Blutausstrich – Definition, Durchführung und Bedeutung
Der Blutausstrich ist eine mikroskopische Untersuchungsmethode, bei der Blut dünn auf einem Objektträger verteilt und analysiert wird. Er liefert wichtige Informationen über Blutzellen.
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Der Blutausstrich ist eine mikroskopische Untersuchungsmethode, bei der Blut dünn auf einem Objektträger verteilt und analysiert wird. Er liefert wichtige Informationen über Blutzellen.
Was ist ein Blutausstrich?
Der Blutausstrich (auch Blutabstrich oder Blutausstrichpräparat) ist eine grundlegende labordiagnostische Methode in der Medizin. Dabei wird ein kleiner Tropfen Blut dünn und gleichmäßig auf einem Glasobjektträger ausgestrichen, anschließend getrocknet und mit speziellen Färbelösungen behandelt. Unter dem Mikroskop können die verschiedenen Blutzellen dann detailliert beurteilt werden. Diese Methode gehört zu den ältesten und gleichzeitig informativsten Untersuchungen in der Hämatologie, also der Lehre vom Blut und seinen Erkrankungen.
Wie funktioniert die Untersuchung?
Die Herstellung eines Blutausstrichs erfolgt in mehreren Schritten:
- Blutentnahme: Ein kleiner Tropfen Blut wird aus einer Kapillare (z. B. Fingerkuppe) oder aus einer Blutprobe aus der Vene entnommen.
- Ausstreichen: Der Blutstropfen wird mit einem zweiten Objektträger in einem flachen Winkel gleichmäßig auf dem Glasobjektträger ausgestrichen, sodass eine dünne Schicht entsteht.
- Trocknung und Fixierung: Der Ausstrich wird an der Luft getrocknet und anschließend chemisch fixiert, damit die Zellen ihre Form behalten.
- Färbung: Häufig werden Standardfärbungen wie die May-Grünwald-Giemsa-Färbung oder die Wright-Färbung verwendet. Diese machen die Zellkerne und das Zytoplasma sichtbar und heben die verschiedenen Zelltypen farblich hervor.
- Mikroskopische Auswertung: Ein Mediziner oder medizinisch-technischer Assistent analysiert das Präparat unter dem Mikroskop und beurteilt Form, Größe und Anzahl der Blutzellen.
Was wird untersucht?
Im Blutausstrich werden alle wesentlichen Bestandteile des Blutes beurteilt:
Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
Die Erythrozyten werden hinsichtlich ihrer Form (Morphologie), Größe und Färbung (Chromie) analysiert. Abweichungen können auf Anämien (Blutarmut), Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel oder erbliche Erkrankungen wie die Sichelzellanämie hinweisen.
Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
Die Leukozyten werden in ihre verschiedenen Untergruppen (Differentialblutbild) eingeteilt: Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile. Veränderungen in der Zusammensetzung oder im Aussehen der Leukozyten können auf Infektionen, Entzündungen, allergische Reaktionen oder Erkrankungen des blutbildenden Systems wie Leukämie hinweisen.
Blutplättchen (Thrombozyten)
Die Thrombozyten werden auf ihre Anzahl und Morphologie hin überprüft. Zu wenige oder veränderte Thrombozyten können Blutungsneigungen oder Gerinnungsstörungen verursachen.
Wann wird ein Blutausstrich durchgeführt?
Der Blutausstrich wird in zahlreichen klinischen Situationen eingesetzt, unter anderem bei:
- Verdacht auf Anämie (Blutarmut) unterschiedlicher Ursache
- Abklärung von Infektionskrankheiten, z. B. Malaria (Nachweis von Plasmodien)
- Verdacht auf hämatologische Erkrankungen wie Leukämie oder Lymphome
- Kontrolle nach Chemotherapie oder Knochenmarktransplantation
- Auffälligkeiten im maschinellen Blutbild (z. B. ungewöhnliche Zellzahlen)
- Überwachung chronischer Erkrankungen, die das Blutbild beeinflussen
Klinische Bedeutung und Grenzen
Der Blutausstrich ist ein unverzichtbares diagnostisches Werkzeug, da er als einzige Methode eine direkte visuelle Beurteilung der Blutzellen ermöglicht. Automatisierte Blutbildgeräte können zwar schnell quantitative Daten liefern, jedoch keine qualitativen Zellveränderungen so präzise erfassen wie die mikroskopische Analyse. Gleichzeitig ist die Methode von der Erfahrung des Untersuchers abhängig und liefert nur eine Momentaufnahme des Blutbildes. Sie wird daher häufig ergänzend zu anderen Laboruntersuchungen eingesetzt.
Quellen
- Bain, B. J. (2015). Blood Cells: A Practical Guide. 5. Auflage. Wiley-Blackwell.
- Buttarello, M. & Plebani, M. (2008). Automated blood cell counts: state of the art. American Journal of Clinical Pathology, 130(1), 104-116. PubMed PMID: 18550479.
- World Health Organization (2000). Basic Malaria Microscopy. Part I: Learner's Guide. WHO Press, Genf.
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