Pankreaszyste: Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Pankreaszyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Aussackung in oder an der Bauchspeicheldrüse. Sie kann harmlos oder behandlungsbedürftig sein.
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Eine Pankreaszyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Aussackung in oder an der Bauchspeicheldrüse. Sie kann harmlos oder behandlungsbedürftig sein.
Was ist eine Pankreaszyste?
Eine Pankreaszyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Hohlraumbildung, die sich in oder an der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) entwickelt. Sie kann sehr unterschiedlich in Größe, Anzahl und medizinischer Bedeutung sein. Manche Pankreaszysten sind vollständig harmlos und erfordern keine Behandlung, während andere auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen können und einer sorgfältigen Beobachtung oder Therapie bedürfen.
Arten von Pankreaszysten
Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwischen nicht-neoplastischen (gutartigen) und neoplastischen (potenziell bösartigen) Zysten:
- Pseudozysten: Die häufigste Form. Sie entstehen meist als Folge einer Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) oder eines Bauchtraumas. Im Gegensatz zu echten Zysten fehlt ihnen eine Epithelauskleidung.
- Seröse Zystadenome (SCN): Meist gutartige Zysten, die häufiger bei Frauen auftreten und selten bösartig werden.
- Muzinöse Zystadenome (MCN): Enthalten zähflüssige Substanz (Muzin) und haben ein höheres Entartungsrisiko. Sie treten vor allem bei Frauen mittleren Alters auf.
- Intraduktale papillär-muzinöse Neoplasien (IPMN): Wachsen im Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse und können bösartig werden. Sie gelten als eine der häufigsten zystischen Pankreasläsionen.
- Solide pseudopapilläre Neoplasien (SPN): Seltene Tumore, die vor allem bei jungen Frauen auftreten und ein geringes Malignitätspotenzial besitzen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen einer Pankreaszyste hängen stark von ihrer Art ab:
- Akute oder chronische Pankreatitis (häufigste Ursache für Pseudozysten)
- Bauchtrauma oder Verletzungen der Bauchspeicheldrüse
- Genetische Veranlagung (z. B. beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom)
- Alkoholmissbrauch als Risikofaktor für Pankreatitis und Pseudozysten
- Gallensteine, die einen Pankreasgang blockieren
- Spontane Entstehung ohne erkennbare Ursache (besonders bei neoplastischen Zysten)
Symptome
Viele Pankreaszysten verursachen keine Beschwerden und werden zufällig bei bildgebenden Untersuchungen entdeckt. Wenn Symptome auftreten, können diese sein:
- Dumpfe oder drückende Bauchschmerzen, vor allem im Oberbauch oder Rücken
- Übelkeit und Erbrechen
- Völlegefühl oder Druckgefühl im Bauch
- Gewichtsverlust bei größeren oder bösartigen Zysten
- Gelbsucht (Ikterus), wenn die Zyste den Gallengang blockiert
- Bei infizierten Zysten: Fieber und Schüttelfrost
Diagnose
Die Diagnose einer Pankreaszyste erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren:
- Ultraschall (Sonographie): Oft die erste Untersuchung, gut geeignet für größere Zysten.
- Computertomographie (CT): Liefert detaillierte Informationen über Lage, Größe und Beschaffenheit der Zyste.
- Magnetresonanztomographie (MRT) / MRCP: Besonders geeignet zur Darstellung der Pankreasgänge und zur Differenzierung von Zystenarten.
- Endosonographie (EUS): Ultraschalluntersuchung vom Magen oder Dünndarm aus; ermöglicht auch eine Feinnadelaspiration zur Analyse der Zystenflüssigkeit.
- Laboruntersuchungen wie Tumormarker (z. B. CEA, CA 19-9) können ergänzend eingesetzt werden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Art, Größe, Symptomen und Entartungsrisiko der Zyste:
Beobachtendes Abwarten (Watch and Wait)
Kleine, asymptomatische Zysten mit geringem Risiko werden häufig regelmäßig durch bildgebende Verfahren kontrolliert, ohne dass eine aktive Therapie erforderlich ist.
Endoskopische Drainage
Bei symptomatischen Pseudozysten kann eine Drainage über ein Endoskop durchgeführt werden, um die Flüssigkeit abzuleiten.
Chirurgische Entfernung
Bei Zysten mit hohem Entartungsrisiko, rascher Größenzunahme oder anhaltenden Beschwerden kann eine operative Entfernung notwendig sein. Hierbei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, z. B. die distale Pankreatektomie oder die Whipple-Operation (Pankreatikoduodenektomie).
Ablationsverfahren
In bestimmten Fällen kann eine endoskopisch gesteuerte Ablation (Zerstörung) der Zyste mit Alkohol oder anderen Substanzen in Betracht gezogen werden.
Wann zum Arzt?
Bei anhaltenden Oberbauchschmerzen, Gelbfärbung der Haut oder Augen, Fieber oder unerklärlichem Gewichtsverlust sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Zufällig entdeckte Zysten sollten regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.
Quellen
- European Study Group on Cystic Tumours of the Pancreas - European evidence-based guidelines on pancreatic cystic neoplasms. Gut, 2018.
- Tanaka M. et al. - Revisions of international consensus Fukuoka guidelines for the management of IPMN of the pancreas. Pancreatology, 2017.
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) - S3-Leitlinie zum exokrinen Pankreaskarzinom, 2021.
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