Pankreashormon – Insulin, Glukagon & Co. einfach erklärt
Pankreashormone sind Botenstoffe der Bauchspeicheldrüse, die den Blutzucker regulieren. Die wichtigsten sind Insulin und Glukagon.
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Pankreashormone sind Botenstoffe der Bauchspeicheldrüse, die den Blutzucker regulieren. Die wichtigsten sind Insulin und Glukagon.
Was ist ein Pankreashormon?
Als Pankreashormone bezeichnet man die Botenstoffe, die von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert und direkt in die Blutbahn abgegeben werden. Sie gehören zur sogenannten endokrinen Funktion des Pankreas und spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation des Blutzuckerspiegels sowie des Energie- und Fettstoffwechsels. Die hormonproduzierenden Zellen des Pankreas sind in den sogenannten Langerhans-Inseln organisiert, kleinen Zellgruppen, die über das gesamte Drüsengewebe verteilt sind.
Die wichtigsten Pankreashormone
Insulin
Insulin wird von den Beta-Zellen der Langerhans-Inseln produziert und ist das einzige Hormon im menschlichen Körper, das den Blutzucker senken kann. Nach einer Mahlzeit steigt der Glukosespiegel im Blut an, woraufhin Insulin ausgeschüttet wird. Es ermöglicht den Körperzellen, Glukose aufzunehmen und als Energie zu nutzen. Überschüssige Glukose wird in der Leber und in den Muskeln als Glykogen gespeichert. Ein Mangel an Insulin oder eine gestörte Insulinwirkung führt zu Diabetes mellitus.
Glukagon
Glukagon wird von den Alpha-Zellen der Langerhans-Inseln gebildet und wirkt dem Insulin entgegen: Es erhöht den Blutzuckerspiegel, indem es die Leber dazu anregt, gespeichertes Glykogen in Glukose umzuwandeln (Glykogenolyse) und neue Glukose zu bilden (Glukoneogenese). Glukagon wird vor allem bei Unterzuckerung (Hypoglykämie) oder in Fastenphasen ausgeschüttet.
Somatostatin
Somatostatin wird von den Delta-Zellen des Pankreas sezerniert und hat eine hemmende Wirkung auf die Ausschüttung sowohl von Insulin als auch von Glukagon. Es reguliert damit den gesamten Hormonhaushalt des Pankreas und beeinflusst auch die Verdauung, indem es die Magenentleerung verlangsamt.
Pankreatisches Polypeptid (PP)
Das pankreatische Polypeptid wird von den PP-Zellen (auch F-Zellen genannt) produziert. Es beeinflusst die exokrine Pankreasfunktion, also die Produktion von Verdauungsenzymen, und hat eine regulierende Wirkung auf den Appetit und die Nahrungsaufnahme.
Funktion und Bedeutung der Pankreashormone
Die Pankreashormone arbeiten in einem fein abgestimmten Gleichgewicht, um den Blutzucker in einem engen Normbereich (nüchtern ca. 70–100 mg/dl) zu halten. Dieses Gleichgewicht ist entscheidend für die Versorgung aller Körperzellen mit Energie. Störungen in der Produktion oder Wirkung dieser Hormone können zu schwerwiegenden Stoffwechselerkrankungen führen:
- Diabetes mellitus Typ 1: Autoimmune Zerstörung der Beta-Zellen mit absolutem Insulinmangel
- Diabetes mellitus Typ 2: Relative Insulinresistenz und nachlassende Insulinproduktion
- Insulinom: Gutartiger Tumor der Beta-Zellen mit übermäßiger Insulinproduktion
- Glukagonom: Seltener Tumor der Alpha-Zellen mit erhöhten Glukagonspiegeln
Diagnose und Messung von Pankreashormonen
Pankreashormone können im Blut gemessen werden. Relevante Laborwerte sind unter anderem:
- Nüchternblutzucker und HbA1c zur Beurteilung der langfristigen Blutzuckerregulation
- Insulinspiegel und C-Peptid zur Beurteilung der körpereigenen Insulinproduktion
- Glukagonspiegel bei Verdacht auf ein Glukagonom
Therapeutische Relevanz
Pankreashormone oder deren synthetische Analoga werden in der Medizin vielfältig eingesetzt. Insulinpräparate sind die Grundlage der Behandlung von Typ-1-Diabetes und werden auch bei fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes eingesetzt. Glukagoninjektionen werden bei schwerer Hypoglykämie eingesetzt, wenn der Patient keine Nahrung zu sich nehmen kann. Somatostatin-Analoga (z. B. Octreotid) finden Anwendung bei der Behandlung von neuroendokrinen Tumoren und bestimmten Hormonstörungen.
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Köln: Gerd Herold Verlag, 2023.
- World Health Organization (WHO) - Classification of Diabetes Mellitus. Geneva: WHO, 2019. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Kasper, D. L. et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage. New York: McGraw-Hill, 2022.
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