillkürlicher, kontinuierlicher Harnabgang über die Scheide ohne Harndrang.
- Kolovesikale Fistel: Luft oder Stuhl im Urin (Pneumaturie bzw. Fäkalurie), häufige Harnwegsinfektionen, trüber oder übelriechender Urin.
- Allgemeine Symptome: Wiederkehrende Harnwegsinfekte, Schmerzen im Unterleib, Fieber bei Infektion.
Diagnose
Zur Diagnose einer Blasenfistel stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:
- Zystoskopie: Direkte Betrachtung der Blaseninnenwand mit einem Endoskop – wichtigstes diagnostisches Verfahren.
- Bildgebung: Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Beckens zur genauen Lokalisation.
- Zystografie: Röntgenuntersuchung der Blase mit Kontrastmittel.
- Laboruntersuchungen: Urinanalyse zum Nachweis von Bakterien, Entzündungszeichen oder Stuhlbestandteilen.
- Farbstofftest: Einbringen eines Farbstoffs in die Blase oder die Scheide, um die Fistelverbindung sichtbar zu machen.
Behandlung
Die Therapie der Blasenfistel richtet sich nach Ursache, Lokalisation und Ausdehnung der Verbindung.
Konservative Maßnahmen
In seltenen Fällen – insbesondere bei kleinen, frisch entstandenen Fisteln – kann ein dauerhafter Blasenkatheter ausreichen, um die Blasenwand zu entlasten und eine spontane Heilung zu ermöglichen. Gleichzeitig werden Harnwegsinfektionen mit Antibiotika behandelt.
Operative Behandlung
In den meisten Fällen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Dabei wird die Fistelverbindung durchtrennt, das betroffene Gewebe entfernt und die Blasenwand sowie das benachbarte Organ sorgfältig verschlossen. Je nach Lage der Fistel kann dies minimalinvasiv (laparoskopisch) oder als offene Operation erfolgen. Bei zugrundeliegenden Erkrankungen wie Morbus Crohn oder einem Tumor muss zusätzlich die Grunderkrankung behandelt werden.
Nachsorge
Nach der Operation ist eine regelmäßige urologische Kontrolle wichtig, um das Ergebnis zu überwachen und Rückfälle frühzeitig zu erkennen.
Prognose
Die Heilungsaussichten bei Blasenfisteln sind nach erfolgreicher Operation in der Regel gut. Entscheidend ist jedoch die Behandlung der zugrundeliegenden Ursache. Bei Fisteln infolge von Tumoren oder Strahlentherapie kann die Prognose eingeschränkter sein.
Quellen
- Hautmann, R. & Gschwend, J. E. (Hrsg.) – Urologie. Springer Verlag, 5. Auflage (2014).
- Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) – Leitlinien und Patienteninformationen zur Harnblase. Online verfügbar unter: www.urologenportal.de
- World Health Organization (WHO) – Obstetric Fistula. Fact Sheet. Online verfügbar unter: www.who.int
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