Säure-Basen-Haushalt – Definition und Störungen
Der Säure-Basen-Haushalt beschreibt das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen im menschlichen Körper. Er wird durch den pH-Wert des Blutes gemessen und ist essenziell für alle Körperfunktionen.
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Der Säure-Basen-Haushalt beschreibt das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen im menschlichen Körper. Er wird durch den pH-Wert des Blutes gemessen und ist essenziell für alle Körperfunktionen.
Was ist der Säure-Basen-Haushalt?
Der Säure-Basen-Haushalt bezeichnet das regulierte Gleichgewicht zwischen säuernden und basischen (alkalischen) Substanzen im menschlichen Organismus. Dieses Gleichgewicht wird durch den pH-Wert des Blutes ausgedrückt. Ein gesunder Mensch hat einen Blut-pH-Wert von 7,35 bis 7,45, was einer leicht basischen Umgebung entspricht. Selbst geringe Abweichungen von diesem engen Bereich können lebensbedrohliche Auswirkungen haben, da nahezu alle biochemischen Prozesse im Körper auf einen stabilen pH-Wert angewiesen sind.
Regulation des Säure-Basen-Haushalts
Der Körper verfügt über drei wesentliche Mechanismen, um den pH-Wert stabil zu halten:
- Puffersysteme im Blut: Das wichtigste Puffersystem ist das Bikarbonat-Kohlensäure-System. Es neutralisiert überschüssige Säuren oder Basen innerhalb von Sekunden. Weitere Puffer sind Hämoglobin und Plasmaproteine.
- Atmung (Lunge): Durch die Ausatmung von Kohlendioxid (CO₂) kann der Körper überschüssige Säure schnell abbauen. Die Atemfrequenz wird entsprechend angepasst.
- Nieren: Die Nieren regulieren den pH-Wert langfristig, indem sie Bikarbonat zurückhalten oder Wasserstoffionen (H⁺) ausscheiden. Dieser Prozess dauert Stunden bis Tage, ist aber sehr präzise.
Störungen des Säure-Basen-Haushalts
Wenn der pH-Wert des Blutes aus dem Normalbereich fällt, spricht man von einer Azidose (Übersäuerung) oder einer Alkalose (Überbasung). Diese Störungen werden nach ihrer Ursache weiter unterteilt:
Azidose (pH unter 7,35)
- Respiratorische Azidose: Entsteht durch eine unzureichende Belüftung der Lunge, z. B. bei Atemwegserkrankungen wie COPD, wodurch zu viel CO₂ im Blut verbleibt.
- Metabolische Azidose: Ursachen sind z. B. Nierenversagen, unkontrollierter Diabetes mellitus (diabetische Ketoazidose), starker Durchfall oder Vergiftungen.
Alkalose (pH über 7,45)
- Respiratorische Alkalose: Tritt bei Hyperventilation auf, z. B. infolge von Angstzuständen oder Höhenaufenthalt, da zu viel CO₂ abgeatmet wird.
- Metabolische Alkalose: Kann durch anhaltend starkes Erbrechen, übermäßige Einnahme von Antazida oder Diuretika entstehen.
Symptome von Störungen
Störungen des Säure-Basen-Haushalts können sich durch vielfältige Beschwerden äußern, darunter:
- Übelkeit und Erbrechen
- Beschleunigte oder vertiefte Atmung (sog. Kussmaul-Atmung bei schwerer Azidose)
- Muskelschwäche oder -krämpfe
- Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen
- Herzrhythmusstörungen
- Kribbeln in Händen und Füßen (bei Alkalose)
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Regel mittels einer Blutgasanalyse (BGA), bei der Blut aus einer Arterie entnommen wird. Dabei werden pH-Wert, CO₂-Partialdruck (pCO₂), Sauerstoffpartialdruck (pO₂) sowie der Bikarbonatspiegel (HCO₃⁻) gemessen. Ergänzend werden Elektrolyte wie Kalium und Natrium sowie der sogenannte Anionenlücke bestimmt, um die genaue Ursache der Störung zu identifizieren.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich stets nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Bei einer respiratorischen Azidose steht die Verbesserung der Beatmung im Vordergrund, z. B. durch Atemtherapie, Bronchodilatatoren oder in schweren Fällen maschinelle Beatmung.
- Bei einer metabolischen Azidose wird die Grunderkrankung behandelt (z. B. Insulingabe bei diabetischer Ketoazidose) und ggf. Natriumbikarbonat intravenös verabreicht.
- Bei einer Alkalose werden die auslösenden Faktoren beseitigt, z. B. durch Elektrolytausgleich (Kaliumgabe) oder Atemübungen zur Normalisierung der Atmung.
Klinische Bedeutung
Ein stabiler Säure-Basen-Haushalt ist eine grundlegende Voraussetzung für das Funktionieren aller Organe und Enzymsysteme im Körper. Störungen dieses Gleichgewichts treten häufig als Begleiterscheinung schwerer Erkrankungen auf und erfordern in der Klinik eine sorgfältige Überwachung und Therapie. Besonders kritisch ist die Situation auf Intensivstationen, wo Patienten mit Sepsis, Nierenversagen oder schweren Traumata behandelt werden.
Quellen
- Silbernagl, S. & Lang, F. (2013). Taschenatlas Pathophysiologie. 4. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart.
- World Health Organization (WHO): Chronic respiratory diseases and acid-base regulation. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Kellum, J. A. (2007). Disorders of acid-base balance. Critical Care Medicine, 35(11), 2630-2636. PubMed PMID: 17828044.
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