Bradykardie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Bradykardie bezeichnet einen verlangsamten Herzschlag mit weniger als 60 Schlägen pro Minute. Sie kann harmlos oder behandlungsbedürftig sein.
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Bradykardie bezeichnet einen verlangsamten Herzschlag mit weniger als 60 Schlägen pro Minute. Sie kann harmlos oder behandlungsbedürftig sein.
Was ist Bradykardie?
Bradykardie (auch: Bradycardie) bezeichnet eine Herzfrequenz von weniger als 60 Schlägen pro Minute. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: bradys bedeutet langsam, kardia bedeutet Herz. Bei gesunden, gut trainierten Sportlern kann eine niedrige Herzfrequenz völlig normal sein. In anderen Fällen kann eine Bradykardie jedoch ein Zeichen einer ernsten Herzerkrankung oder einer Störung des Herzrhythmus sein.
Ursachen
Die Ursachen einer Bradykardie sind vielfältig. Sie lassen sich in physiologische (normale) und pathologische (krankhafte) Ursachen unterteilen:
- Physiologisch: Gut trainierte Ausdauersportler haben häufig eine Ruheherzfrequenz unter 60, da ihr Herz effizienter pumpt.
- Sinusknotenerkrankung (Sick-Sinus-Syndrom): Der natürliche Taktgeber des Herzens arbeitet zu langsam oder unregelmäßig.
- AV-Block: Die elektrische Überleitung zwischen Vorhöfen und Herzkammern ist gestört.
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen verlangsamt den Stoffwechsel und die Herzfrequenz.
- Elektrolytstörungen: Insbesondere ein erhöhter Kaliumspiegel (Hyperkaliämie) kann die Herzfrequenz senken.
- Medikamente: Betablocker, Kalziumkanalblocker, Digitalis und andere Herzmedikamente können eine Bradykardie auslösen.
- Herzinfarkt oder Herzmuskelentzündung: Schäden am Herzmuskel können das Erregungsleitungssystem beeinflussen.
- Erhöhter Hirndruck oder Vagusreiz: Starke parasympathische Aktivierung kann die Herzfrequenz senken.
Symptome
Ob eine Bradykardie Beschwerden verursacht, hängt von ihrer Schwere und der zugrundeliegenden Ursache ab. Typische Symptome umfassen:
- Schwindel oder Benommenheit
- Kurzatmigkeit, besonders bei Belastung
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Brustschmerzen oder Herzstolpern
- Ohnmacht oder kurzzeitiger Bewusstseinsverlust (Synkope)
- Verminderte Belastungstoleranz
In schweren Fällen kann eine Bradykardie zu unzureichender Durchblutung lebenswichtiger Organe führen und stellt dann einen medizinischen Notfall dar.
Diagnose
Die wichtigste diagnostische Maßnahme ist das Elektrokardiogramm (EKG), das die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet und Herzrhythmusstörungen sichtbar macht. Weitere Untersuchungen umfassen:
- Langzeit-EKG (Holter-EKG): Aufzeichnung des Herzrhythmus über 24 bis 48 Stunden, um intermittierende Bradykardien zu erfassen.
- Blutuntersuchungen: Bestimmung von Schilddrüsenwerten, Elektrolyten und ggf. Medikamentenspiegeln.
- Echokardiographie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung der Herzstruktur und -funktion.
- Kipptischuntersuchung: Bei Verdacht auf eine vasovagale Ursache von Ohnmachtsanfällen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Bradykardie:
- Abwarten und Beobachten: Bei asymptomatischer Bradykardie, z. B. bei Sportlern, ist keine Behandlung erforderlich.
- Medikamentenanpassung: Falls herzfrequenzsenkende Medikamente die Ursache sind, wird die Dosierung angepasst oder das Medikament gewechselt.
- Behandlung der Grunderkrankung: Bei Hypothyreose wird eine Schilddrüsenhormontherapie eingeleitet; bei Elektrolytstörungen erfolgt ein Ausgleich.
- Medikamentöse Akuttherapie: In Notfallsituationen kann Atropin intravenös gegeben werden, um die Herzfrequenz zu steigern.
- Herzschrittmacher: Bei anhaltender, symptomatischer Bradykardie, die auf andere Behandlungen nicht anspricht, ist die Implantation eines Herzschrittmachers die Therapie der Wahl. Das Gerät erkennt eine zu langsame Herzfrequenz und stimuliert das Herz elektrisch.
Wann zum Arzt?
Wer Symptome wie Schwindel, Ohnmacht, anhaltende Erschöpfung oder Brustschmerzen bei sich feststellt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Bei plötzlichem Bewusstseinsverlust oder starken Brustschmerzen ist sofort der Notruf (112) zu rufen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK): Leitlinien zum Management von Herzrhythmusstörungen, 2021.
- Zipes DP et al. - ACC/AHA/ESC 2006 Guidelines for Management of Patients With Ventricular Arrhythmias. Circulation, 2006.
- Kusumoto FM et al. - 2018 ACC/AHA/HRS Guideline on the Evaluation and Management of Patients With Bradycardia and Cardiac Conduction Delay. Journal of the American College of Cardiology, 2019.
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