Pankreassaft – Funktion, Enzyme & Bedeutung
Pankreassaft ist eine vom Pankreas (Bauchspeicheldrüse) produzierte Verdauungsflüssigkeit, die wichtige Enzyme und Bikarbonat enthält und für die Nahrungsverdauung unerlässlich ist.
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Pankreassaft ist eine vom Pankreas (Bauchspeicheldrüse) produzierte Verdauungsflüssigkeit, die wichtige Enzyme und Bikarbonat enthält und für die Nahrungsverdauung unerlässlich ist.
Was ist Pankreassaft?
Pankreassaft ist eine klare, farblose Flüssigkeit, die von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert und in den Zwölffingerdarm (Duodenum) abgegeben wird. Er ist ein zentraler Bestandteil der Verdauung und enthält sowohl Verdauungsenzyme als auch Bikarbonat, das den sauren Magenbrei neutralisiert.
Täglich produziert die Bauchspeicheldrüse etwa 1,5 bis 2 Liter Pankreassaft. Seine Zusammensetzung und Menge werden durch hormonelle und nervöse Signale reguliert, die ausgelöst werden, sobald Nahrung in den Magen-Darm-Trakt gelangt.
Bestandteile des Pankreassafts
Bikarbonat
Die sogenannten Gangzellen (Duktalzellen) des Pankreas sezernieren eine bikarbonatreiche Flüssigkeit. Bikarbonat (HCO₃⁻) neutralisiert den stark sauren Magensaft, der aus dem Magen in den Zwölffingerdarm übertritt. Dadurch wird ein pH-Wert von etwa 7 bis 8 im Dünndarm hergestellt, der für die optimale Aktivität der Verdauungsenzyme notwendig ist.
Verdauungsenzyme
Die Azinuszellen des Pankreas produzieren eine Vielzahl von Verdauungsenzymen, die für den Abbau aller drei Hauptnährstoffgruppen verantwortlich sind:
- Amylasen: Spalten Kohlenhydrate (Stärke) in kleinere Zuckermoleküle.
- Lipasen: Zerlegen Fette (Triglyzeride) in Fettsäuren und Glycerol.
- Proteasen (z.B. Trypsin, Chymotrypsin, Elastase): Bauen Proteine und Peptide in einzelne Aminosäuren ab.
- Nukleasen: Spalten DNA und RNA aus der Nahrung.
Die Proteasen werden zunächst als inaktive Vorläufer (Zymogene) produziert, um eine Selbstverdauung des Pankreas zu verhindern. Erst im Dünndarm werden sie durch das Enzym Enterokinase aktiviert.
Regulation der Pankreassaftsekretion
Die Freisetzung von Pankreassaft wird durch zwei wichtige Darmhormone gesteuert:
- Sekretin: Wird ausgeschüttet, wenn saurer Mageninhalt in den Zwölffingerdarm gelangt. Es stimuliert hauptsächlich die Bikarbonatsekretion.
- Cholecystokinin (CCK): Wird freigesetzt, wenn Fette und Proteine den Zwölffingerdarm erreichen. Es regt vor allem die Enzymsekretion der Azinuszellen an.
Zusätzlich spielt der Nervus vagus (Vagusnerv) eine Rolle, indem er bereits in der Magenphase der Verdauung erste Signale an die Bauchspeicheldrüse sendet.
Klinische Bedeutung
Störungen in der Produktion oder Zusammensetzung des Pankreassafts können zu ernsthaften Erkrankungen führen:
- Exokrine Pankreasinsuffizienz: Zu wenig Verdauungsenzyme führen zu Verdauungsstörungen, Fettstühlen (Steatorrhoe) und Mangelernährung.
- Akute Pankreatitis: Vorzeitige Aktivierung von Enzymen innerhalb des Pankreas führt zur Selbstverdauung des Gewebes mit starken Bauchschmerzen.
- Chronische Pankreatitis: Langfristige Entzündung des Pankreas schädigt die sekretorischen Zellen und vermindert dauerhaft die Pankreassaftproduktion.
- Mukoviszidose (Zystische Fibrose): Eine genetische Erkrankung, bei der zähflüssiger Pankreassaft die Ausführungsgänge verstopft und die Enzymfreisetzung blockiert.
Diagnose bei Verdacht auf Störungen
Zur Beurteilung der exokrinen Pankreasfunktion stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung:
- Stuhl-Elastase-Test: Messung der Elastase-1-Konzentration im Stuhl als Marker für die Pankreasenzymproduktion.
- Sekretin-Pankreozymin-Test: Direkter Funktionstest, bei dem Pankreassaft nach hormoneller Stimulation aus dem Duodenum entnommen und analysiert wird.
- Bildgebung: Ultraschall, CT oder MRT zur Beurteilung des Pankreasgewebes und der Ausführungsgänge.
Quellen
- Kasper, D.L. et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill Education, 2022.
- Herold, G. et al. - Innere Medizin 2023. Eigenverlag Gerd Herold, Köln, 2023.
- Löhr, J.M. et al. - United European Gastroenterology evidence-based guidelines for the diagnosis and therapy of chronic pancreatitis. United European Gastroenterology Journal, 2017; 5(2): 153-199.
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