Bradypnoe: Ursachen, Symptome und Behandlung
Bradypnoe bezeichnet eine krankhaft verlangsamte Atemfrequenz unter 12 Atemzüge pro Minute. Sie kann auf ernste Erkrankungen hinweisen und erfordert ärztliche Abklärung.
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Bradypnoe bezeichnet eine krankhaft verlangsamte Atemfrequenz unter 12 Atemzüge pro Minute. Sie kann auf ernste Erkrankungen hinweisen und erfordert ärztliche Abklärung.
Was ist Bradypnoe?
Bradypnoe bezeichnet eine pathologisch verlangsamte Atemfrequenz beim Erwachsenen von weniger als 12 Atemzügen pro Minute. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern bradys (langsam) und pnoe (Atmung) zusammen. Im Gegensatz zur normalen Ruheatmung, die bei Erwachsenen zwischen 12 und 20 Atemzüge pro Minute beträgt, ist die Atemtätigkeit bei der Bradypnoe deutlich reduziert. Dies kann zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Körpers führen und stellt in vielen Fällen ein ernstes medizinisches Zeichen dar.
Ursachen
Bradypnoe kann durch eine Vielzahl von Erkrankungen und Zuständen ausgelöst werden:
- Medikamente und Drogen: Opioide (z. B. Morphin), Beruhigungsmittel, Schlafmittel und Alkohol können das Atemzentrum im Gehirn hemmen und zu einer verlangsamten Atmung führen.
- Neurologische Erkrankungen: Schädigungen des Atemzentrums im Hirnstamm durch Schlaganfall, Hirntrauma oder erhöhten Hirndruck können die Atemfrequenz senken.
- Metabolische Störungen: Ein stark erniedrigter Blutzucker (Hypoglykämie) oder eine ausgeprägte Unterkühlung (Hypothermie) können die Atemregulation beeinträchtigen.
- Schlafapnoe: Bei der obstruktiven Schlafapnoe kann es zu verlängerter Atempause oder verlangsamter Atmung kommen.
- Schwere Infektionen: Bestimmte systemische Infektionen oder eine Sepsis können das Atemzentrum beeinflussen.
- Herzerkrankungen: Eine schwere Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen können indirekt die Atmung beeinflussen.
Symptome
Die Bradypnoe selbst ist ein klinisches Zeichen, das mit weiteren Symptomen einhergehen kann:
- Schläfrigkeit oder Benommenheit
- Verwirrung oder Desorientiertheit Zyanose (Blaufärbung der Lippen oder Fingernägel durch Sauerstoffmangel)
- Kurzatmigkeit oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Kopfschmerzen (durch erhöhten Kohlendioxidgehalt im Blut)
- Im schweren Fall: Bewusstlosigkeit oder Atem-Kreislauf-Stillstand
Diagnose
Die Diagnose der Bradypnoe erfolgt zunächst durch die klinische Messung der Atemfrequenz. Weitere diagnostische Maßnahmen dienen der Ursachenfindung:
- Pulsoxymetrie: Messung der Sauerstoffsättigung im Blut, um eine Hypoxie (Sauerstoffmangel) festzustellen.
- Blutgasanalyse (BGA): Bestimmung von Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt sowie des pH-Werts im Blut.
- Blutuntersuchungen: Blutzucker, Elektrolyte, Nierenwerte und Entzündungsmarker.
- EKG: Beurteilung der Herzfunktion.
- Bildgebung: CT oder MRT des Schädels bei Verdacht auf neurologische Ursachen.
- Medikamentenanamnese: Erfassung aller eingenommenen Medikamente, insbesondere Opioide oder Sedativa.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Opioid-Antagonisten: Bei einer Opioid-bedingten Bradypnoe kann der Wirkstoff Naloxon (Narcan) eingesetzt werden, um die atemdepressive Wirkung der Opioide aufzuheben.
- Sauerstoffgabe: Bei unzureichender Sauerstoffversorgung wird Sauerstoff über eine Maske oder Nasenbrille verabreicht.
- Beatmungsunterstützung: Bei schwerer Bradypnoe oder Ateminsuffizienz kann eine nicht-invasive Beatmung (z. B. CPAP) oder eine maschinelle Beatmung notwendig werden.
- Behandlung der Grunderkrankung: Therapie der auslösenden Erkrankung, z. B. Behandlung einer Sepsis, eines Schlaganfalls oder einer Hypothermie.
- Überwachung: Kontinuierliches Monitoring von Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Vitalzeichen im Krankenhaus.
Wann zum Arzt?
Eine verlangsamte Atmung unter 12 Atemzüge pro Minute ist stets ein ernstes Warnsignal. Betroffene oder Angehörige sollten sofort den Notruf (112) rufen, wenn eine Person weniger als 12-mal pro Minute atmet, bewusstlos ist, blaue Lippen oder Fingernägel aufweist oder nicht ansprechbar ist. Auch eine plötzlich einsetzende verlangsamte Atmung nach Einnahme von Medikamenten oder Drogen erfordert sofortige medizinische Hilfe.
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin 2023. Selbstverlag, Köln, 2023.
- World Health Organization (WHO) - Emergency Triage Assessment and Treatment (ETAT). WHO Press, Genf, 2016.
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin, 2020.
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