Hormontherapie – Wirkung, Anwendung & Risiken
Die Hormontherapie ist eine medizinische Behandlung, bei der Hormone gezielt eingesetzt werden, um Hormonspiegel im Körper zu regulieren oder auszugleichen.
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Die Hormontherapie ist eine medizinische Behandlung, bei der Hormone gezielt eingesetzt werden, um Hormonspiegel im Körper zu regulieren oder auszugleichen.
Was ist eine Hormontherapie?
Die Hormontherapie (auch Hormonbehandlung genannt) ist ein medizinisches Behandlungsverfahren, bei dem körpereigene oder synthetisch hergestellte Hormone verabreicht werden, um einen Hormonmangel auszugleichen, einen Hormonüberschuss zu hemmen oder bestimmte hormonabhängige Erkrankungen zu behandeln. Hormone sind chemische Botenstoffe, die von Drüsen im Körper produziert werden und zahlreiche Körperfunktionen steuern – von Stoffwechsel und Wachstum bis hin zu Fortpflanzung und Stimmung.
Anwendungsgebiete
Die Hormontherapie wird in verschiedenen medizinischen Fachbereichen eingesetzt. Die häufigsten Indikationen umfassen:
- Wechseljahresbeschwerden (Menopause): Linderung von Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen durch Östrogen- und Gestagenpräparate.
- Schilddrüsenerkrankungen: Substitution von Schilddrüsenhormonen bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
- Diabetes mellitus Typ 1: Insulintherapie als lebensnotwendige Hormonsubstitution.
- Hormonmangel bei Männern (Hypogonadismus): Testosterontherapie bei nachgewiesenem Testosteronmangel.
- Wachstumshormonmangel: Substitution mit Wachstumshormon (Somatropin) bei Kindern und Erwachsenen.
- Hormonsensitive Tumoren: Antihormonelle Therapie bei Brust- oder Prostatakrebs, um das Tumorwachstum zu hemmen.
- Genderaffirmative Therapie: Hormontherapie zur Angleichung der körperlichen Merkmale an das empfundene Geschlecht bei Transgender-Personen.
Wirkmechanismus
Je nach Ziel der Behandlung wirkt die Hormontherapie auf unterschiedliche Weise:
Substitutionstherapie
Bei einem Hormonmangel werden fehlende Hormone von außen zugeführt, um den physiologischen Spiegel wiederherzustellen. Ein klassisches Beispiel ist die Gabe von Levothyroxin bei Schilddrüsenunterfunktion oder von Insulin bei Typ-1-Diabetes.
Suppressionstherapie
Hierbei werden Hormone oder Hormonanaloga eingesetzt, um die körpereigene Hormonproduktion zu hemmen. Dies findet beispielsweise bei der Behandlung von hormonrezeptorpositivem Brustkrebs Anwendung, wo Östrogen das Tumorwachstum begünstigt.
Hormonelle Stimulation
In der Reproduktionsmedizin werden Hormone gezielt eingesetzt, um den Eisprung zu stimulieren oder die Einnistung eines Embryos zu fördern.
Formen der Verabreichung
Hormone können auf verschiedenen Wegen verabreicht werden:
- Oral: Als Tabletten oder Kapseln (z. B. Schilddrüsenhormone, Östrogenpräparate)
- Transdermal: Als Pflaster, Gel oder Creme (z. B. Östrogen-Gel in den Wechseljahren)
- Injektionen/Spritzen: Subkutan oder intramuskulär (z. B. Insulin, Testosteron)
- Vaginalringe oder -zäpfchen: Bei lokaler Hormonwirkung im Genitalbereich
- Nasenspray: Z. B. bei bestimmten Hormontherapien in der Reproduktionsmedizin
Risiken und Nebenwirkungen
Wie jede medizinische Behandlung kann auch die Hormontherapie Nebenwirkungen haben, die je nach eingesetztem Hormon, Dosierung und individueller Veranlagung variieren:
- Erhöhtes Risiko für Thrombosen und Embolien (besonders bei oraler Östrogentherapie)
- Mögliche Erhöhung des Brustkrebsrisikos bei langjähriger kombinierter Östrogen-Gestagen-Therapie
- Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen oder Stimmungsschwankungen
- Hautreaktionen an der Applikationsstelle (bei Pflastern oder Injektionen)
- Veränderungen des Blutdrucks oder der Blutfettwerte
Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist während einer Hormontherapie unbedingt erforderlich, um Nutzen und Risiken individuell abzuwägen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Bei Symptomen wie anhaltenden Hitzewallungen, starker Erschöpfung, unerklärlichem Gewichtsverlust oder -zunahme, Zyklusstörungen oder anderen Hinweisen auf eine Hormonstörung sollte eine ärztliche Fachkraft aufgesucht werden. Vor Beginn einer Hormontherapie sind eine gründliche Anamnese, körperliche Untersuchung und Laboruntersuchungen notwendig.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) – Leitlinie zur Hormontherapie in der Peri- und Postmenopause (2020). Verfügbar unter: www.dggg.de
- World Health Organization (WHO) – Endocrine Disrupting Chemicals and Hormonal Therapies. WHO Press, Genf.
- Kaufman J.M. et al. – Testosterone deficiency in men: a review of the evidence and clinical guidelines. European Journal of Endocrinology, 2019.
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