Broncholavage – Lungespülung einfach erklärt
Die Broncholavage ist ein diagnostisches und therapeutisches Verfahren, bei dem die Atemwege mit Kochsalzlösung gespült werden, um Zellen und Substanzen aus der Lunge zu gewinnen oder Schleim zu entfernen.
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Die Broncholavage ist ein diagnostisches und therapeutisches Verfahren, bei dem die Atemwege mit Kochsalzlösung gespült werden, um Zellen und Substanzen aus der Lunge zu gewinnen oder Schleim zu entfernen.
Was ist eine Broncholavage?
Die Broncholavage – auch als bronchoalveoläre Lavage (BAL) bezeichnet – ist ein medizinisches Verfahren, bei dem die unteren Atemwege und die kleinen Lungenbläschen (Alveolen) mit einer sterilen Kochsalzlösung gespült werden. Die dabei gewonnene Spülflüssigkeit wird anschließend analysiert, um Erkrankungen der Lunge zu diagnostizieren oder um die Atemwege von Schleim, Erregern oder anderen Ablagerungen zu reinigen.
Das Verfahren wird im Rahmen einer Bronchoskopie durchgeführt, bei der ein flexibler Schlauch (Bronchoskop) durch Nase oder Mund in die Bronchien eingeführt wird. Die Broncholavage gehört zu den Standardverfahren der modernen Pneumologie (Lungenheilkunde).
Anwendungsgebiete
Die Broncholavage wird sowohl zu diagnostischen als auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt:
- Diagnostisch: Nachweis von Infektionserregern (Bakterien, Viren, Pilze), Beurteilung von Entzündungszellen, Diagnose von Lungenfibrosen, Sarkoidose oder anderen interstitiellen Lungenerkrankungen
- Therapeutisch: Entfernung von zähem Schleim bei Mukoviszidose oder schwerer Bronchitis, Behandlung der pulmonalen Alveolarproteinose (Anhäufung von Proteinen in den Lungenbläschen), Reinigung der Atemwege nach Inhalation von Fremdstoffen
Wie wird die Broncholavage durchgeführt?
Der Eingriff erfolgt in der Regel unter leichter Sedierung oder örtlicher Betäubung der Atemwege. Der Ablauf umfasst folgende Schritte:
- Einführen des Bronchoskops durch Nase oder Mund bis in die Bronchien
- Positionierung des Bronchoskops in einem Bronchialast des betroffenen Lungenbereichs
- Einspülen von 100–300 ml steriler, körperwarmer Kochsalzlösung in mehreren Portionen
- Absaugen der Spülflüssigkeit (Lavageflüssigkeit) und Auffangen in einem sterilen Behälter
- Laboranalyse der gewonnenen Flüssigkeit auf Zellen, Erreger, Proteine und andere Substanzen
Auswertung der Lavageflüssigkeit
Die gewonnene Spülflüssigkeit wird im Labor auf verschiedene Parameter untersucht:
- Zellbild: Verhältnis von Makrophagen, Lymphozyten, Neutrophilen und Eosinophilen gibt Hinweise auf die Art der Erkrankung
- Mikrobiologische Kultur: Nachweis von Bakterien, Mykobakterien, Pilzen oder Viren
- Proteinanalyse: z. B. bei pulmonaler Alveolarproteinose
- Zytologie: Suche nach Tumorzellen bei Verdacht auf Lungenkrebs
Risiken und Nebenwirkungen
Die Broncholavage ist ein insgesamt sicheres Verfahren, kann jedoch in seltenen Fällen Nebenwirkungen verursachen:
- Vorübergehender Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut
- Leichtes Fieber nach dem Eingriff (sogenannte Post-BAL-Reaktion)
- Husten und Reizgefühl in den Atemwegen
- Selten: Bronchospasmus (Verkrampfung der Bronchien) oder Blutungen
Schwere Komplikationen sind sehr selten. Patienten mit stark eingeschränkter Lungenfunktion werden sorgfältig auf ihre Eignung für das Verfahren geprüft.
Erwartete Ergebnisse und klinische Bedeutung
Die Broncholavage liefert wertvolle Informationen für die Diagnose und Therapieplanung bei einer Vielzahl von Lungenerkrankungen. Sie ermöglicht eine gezielte Behandlung, da die genaue Ursache einer Lungenerkrankung – z. B. ein spezifischer Erreger – identifiziert werden kann. Bei therapeutischem Einsatz, etwa bei der pulmonalen Alveolarproteinose, kann das wiederholte Spülen der Lunge die Symptome deutlich verbessern und die Lungenfunktion langfristig stabilisieren.
Quellen
- Meyer, K. C. & Raghu, G. (2011). Bronchoalveolar lavage for the evaluation of interstitial lung disease. European Respiratory Journal, 38(3), 761–769.
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Leitlinien zur Bronchoskopie und bronchoalveolären Lavage. Verfügbar unter: https://www.pneumologie.de
- Haslam, P. L. & Baughman, R. P. (1999). Report of ERS Task Force: guidelines for measurement of acellular components and standardization of BAL. European Respiratory Journal, 14(2), 245–248.
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