Phlebodruck – Venendruck: Bedeutung & Messung
Der Phlebodruck bezeichnet den Blutdruck innerhalb der Venen. Er gibt Aufschluss über die Funktion des venösen Gefäßsystems und ist klinisch relevant bei Venenerkrankungen.
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Der Phlebodruck bezeichnet den Blutdruck innerhalb der Venen. Er gibt Aufschluss über die Funktion des venösen Gefäßsystems und ist klinisch relevant bei Venenerkrankungen.
Was ist der Phlebodruck?
Der Phlebodruck (auch Venendruck genannt) beschreibt den Druck, der im venösen Teil des Blutkreislaufs herrscht. Im Gegensatz zum arteriellen Blutdruck, der durch die Pumpkraft des Herzens erzeugt wird, ist der Venendruck deutlich niedriger und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter die Schwerkraft, die Muskelpumpe der Beine, die Atmung sowie die Herzfunktion.
Der Phlebodruck wird in der Regel in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen und kann je nach Körperstelle und Körperposition variieren. Er ist ein wichtiger Parameter in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des venösen Gefäßsystems.
Physiologische Grundlagen
Im gesunden Kreislauf transportieren die Venen das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen. Der Druck in den Venen ist abhängig von:
- Körperposition: Im Stehen steigt der Venendruck in den Beinen durch die hydrostatische Drucksäule erheblich an.
- Muskelpumpe: Muskelkontraktionen, besonders der Wadenmuskulatur, pressen das Blut gegen die Schwerkraft nach oben und senken den lokalen Venendruck.
- Venenklappen: Sie verhindern den Rückfluss des Blutes und halten den Druck reguliert.
- Atmung: Bei der Einatmung sinkt der intrathorakale Druck, was den venösen Rückstrom zum Herzen erleichtert.
- Herzfunktion: Eine eingeschränkte Herzleistung kann zu einem Rückstau des Blutes führen und den Venendruck erhöhen.
Klinische Bedeutung
Die Messung des Phlebodrucks ist besonders relevant bei folgenden Erkrankungen und Zuständen:
- Chronisch venöse Insuffizienz (CVI): Bei gestörter Venenklappenfunktion kommt es zu einem dauerhaft erhöhten Venendruck in den Beinen, was zu Ödemen, Hautverfärbungen und im fortgeschrittenen Stadium zu Ulcus cruris venosum (offenem Bein) führen kann.
- Tiefe Venenthrombose (TVT): Ein Blutgerinnsel in einer tiefen Vene kann den Abfluss behindern und den Venendruck lokal erhöhen.
- Herzinsuffizienz: Ein erhöhter zentraler Venendruck (ZVD) ist ein Zeichen für eine Rechtsherzinsuffizienz oder eine Flüssigkeitsüberladung des Kreislaufs.
- Portale Hypertension: Ein erhöhter Druck im Pfortadersystem der Leber, häufig bei Lebererkrankungen wie Leberzirrhose.
Messung des Phlebodrucks
Direkte Messung
Der Venendruck kann direkt durch Einführen einer Nadel oder eines Katheters in eine Vene und Anschluss an ein Druckmessgerät bestimmt werden. Dies wird vor allem im klinischen Umfeld eingesetzt, beispielsweise bei der Messung des zentralen Venendrucks (ZVD) über einen zentralen Venenkatheter.
Indirekte Messung und Phlebographie
Mit bildgebenden Verfahren wie der Duplex-Sonographie (Ultraschall der Gefäße) oder der Phlebographie (Röntgenuntersuchung der Venen mit Kontrastmittel) lässt sich der Zustand des Venensystems und indirekt auch die Druckverhältnisse beurteilen. Die Phlebodynamometrie ist ein spezielles Verfahren zur direkten Messung des funktionellen Venendrucks unter Belastung.
Normwerte und Abweichungen
Im Liegen beträgt der Venendruck in den peripheren Venen der Arme und Beine etwa 5 bis 15 mmHg. Im Stehen kann der Druck in den Beinvenen auf über 80 mmHg ansteigen, wird aber bei einem gesunden Venensystem durch die Muskelpumpe rasch reduziert. Ein dauerhaft erhöhter Venendruck gilt als pathologisch und bedarf einer weiteren diagnostischen Abklärung.
Behandlung bei erhöhtem Phlebodruck
Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung und umfasst:
- Kompressionstherapie: Kompressionsstrümpfe oder -verbände reduzieren den Venendruck und fördern den venösen Rückfluss.
- Bewegungstherapie: Gezieltes Training der Wadenmuskulatur aktiviert die Muskelpumpe und senkt den Venendruck.
- Medikamentöse Therapie: Venentonisierende Substanzen (z. B. Rosskastanienextrakt) oder Antikoagulanzien bei Thrombosen.
- Operative Eingriffe: Bei ausgeprägten Krampfadern oder Veneninsuffizienz können Verfahren wie Sklerotherapie, endovenöse Laserbehandlung oder operative Venenentfernung (Venenstripping) eingesetzt werden.
- Behandlung der Grunderkrankung: Zum Beispiel Therapie der Herzinsuffizienz oder der Leberzirrhose bei portaler Hypertension.
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, aktuelle Auflage.
- Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGP) - Leitlinien zur Diagnostik und Therapie venöser Erkrankungen. www.phlebology.de
- Partsch, H. - Phlebologie und Lymphologie. Thieme Verlag, Stuttgart, aktuelle Auflage.
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