Sideropenie – Eisenmangel: Ursachen & Behandlung
Sideropenie bezeichnet einen Eisenmangel im Körper. Sie kann zu Müdigkeit, Blässe und Konzentrationsschwäche führen und ist weltweit eine der häufigsten Mangelerkrankungen.
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Sideropenie bezeichnet einen Eisenmangel im Körper. Sie kann zu Müdigkeit, Blässe und Konzentrationsschwäche führen und ist weltweit eine der häufigsten Mangelerkrankungen.
Was ist Sideropenie?
Sideropenie (von griechisch sideros = Eisen und penia = Mangel) bezeichnet einen Zustand, bei dem der Eisengehalt im Körper unter den normalen Referenzbereich abfällt. Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das unter anderem für die Bildung von Hämoglobin – dem roten Blutfarbstoff – und für zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt wird. Eine Sideropenie kann, muss aber nicht zwingend, mit einer Anämie (Blutarmut) einhergehen. In frühen Stadien sind die Eisenspeicher erschöpft, ohne dass die Blutbildung bereits sichtbar beeinträchtigt ist.
Ursachen
Die Ursachen einer Sideropenie sind vielfältig:
- Unzureichende Eisenzufuhr: Einseitige oder eisenreiche Lebensmittel meidende Ernährung, vegane oder vegetarische Kostform ohne entsprechende Kompensation.
- Erhöhter Eisenbedarf: Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstumsphasen bei Kindern und Jugendlichen.
- Erhöhte Eisenverluste: Starke Menstruationsblutungen, chronische Blutungen im Magen-Darm-Trakt (z. B. durch Magengeschwüre, Darmpolypen oder Tumore), operative Eingriffe.
- Gestörte Eisenaufnahme: Erkrankungen des Dünndarms wie Zöliakie oder Morbus Crohn, Magensäuremangel, Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Protonenpumpenhemmer).
- Chronische Erkrankungen: Entzündliche oder chronische Erkrankungen können die Eisenverwertung hemmen (sogenannte Anämie chronischer Erkrankungen).
Symptome
Im Frühstadium verläuft eine Sideropenie häufig symptomlos. Mit zunehmender Schwere können folgende Beschwerden auftreten:
- Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
- Blässe der Haut und Schleimhäute
- Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Brüchige Nägel und Haare sowie Haarausfall
- Mundwinkelrhagaden (Einrisse in den Mundwinkeln)
- Restless-Legs-Syndrom (Unruhige Beine)
- Bei Kindern: Entwicklungsverzögerungen und Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung
Diagnose
Die Diagnose einer Sideropenie erfolgt in erster Linie durch Blutuntersuchungen. Folgende Laborparameter sind dabei relevant:
- Serumferritin: Wichtigster Parameter zur Beurteilung der Eisenspeicher; ein niedriger Wert weist auf leere Speicher hin.
- Serumeisen: Gibt den aktuell im Blut zirkulierenden Eisengehalt an.
- Transferrinsättigung: Zeigt an, wie viel Prozent des Transportproteins Transferrin mit Eisen beladen sind.
- Blutbild (Hämoglobin, MCV, MCH): Zur Beurteilung, ob bereits eine Eisenmangelanämie vorliegt.
Bei Verdacht auf eine Blutungsursache können weitere Untersuchungen wie eine Magen- oder Darmspiegelung notwendig sein.
Behandlung
Ernährungsanpassung
Leichte Formen der Sideropenie können durch eine gezielte Ernährungsanpassung behandelt werden. Eisenreiche Lebensmittel sind unter anderem rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse und Nüsse. Die gleichzeitige Zufuhr von Vitamin C verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen (sogenanntes Nicht-Häm-Eisen) erheblich. Kaffee, Tee und Calcium können die Eisenaufnahme hingegen hemmen.
Eisensupplementierung
Bei ausgeprägter Sideropenie oder wenn die Ernährungsumstellung allein nicht ausreicht, werden Eisenpräparate eingesetzt. Diese sind in verschiedenen Formen erhältlich:
- Orales Eisen: Tabletten oder Flüssigpräparate mit Eisensulfat, Eisengluconat oder Eisenfumarat; in der Regel erste Wahl.
- Intravenöse Eiseninfusion: Bei schwerer Anämie, Unverträglichkeit oraler Präparate oder gestörter Resorption.
Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel mehrere Monate, um nicht nur den akuten Mangel zu beheben, sondern auch die Eisenspeicher wieder aufzufüllen.
Behandlung der Grunderkrankung
Liegt der Sideropenie eine zugrundeliegende Erkrankung zugrunde (z. B. eine Blutungsquelle oder eine Resorptionsstörung), muss diese parallel behandelt werden, um einen erneuten Eisenmangel zu verhindern.
Risikogruppen
Bestimmte Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko, eine Sideropenie zu entwickeln:
- Frauen im gebärfähigen Alter (starke Menstruation)
- Schwangere und stillende Frauen
- Säuglinge, Kinder und Jugendliche in Wachstumsphasen
- Veganer und Vegetarier
- Leistungssportler
- Ältere Menschen mit einseitiger Ernährung
- Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
Quellen
- World Health Organization (WHO): Iron Deficiency Anaemia – Assessment, Prevention, and Control. Geneva, 2001. Verfügbar unter: https://www.who.int/nutrition/publications/micronutrients/anaemia_iron_deficiency/en/
- Camaschella C. Iron-deficiency anemia. New England Journal of Medicine. 2015;372(19):1832–1843. doi:10.1056/NEJMra1401038
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Eisen. Bonn, 2021. Verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/
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